Familie hat Angst, alles zu verlieren

Schwerer Rückschlag für Leon - Familie kämpft mit Existenzängsten

Der 14-jährige Leon mit seiner kleinen Schwester
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Ein Bild aus besseren Tagen: Der 14-jährige Leon aus Seligenstadt mit seiner kleinen Schwester.

Im Kampf gegen eine tückische Erkrankung des Knochenmarks (Myelodysplastisches Syndrom) hat der 14-jährige Leon aus Seligenstadt einen schweren Rückschlag erlitten.

Seligenstadt - Im Juli hatte unsere Zeitung erstmals über das Schicksal des Jungen berichtet, denn Leon benötigt einen ganz besonderen Knochenmarkspender. Wie Anina Wachtberger, eine Freundin der Familie nun mitteilt, ist der Versuch einer Stammzellentransplantation fehlgeschlagen. Der Kampf des 14-jährigen Leon geht weiter, nachdem eine Stammzellentransplantation gescheitert ist. Spender war Andy, der Vater des Jungen. Zuvor hatte Leon eine Chemotherapie samt Bestrahlung über sich ergehen lassen müssen.

Möglicherweise sei ein Rest „böser Zellen“ dafür verantwortlich, dass die Transplantation nicht wie erhofft von Erfolg gekrönt war, so die Freundin. Nun muss der Junge, der in einer Würzburger Klinik liegt und seit sieben Wochen isoliert ist, eine weitere Chemotherapie samt Bestrahlung absolvieren, bis einer neuer Transplantationsversuch unternommen wird - dann mit den Stammzellen seiner Mutter Marie. Sie wird nach Angaben der Freundin gerade auf den Eingriff vorbereitet und muss daher weitere acht bis zehn Wochen zu Hause bleiben.

Knochenmarktransplantation für 14-Jährigen: Die Hoffnungen ruhen nun auf der Mutter

Nur die Eltern sowie Ärzte und Pflegepersonal dürfen derzeit zu Leon. Es geht dem Jungen schlecht, er leidet sehr unter den Folgen der Chemo. Wochenlang hat er nichts essen können, er verliert seine Haare, übergibt sich häufig, seine Mundschleimhaut hat sich in Folge der Chemotherapie entzündet.

„Wir alle haben uns so gewünscht, dass der ganze Horror endlich bald ein Ende hat“, schreibt Anina Wachtberger auf der Facebook-Seite „Leon will leben“. Die Hoffnungen ruhen nun auf der Mutter, denn andere Spender sind derzeit nicht in Sicht - obwohl die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zwei gefunden hatte. „Der eine ist aber nicht auffindbar, womöglich ist er umgezogen und hat seine neue Adresse nicht mitgeteilt“, berichtet die Freundin der Familie. Der andere potenzielle Spender, der eine hundertprozentige Übereinstimmung mit Leon habe, habe aber einer Knochenmarkstransplantation nicht zugestimmt. „Über die Gründe erfahren wir natürlich nichts, ebensowenig, wer das ist“, so Anina Wachtberger enttäuscht.

Familie inzwischen von Mainhausen nach Froschhausen umgezogen

Für die Familie - sie ist inzwischen von Mainhausen nach Froschhausen umgezogen - werde die Situation immer prekärer. Während die Mutter auf die Transplantation vorbereitet wird, bleiben die beiden kleinen Geschwister Leons weiter bei Freunden in Pflege. Der Arbeitgeber des Vaters trage die Situation nicht weiter mit, so dass dieser zunächst bis Ende Dezember freigestellt ist und kein Einkommen hat. „Dadurch, dass er nichts verdient, können die laufenden Kosten nicht gedeckt werden. Sie wissen gerade einfach nicht, wo ihnen der Kopf steht“, beschreibt Anina Wachtberger die Situation. Die Familie sei körperlich wie seelisch am Ende. „Sie hat Angst, alles zu verlieren.“

Daher wirbt sie weiter um Freiwillige, die sich bei der DKMS registrieren lassen (Infos unter www.dkms.de/leon-will-leben). Wer die Familie finanziell unterstützen möchte, kann eine Spende über die Plattform gofundme.com (https://gf.me/u/yj45n6) überweisen. (Oliver Signus)

Myelodysplastisches Syndrom

Unter dem Begriff myelodysplastisches Syndrom (MDS, Myelodysplasie oder Plural myelodysplastische Syndrome) wird eine Gruppe von Erkrankungen des Knochenmarks zusammengefasst, bei denen die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von genetisch veränderten Ursprungszellen (Stammzellen) ausgeht. Das Knochenmark von Patienten, die an myelodysplastischen Syndromen leiden, ist nicht mehr in der Lage, aus diesen Stammzellen vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden.

In fortgeschrittenen Stadien dieser Erkrankungen werden immer mehr unreife Blutzellen produziert. Der Blutbildungsprozess ist also nachhaltig gestört und kann bei manchen Patienten zu einem späteren Zeitpunkt auch zu einer akuten myeloischen Leukämie (AML) führen. Die myelodysplastischen Syndrome treten vor allem in höherem Alter – ab etwa 60 Jahre – auf und verlaufen sehr unterschiedlich. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren entscheidend verbessert, sind aber angesichts der komplexen Krankheitsentstehung sehr differenziert und berücksichtigen vor allem die Unterscheidung in Niedrigrisiko- und Hochrisiko-MDS. (Quelle: Wikipedia)

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