Frankfurter Eishockeyspieler kommen zum Check-Up

Löwen Frankfurt in der Asklepios-Klinik auf Herz und Nieren getestet

Max Faber von den Löwen Frankfurt beim Medizin-Check
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Löwe beim Medizin-Test: Bevor Max Faber offiziell auf dem Eis stehen darf, wird er komplett untersucht.

Bis die Saison in der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) im Oktober anfängt, dauert es noch ein paar Wochen. Die Vorbereitungen dafür laufen bei den Löwen Frankfurt jedoch auf Hochtouren. Bevor es nach der Sommerpause zurück in den harten Trainingsalltag ging, haben die Spieler in Seligenstadt vorbeigeschaut. In der Asklepios-Klinik wurden sie dabei auf Herz und Nieren getestet.

Seligenstadt – „Seit August 2017 haben wir eine Kooperation mit den Löwen“, sagt Uwe Jansen, Geschäftsführer der Asklepios-Klinik Seligenstadt. „Deshalb kommen die Spieler für die verpflichtenden medizinischen Tests bei uns vorbei.“ Dazu zählen unter anderem ein Belastungs-EKG, ein Herz-Ultraschall und ein Lungenfunktionstest.

Diese Untersuchungen sind eine Grundvoraussetzung, um überhaupt aufs Eis zu dürfen. „Die Untersuchung ist für die Liga. Nur wenn wir sie getestet haben, bekommen sie ihre Profispielerlizenz“, erklärt Edmund von Werner. Er ist der Mannschaftsarzt und hat die Löwen bei jedem Spiel auch von der Bande aus genau im Blick. Aktuell arbeitet er an der Asklepios-Klinik in Langen – während der sogenannten Medicals der Spieler unterstützt er sein altes Team um Chefarzt Dr. Klaus Eisenbeis in Seligenstadt, den Leiter der Orthopädie und Unfallchirurgie. „Wir schauen uns vor allem die Gelenke ganz genau an. Und sprechen natürlich über bisherige Verletzungen“, sagt von Werner. Das hilft dem Mannschaftsarzt auch während der Saison. „Dann kann ich plötzlich auftretende Verletzungen viel besser einschätzen.“

Verletzungen können durch den Medizin-Check in der Asklepios-Klinik vorgebeugt werden

Arbeiten beim Fitness-Check zusammen: Uwe Jansen (v.l.), Geschäftsführer Asklepios-Klinik Seligenstadt, Edmund von Werner, Mannschaftsarzt und Assistenzarzt der Asklepios-Klinik Langen, Max Faber, Verteidiger bei den Löwen Frankfurt, und Dr. Nikos Stergiou, Leiter Innere Medizin in Seligenstadt.

Und von solchen Verletzungen kann es einige geben. „Kopf, Schulter, Knie und Fuß – in dieser Reihenfolge bezogen auf die Häufigkeit treten Verletzungen bei Eishockeyspielern meist auf“, sagt von Werner.

Aber auch Herz, Lunge und Kreislaufsystem müssen den monatelangen Anforderungen einer Saison standhalten. Mehr als 52 Hauptrundenspiele sollen die Löwen in die Playoffs und dort ins Finale bringen, damit sie um den Aufstieg spielen. Deshalb schaut auch Dr. Nikos Stergiou, Leiter der Inneren Medizin an der Asklepios-Klinik, ganz genau hin. „Anderthalb bis zwei Stunden dauert der Check pro Spieler. Aktuell haben wir aber bei allen mit einem Corona-Test gestartet und checken natürlich, ob sie in der Vergangenheit erkrankt sind. Dabei haben wir vor allem die Herzmuskel-Leistung im Blick.“

Asklepios-Ärzte in Seligenstadt reagieren schnell bei Auffälligkeiten der Löwen-Spieler

Wenn bei den Untersuchungen etwas auffällig ist, müssen Stergiou und seine Kollegen in der Klinik das melden – und auch mit dem Verein über weitere Untersuchungen sprechen. In den vergangenen fünf Jahren haben aber immer alle Spieler bei den Medicals die Freigabe der Mediziner bekommen. Während der Saison sah das anders aus. „Da mussten wir nach einer Verletzung schon mal erneut unser ‚Go‘ geben“, sagt Stergiou. „Doch grundsätzlich pflegen die Spieler ihre Körper sehr – sie sind schließlich ihr Kapital.“

Um die Löwen-Spieler besser medizinisch beraten zu können, werden die Daten gesammelt und über die Jahre miteinander verglichen. Nikos Stergiou: „Sollten da große Abweichungen sein, kann ich sagen, woher Leistungseinbrüche kommen können.“

Verteidiger: So steht Faber normalerweise auf dem Eis.

Für die Spieler ist der Besuch in Seligenstadt schon Routine. „Der Check-Up am Anfang der Saison ist sehr wichtig und wird gern wahrgenommen“, sagt Max Faber, Verteidiger bei den Löwen. „Gerade derzeit ist es sehr wichtig, dass bestimmte Erkrankungen, zum Beispiel Corona, beachtet werden.“ Mannschaftskollege Darren Mieszkowski ergänzt: „Ich fühle mich sehr gut betreut und bin rundum zufrieden.“

Fitness der Löwen Frankfurt entscheidet über die Saison

Gerade zum Ende der Saison ist die Fitness ein entscheidender Faktor. „Das Größte wäre der Aufstieg nach der erfolgreichen Meisterschaft in der DEL2“, sagt Faber.

Durch die jahrelange Zusammenarbeit ist der ein oder andere Seligenstädter Mediziner inzwischen selbst zum Eishockeyfan geworden. „Das sind schon spezielle Charaktere, die Eishockeyspieler. Sie begeistern einen einfach und zeigen tollen Einsatz“, sagt Stergiou. Auf den Zuschauerrängen seinen Job komplett auszublenden, klappt aber nicht immer. „In bestimmten Situationen hofft man schon, dass etwas nicht so schlimm ausgegangen ist, wie es erst mal aussieht.“

Zu den nächsten Tests empfangen Eisenbeis, Stergiou und Co. die Löwen dann in den neuen Funktionsräumen im Untergeschoss der Klinik. „Die Fertigstellung hat sich etwas verzögert“, sagt Stergiou. „Aber die Patientenzimmer im Neubau gingen erst mal vor.“ (Von Julia Oppenländer)

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