„Leute juckt´s in den Fingern“

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Mediterrane Pflanzen sind in der Gärtnerei Stenger stark nachgefragt.

Seligenstadt (th) - „Den Leuten juckt es in den Fingern, die wollen jetzt raus.“ Baumschulmeisterin Elfi Kniep von der Gärtnerei Löwer in Seligenstadt spürt den Frühling auch - nicht nur wegen verstärkter Nachfrage der Kunden.

Nach einem langen und harten Winter ist die große Lust der Menschen auf Garten, auf grüne Balkone und Natur wieder erwacht. Das derzeitige Frühlingswetter tut ein Übriges hinzu.

Die Gärtnerei Löwer ist gut vorbereitet: „Alle Pflanzen sind da, von preiswert bis teuer, groß und klein“, sagt Elfi Kniep. Gibt es neue Trends für den Garten und den Balkon? Die Klassiker seien es, die nach wie vor beliebt sind. Zierkirschen, Flieder, blühende Gehölze und Frühlingsstauden werden nachgefragt. Bestätigt wird sie von ihrem Kollegen, Gärtner Michael Harrer, bei Löwer in der Zierpflanzenabteilung tätig. „Alles was bunt ist, Primeln, Narzissen, Krokusse. Das wollen die Kunden zurzeit.“ Zudem gibt es Nachfrage nach Stauden. „Aber winterhart muss es sein“, kennen Kniep und Harrer die Wünsche ihrer Kunden.

Garten sind nicht mehr so üppig wie früher

Sich im Frühling und im Sommer an Blüten und leuchtenden Farben erfreuen und im Winter alles ausbuddeln und zwischenlagern, dies wollen die wenigsten Gartenfreunde. Zumal dies auch eine Platzfrage ist. Wohin mit dem nicht frostfesten Grün im Winter, wenn der Platz in Haus oder Wohnung begrenzt ist?

Kleiner ist halt feiner. Auch die Größe der normalen Gärten ist nicht mehr so üppig wie früher. Daher ist die Nachfrage nach kleineren Pflanzen stärker“, so Kniep. Wer habe denn noch 3000 Quadratmeter Platz, um sich ein grünes Paradies mit großen Büschen und Bäumen zu schaffen? Übersichtlich, klein und pflegeleicht solle es sein. Die Lust am Garten ist übrigens keine Altersfrage. „In den Gesprächen mit den Kunden erkennt man natürlich deren Wissensstand über Pflanzen und Garten. Jüngere Kunden mit weniger Erfahrung hätten halt mehr Beratungsbedarf“, so Baumschulmeisterin Kniep,- aber dafür sei sie ja da.

Quellsteine sorgen für reizvolle Abwechslung

Einen grünen Trend bemerkt Frank Stenger vom gleichnamigen Gartenbau-Unternehmen in Seligenstadt. „Viele Gartenfreunde haben das Gemüsebeet wieder entdeckt, gerade auch in Verbindung mit Ziergewächsen.“ Dabei mache es übrigens keinen Unterschied, ob ein eigenes Haus mit Garten oder der Balkon bepflanzt werden. Aber selbstangebautes Gemüse oder eigene Kräuter seien sehr beliebt. Wie auch das Wasser. Dabei, so Stenger, erfreuten gerade Quellsteine die Menschen und sorgen für reizvolle Abwechslung. Nachgefragt in seinem Unternehmen werden zudem mediterrane Pflanzen, die winterhart sein müssten. „Was nutzt es den Leuten, für eine Saison das Zitronenbäumchen zu hegen und pflegen, wenn es den strengen Frost nicht verträgt.“ Alternativen gebe es auf jeden Fall.

Blumen, Stauden, Bäume - grüne Paradiese. Haben die Gartenprofis von Löwer und Stenger persönliche Favoriten? „Die Scheinhasel blüht wunderschön und hat herrliche Laubfarben. Auch die japanischen Zierkirschen mag ich sehr“, antwortet Elfie Kniep von der Gärtnerei Löwer. „Persönlich mag ich Hortensien sehr und die Pfingstrosen. Die sehen im Winter nach nichts aus - kommen aber dann gewaltig“, beantwortet Frank Stenger diese Frage.

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