„Lediglich Konzepte und Skizzen“

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Angespannte Verkehrssituation auf der Einhardstraße im Bereich von Einhard- und Merianschule: Bauliche Veränderungen und größere Investitionen erforderlic

Seligenstadt ‐ Anspruch und Wirklichkeit klaffen nicht nur in der großen Politik bisweilen kräftig auseinander, auch im Kommunalen „klemmt's“ desöfteren erheblich. Beispiel gefällig? Von Michael Hofmann

Flankiert von den Segnungen des Schulentwicklungsplans (SEP) stieg in der „Schulstadt“ Seligenstadt die Zahl der Schüler im Bereich von Einhard- und Merianschule innerhalb weniger Jahre auf insgesamt rund 2.400 - das sind 800 zusätzliche Kinder! Eine echte Herausforderung für die Verkehrsplaner. Der große Wurf ist freilich noch nicht in Sicht. Bislang liegen „lediglich Konzepte und Skizzen“ vor, räumt die Stadt ein. Vage demzufolge die Kostenplanung. Sicher ist, dass allein für die beiden Minikreisel rund 450.000 Euro erforderlich sind.

Mit Markierungen, Änderung der Beschilderung, Verlegung einer Bushaltstelle, Halteverbot oder dem ersten Minikreisel (Giselastraße/Würzburger Straße) trägt die Stadt den Problemfällen und Protesten auf den Zubringerstraßen seit Mitte 2008 Rechnung. Mobile Elemente zur Fahrbahnverengung sind dieser Tage geplant. Darüber hinaus sorgte das versetzte Schulende zumindest um die Mittagszeit für Entlastung. „Sorgenkinder“, so die Analyse des Ordnungsamts, sind nicht Radfahrer oder Busse, sondern in erster Linie Eltern, die ihre Kinder direkt vor die Schultüre bringen. Bittere Erkenntnis der Stadt: Mit den Mitteln der Straßenverkehrsbehörde sei den Eltern kaum beizukommen.

An Kreisverkehr Kinder ein- und aussteigen lassen

Zwar glaubt die Stadt, dass 2014/2015 eine Entlastung eintreten könnte. Denn dann haben die letzten Schuljahrgänge das neunjährige Gymnasium (G 9) absolviert - das wären etwa 200 Schüler weniger am Einhardgymnasium. Auch die Fertigstellung der Emmaschule an der Giselastraße dürfte für Entlastung sorgen.

„Eine wirkliche Entspannung der Verkehrssituation kann nur dann eintreten, wenn der Zubringerverkehr durch die Eltern nicht mehr in die Einhardstraße einfährt“, so der Magistrat in seiner Bestandsaufnahme zur Verkehrsbelastung im Bereich der beiden weiterführenden Schulen. „Zwischen der Bushaltestelle an der Würzburger Straße und dem jüdischen Friedhof müsste durch einen Kreisverkehr eine Möglichkeit geschaffen werden, an der Eltern ihre Kinder aussteigen lassen können, ohne mit dem Fahrrad- und Fußgängerstrom in der Einhardstraße in Berührung zu kommen. Dafür sind jedoch einige bauliche Veränderungen und größere Investitionen erforderlich. Darüber hinaus ist eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes zu veranlassen.“

Auf Anregung von Schulleitungen und von Professor Jürgen Follmann (Hochschule Darmstadt), der eine Studie zur Schulwegsicherung in Seligenstadt erarbeitete, wurde vor der Ampel Würzburger Straße und Einhardstraße ein Teil der Grünfläche befestigt und begehbar gemacht. An dieser Stelle drängen sich zum Schulschluss gegen 13 Uhr viele Schüler, die die Kreuzung überqueren oder zur Bushaltestelle gehen wollen. Insgesamt, so der Magistrat, „sollte eine großräumige Änderung in der Verkehrsführung und Umgestaltung der Verkehrsanlagen angestrebt werden.“ Mit Verweis auf die Ergebnisse der Darmstädter Konzeptstudie listet der Magistrat folgende Maßnahmen auf.

Ergebnisse der Darmstädter Konzeptstudie

  • Umbau der Würzburger Straße zwischen Einhardstraße und Am Riegelsbach. Der Busverkehr könnte so organisiert werden, dass die Schüler nicht mehr in der Einhardstraße, sondern an der Haltestelle Würzburger Straße aussteigen. Die Busbuchten werden zurückgebaut. Der Bus hält danach auf der Fahrbahn und sorgt dadurch für eine Verlangsamung des Verkehrs. Die Fahrbahn wird mittels einer Verkehrsinsel geteilt. In die Verkehrsinsel werden zwei Fußgängerfurten mit Zebrastreifen als Querungshilfe eingebaut. Seitlich werden Fahrradschutzstreifen markiert. Anstelle der Ampel wird ein Minikreisel den Verkehr im Kreuzungsbereich Einhardstraße/Würzburger Straße regeln.
  • Die Einbahnregelung in der Würzburger Straße bis zur Giselastraße könnte aufgehoben werden.
  • An der Einmündung der Babenhäuser Straße in die Würzburger Straße ist ebenfalls ein Minikreisel zu installieren und zusätzlich zur Schulwegsicherung für die Grundschüler eine Querungshilfe zu schaffen. Diese ist durch eine Verengung der Fahrbahn zu erreichen.

Angespannte Verkehrssituation auf der Einhardstraße im Bereich von Einhard- und Merianschule: Bauliche Veränderungen und größere Investitionen erforderlich.

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