Kriminalstatistik 2015 für Seligenstadt

Vandalen und Langfinger verhageln die Bilanz

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Moderate Fallzahlen: Josef Michael Rösch, Leiter der Polizeistation (r.) und Bürgermeister Dr. Bastian.

Seligenstadt - Allen Unkenrufen zum Trotz ist das Leben in der Stadt Seligenstadt nach wie vor sehr sicher. Viel sicherer als noch zu Beginn der sogenannten Nullerjahre und deutlich sicherer als in vergleichbaren Kommunen. Von Michael Hofmann

Das belegt ein Auszug aus der Kriminalstatistik 2015 des Polizeipräsidiums Südosthessen, den Josef Michael Rösch, Leiter der örtlichen Dienststelle, jetzt im Rathaus vorstellte und erläuterte. Der Ostkreis Offenbach war noch nie ein Hort überbordender Kriminalität und ist es auch heute nicht. Die auf die Einhardstadt (908), Hainburg (516) und Mainhausen (254) im Jahr 2015 entfallenden Straftaten im Präsidiumsbezirk mit einer Gesamtfallzahl von 49 140 liegen mit recht moderaten Anteilen von 1,8/1,1/0,5 Prozent im hinteren Mittelfeld/am Ende der Statistik. Ein immer wieder von interessierter Seite hineinkonstruierter markanter Anstieg von Straftaten nach der Aufnahme von Flüchtlingen lässt sich nicht belegen - mit einer Ausnahme: Viele wurden und werden durch illegalen Aufenthalt und illegale Einreise aktenkundig. Das sind ausländerrechtliche Verstöße, die schon mit Betreten deutschen Bodens begangen werden. Darüber hinaus lässt die kurze Zeitspanne vom Eintreffen der ersten Flüchtlinge bis Jahresende 2015 noch keine seriöse Bewertung zu.

Jeder Einbruch und jede Körperverletzung ist eine Straftat zu viel, betonten Rösch und Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, die ankündigten, es gelte die Ursachen gemeinsam zu ergründen: die Polizei zusammen mit der Stadt und ihren Bürgern. Gleichwohl hätte die ohnehin moderate Seligenstädter Quote noch besser ausfallen können, „wenn nicht Vandalen und Langfinger uns die Statistik verhagelt hätten“, so Josef Michael Rösch. Also Sachbeschädigung und Trickdiebstahl.

Die Seligenstadt-Statistik weist lediglich eine so genannte Straftat gegen das Leben aus: ein Familiendrama in Froschhausen, als ein 17-Jähriger wegen Mordes am Freund seiner Schwester zu einer Jugendstrafe von acht Jahren verurteilt wurde. Immerhin 13 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind aktenkundig. Die Zahl relativiert sich, wenn man erfährt, dass allein acht dieser Fälle einen einzigen Täter betreffen: einen Exhibitionisten, dessen Spezialität spektakuläre Auftritte auf einer Autobahnbrücke zu sein scheinen. Aber er wurde geschnappt.

Auffällig ist nach Angaben des Seligenstädter Polizeiexperten die Häufung einer speziellen Art von Rohheitsdelikten (Raub oder räuberische Erpressung) bei Jugendlichen, das so genannte Abrippen. Dabei entreißen die Täter ihren Opfern die gewünschten Gegenstände brutal und „oft ohne das geringste Unrechtsbewusstsein.“ Dagegen treten die gemeinhin mit Raub verbundenen Situationen – etwa auf öffentlichen Plätzen – kaum in Erscheinung, hinter Handtaschenraub steht gar eine 0 in der Statistik. 65 Fälle von Körperverletzung lassen aufhorchen, auch die Zusatzinformation, dass damit auch häusliche Gewalt erfasst ist. Dem steht eine Aufklärungsquote von über 95 Prozent gegenüber.

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Unter die „Diebstähle unter erschwerten Umständen“ fallen beispielsweise die Wohnungseinbrüche, vier Dutzend an der Zahl. „Einigermaßen glimpflich“, meint Rösch und verweist auf die Beratungsdienste der Polizei, auf den Polizeiladen und auf bisweilen recht einfache Sicherungsmaßnahmen. Eine steigende Zahl von gescheiterten Einbruchsversuchen zeige, dass man sich sehr wohl gut schützen könne. Auffällig in Seligenstadt: die große Zahl geklauter Fahrräder. 87 Räder in einem Jahr, das sind sechs Prozent mehr als 2014. Nur allzu oft, so hat die Polizei festgestellt, werden die Drahtesel unverschlossen abgestellt und sind dann eine leichte Beute. 116 Fälle von Sachbeschädigung (auch Graffiti) sprechen eine deutliche Sprache, eine Steigerung von 25 Prozent im Vergleich zu 2014 bereitet der Polizei durchaus Sorgen. Ebenso wie die 264 Fälle von Straßenkriminalität - das schon genannte häufige Auftreten von Vandalen und Langfingern. 43 Rauschgiftdelikte wurden aktenkundig, eine 95-Prozent-Aufklärungsquote verdeutlicht, dass auch Drogenkonsum am Steuer mit geschultem Auge erkennbar ist.

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