Überfahrt an Sonn- und Feiertagen streichen ?

Kosten für Seligenstädter Fähre reduzieren

+
Der Betrieb der Seligenstädter Fähre ist ein großes Zuschussgeschäft für die Stadt. Der Bau einer Brücke, den die örtlichen Grünen in ihrem Programm für die Kommunalwahlen thematisiert hatten, ist derzeit aber kein Thema. Bürgermeister Dr. Daniell Bastian setzt auf Kostenreduzierung.

Seligenstadt - Eine Brücke über den Main anstelle des hochdefizitären Fährbetriebs hatten die Seligenstädter Grünen in ihrem Wahlprogramm vorgeschlagen. Eine alte Geschichte ohne Aussicht auf eine Realisierung in absehbarer Zeit. Von Oliver Signus

Die Seligenstädter Fähre ist für viele so etwas wie ein Wahrzeichen, für andere aber nur ein kostenträchtiges Prestigeobjekt, das sich längst überlebt hat. Die Seligenstädter Grünen hatten mit Blick auf das Defizit in Höhe von 200.000 Euro, mit dem die Unterhaltung der „Stadt Seligenstadt“ die ohnehin leeren Stadtsäckel belastet, angeregt, eine Brücke über den Main zu bauen, die dann allerdings nur von Fußgänger und Zweiradfahrern genutzt werden soll. Die Idee ist nicht neu und wird wohl auch in den nächsten Jahren kaum verwirklicht werden. Für Bürgermeister Dr. Daniell Bastian ist eine Reduzierung der Betriebskosten der derzeit einzige realistische Weg. So sei zu prüfen, ob ein Betrieb montags bis freitags bereits ab 6 Uhr nötig sei, sagt er und beruft sich dabei auf Untersuchungsergebnisse des Ingenieurs Professor Dr. Jürgen Follmann. Ihm zufolge hat die Fähre keine große Bedeutung mehr für Pendler, sondern wird hauptsächlich von Touristen genutzt. Eine eingeschränkte Betriebszeit sei daher denkbar.

Wir haben aufgrund einer kleinen Fehlinformation den Text am 18. März aktualisiert.

Auch könne man darüber diskutieren, sonn- und feiertags die Überfahrt für Pkw zu streichen, Fußgänger und Radfahrer würden weiter übergesetzt werden. Das würde die Altstadt auch vom Autoverkehr befreien. Insgesamt sei die Fähre in einem guten technischen Zustand. Die Stadtwerke hätten versichert, „dass sie auch weiter problemlos fährt“. Zudem müsse auch eine Brücke, die aus Platzgründen nicht in Höhe des Fähranlegers gebaut werde könne, gewartet werden.

Bastian erinnerte auch daran, dass es für den Bau einer Brücke auch nie eine Mehrheit in der Stadtverordentenversammlung gab. Ganz anders hingegen im benachbarten Karlstein. Doch favorisieren die Kommunalpolitiker nach wie vor diesen Übergang. Bürgermeister Winfried Bruder sieht den Vorteil vor allem darin, dass die Menschen nicht mehr an die Betriebszeiten der Fähre gebunden seien. Für eine Machbarkeitsstudie habe Karlstein schon vor etwa fünf Jahren rund 10.000 Euro im Haushalt bereit gestellt, doch aus Seligenstadt habe es keine Bemühungen diesbezüglich gegeben.

Archivbilder aus 2010

Fähre zur Revision in der Werft

Kommentare