„Kleiner Dank und ein Lächeln“

VdK-Ortsvereine im Ostkreis: Beratung, Geselligkeit, Ehrenamt

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Machen sich stark für den Sozialverband VdK im Ostkreis (von links): Gernold Vollmer, G erhard Wurzel, Johann Wombacher und Karlheinz Porsch.

Ostkreis - VdK - was verbinden wir mit diesem Namen? Der „Verband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner Deutschland“ hat doch kaum etwas mit unserem Alltag zu tun, oder? Weit gefehlt. Von Thomas Hanel

Schließlich geht es um wichtige Themen, mit denen sich der VdK beschäftig: Bürokratie im Sozialbereich, Hilfe bei Erwerbsunfähigkeit und daraus resultierende Rente, Behinderung und mögliche Unterstützung.

„Das alles sind sehr komplexe Themenfelder, mit denen man sich im Bedarfsfall beschäftigen muss“, sagen die Vorsitzenden des VdK-Ostkreises (Froschhausen, Klein-Welzheim, Seligenstadt, Hainstadt, Klein-Krotzenburg und Mainflingen) übereinstimmend. Beratung und Information für Ältere und Behinderte bieten sie ehrenamtlich an - und können sich über mangelnden Zuspruch nicht beschweren. „Die Arbeit wächst uns über den Kopf“, sagt Karlheinz Porsch, VdK-Vorsitzender in Hainstadt.

VdK-Ortsvereine zählen fast 1600 Mitglieder

Den im Ostkreis zusammengeschlossenen Ortsvereinen des VdK gehören mittlerweile über 1600 Mitglieder an. Alles Menschen, die entweder Hilfe brauchen oder Hilfe geben können. „Gerade die Sozialberatung für Ältere oder Behinderte in Fragen der rechtlichen Ansprüche und im Bedarfsfall wird immer komplizierter“, sagen die Ortsvorsitzenden. Einer ihrer geschulten Berater ist Reinhold Rackensperger. Dem gelernten Mechaniker und späteren Computer-Fachmann hat der VdK einst geholfen. Er blieb dabei und ließ sich vom Verband zum Fachberater für soziales Recht schulen. „Ich wollte auch etwas zurückgeben.“

Bis zu sieben Gespräche sind es, die beim VdK während der Sprechstunden geleistet werden (Sprechzeiten werden regelmäßig in unserer Zeitung in der Termin-Rubrik veröffentlicht). Habe ich Recht auf Erwerbsminderungsrente? Stehen mir als Behindertem Leistungen zu? Was ist mit der Pflegeversicherung? Wie funktioniert das mit der Patientenverfügung? Diese Themen werden besprochen, bei diesen Themen wollen die Menschen Hilfe. „Eine erste Beratung ist kostenlos“, so Rackensperger. Wenn der VdK dann auch rechtlich bei einem Problem mit Behörden oder Kassen einschreiten sollte, muss man Mitglied werden (54 Euro im Jahr).

„Wir pflegen die Gemeinschaft“

„Dann gehen wir nötigenfalls mit unseren Anwälten bis vors Bundessozialgericht.“ Auch öffentlich gesellschaftliche Themen werden vom VdK aufgenommen, so die Barrierefreiheit für Menschen, die mit Rollator oder Rollstuhl in Städten und Kommunen unterwegs sind. „Wir sehen uns als Anwalt für die Menschen, die sich über eine starke Gemeinschaft helfen lassen wollen.“ Neben der Beratung steht die Geselligkeit der Mitglieder im Mittelpunkt. „Wir pflegen die Gemeinschaft“, sagen die VdK-Verantwortlichen im Ostkreis. Kaffeenachmittage. Miteinander reden.

Warum macht man dies alles ehrenamtlich? Bis zu zehn Stunden die Woche arbeiten die VdK-Mitglieder für ihre Gemeinschaft, schreiben Briefe, telefonieren, arbeiten Einzelfälle auf. Die Antwort von Rackensperger und seinen Kollegen Gernold Vollmer (Klein-Welzheim), Gerhard Wurzel (Mainflingen), Johann Wombacher (Seligenstadt) und Karlheinz Porsch (Hainstadt) kommt spontan. Und klingt fast pathetisch: „Wir freuen uns wirklich über einen kleinen Dank, ein Lächeln.“ Das schöne Gefühl „Ich konnte helfen“ ist für die VdK-Mitarbeiter der Lohn.

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