Konrad-Adenauer-Schule

„Sind für Ganztagsschule“

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Seligenstadt - Die Konrad-Adenauer-Schule (KAS) soll sich zur Ganztagsschule weiterentwickeln. Darüber waren sich alle Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung einig. Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, unter welchen Voraussetzungen dies geschehen soll. Von Sabine Müller

In einem Antrag vom Juni wollte die FDP-Fraktion den Magistrat damit beauftragen, „sich beim Kreis Offenbach für die Fortschreibung und Aktualisierung des Schulentwicklungsplanes, insbesondere für die Entwicklung der Konrad-Adenauer-Schule als Ganztagsschule, einzusetzen“. Die Begründung: Die Grundschule sei an den absoluten Kapazitätsgrenzen angelangt. Die schulinterne Betreuung am Nachmittag für die Ganztagsschüler am Donnerstag und Freitag sei nur durch die freiwillige Betreuung der evangelischen Kirchengemeinde gewährleistet. „Dieser Zustand kann nur als Notbehelf dienen.“ Für Erweiterungspläne müssten deshalb Rahmenbedingungen geschaffen werden, speziell im Hinblick auf weitere Entwicklungsmöglichkeiten als Ganztagsschule sowie auf den zu erwartenden Zuzug in neue Baugebiete. In Zusammenhang mit dem Ausbau sei auch zu prüfen, welche anliegenden Grundstücke vermarktet werden könnten, ergänzte FDP-Fraktionsvorsitzender René Rock in der jüngsten Stadtverordneten-Sitzung.

Als Antwort auf die Forderung der FDP hatte sich bereits in der vorhergehenden Ausschussdiskussion eine Mehrheit auf einen abgewandelten CDU-Antrag geeinigt, in dem vom Schulentwicklungsplan nicht mehr die Rede ist.

Plan wird nicht geändert

Sowohl Volker Horn (CDU) als auch SPD-Vertreter Rolf Wenzel stimmten dem Ausbau der Adenauer-Schule zu, meinten aber, die Stadt sei dafür nicht zuständig und könne lediglich den Wunsch beim Kreis Offenbach und beim Land Hessen anmelden. „Der Schulentwicklungsplan wird so schnell nicht geändert“, sagte Wenzel, „der Kreis entscheidet jedoch über die Ganztagsbetreuung jährlich über eine Liste. Die Schule muss aber auch selbst mitwirken und ihren Antrag dafür stellen.“ Nach Informationen von René Rock hat die Schulleiterin dies nicht mehr getan, da die Kreisverwaltung ihr signalisiert habe, dass es aussichtslos sei. „Wir müssen Rektorin Gudrun Dettmer ein Zeichen geben.“

Gunter Gödecke signalisierte für die Bündnis-Grünen ein Ja für den CDU-Antrag. „Natürlich sind auch wir für die Ganztagsschule“, sagte FWS-Vorsitzender Jürgen Kraft, fügte aber auch süffisant hinzu, die Parlamentarier hätten wohl „kalte Füße nach der Vergangenheit“. Der deutliche Hinweis galt dem zuletzt fortgeschriebenen Schulentwicklungsplan, der mit Schulschließungen im Raum Seligenstadt verbunden war und im Jahr 2006 kontroverse Diskussionen in der Politik und heftige Proteste der Bevölkerung ausgelöst hatte.

Heide Wolf, Vorsitzende der SPD-Fraktion, verteidigte die damaligen Entscheidungen und griff in ihrem Schlussplädoyer einen Aspekt auf, den schon ihr Fraktionskollege Wenzel genannt hatte: Wenn die der Adenauer-Schule angeschlossene Sprachheilschule verlegt würde, gäbe es mehr Platz: „Sprachheilschule oder Ganztagsschule - die Schule hat die Entscheidung zu treffen, und das weiß sie.“

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