Imposanteste Wampe und größte Armspannweite prämiert

Männerballett-Wettbewerb in Heimatbundhalle

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Dirty Dancing im Ballettröckchen: Die Liederkranz-Tänzer aus Zellhausen.

Seligenstadt - Lag’s am Training oder daran, dass die Heimmannschaften bis zum Ersatz-Rosenmontag noch im Helau-Modus ticken? Mit „Taktlos“ fuhr beim achten Männerballett-Wettbewerb des Gesangvereins Germania in der Heimatbundhalle ein Team aus Rodgau einen souveränen Sieg ein.

Idee, Choreografie und waghalsige Akrobatik beeindruckten nicht nur die achtköpfige Jury: Im brechend vollen Saal lösten die Traumtänzer Begeisterungsstürme aus. Mitnichten verträumt, vielmehr rasant und elegant-athletisch nahmen die Rodgauer die feiernden Fans in den Traum eines kleinen Jungen mit. Polizist werden, Feuerwehrmann oder doch lieber Rettungsschwimmer? Mit der Nummer hatte die junge, gleichwohl erfolgsverwöhnte Formation schon Ende Februar beim ersten Männertanzfestival in Jügesheim den Gipfel gestürmt. Da gab es einen Wanderpokal - aus Seligenstadt nahmen die Sieger nun immerhin ein (volles) Bierfass aus heimischer Herstellung mit.

Einen „Sack voll Worscht“, gestiftet von Schirmherrin und Erster Stadträtin Claudia Bicherl, verdienten sich tanzende Dandys aus dem unterfränkischen Dorfprozelten. Den mit Moneten um sich werfenden „Prözlern“ aus dem Spielkasino und ihrer bärtigen Diva aus dem einarmigen Banditen wies die achtköpfige Jury den zweiten Rang zu. Als Dritte sahen sich die „Moa Cheries“ von der Turnerschaft Klein-Krotzenburg im neckischen trikoloren Dress gleichfalls mit eingesackten Fleischprodukten belohnt.

Wie’s zuging, ist nicht aktenkundig: Weil Moderator und Fastnachtsfreund Dirk Rollmann, für seinen bewährten Präsidenten Michael „Mille“ Millitzer eingesprungen, alle fünf weiteren Ballerino-Teams punktgleich auf Platz vier verortete, konnte keinerlei Verlierer-Frust die Partystimmung trüben. Gleich gut, wenn auch mit Pegelschwankungen unter zwölf Kriterien von Kreativität über Choreografie und Gaudi-Faktor bis hin zur Kostümpracht, fand die Jury damit die martialischen Star-Wars-Krieger vom ZFN-Männerballett „Just 4 Beer“ aus Zellhausen und die Shopping Queens der Plattgedappte Ausschmeißgudsjer.

Seligenstadt sucht das beste Männerballett

Sonderpreise heimsten das gleichplatzierte TGS-Männerballett mit seiner barock-romantisch-funkigen Revue in Silberblau für die imposanteste Wampe im Rampenlicht und das Liedertanzballett aus Zellhausen mit „Dirty Dancing“ im Rosa Ballettröckchen für den Tänzer mit der größten Armspannweite ein - jeweils nachgemessen und dokumentarisch belegt. Ebenso das Klodeckel-Potenzial der größten „Watsch’n“ (Hand), aufgespürt im knallbunten Nostalgieclub des Wagenbauerballetts („Man müsste nochmal 20 sein“).

Durchweg sportlich-ehrgeizig und bisweilen bis zur Schmerzgrenze trainiert, wurden all die spaßgetriebenen Herrenzirkel zwischendurch daran erinnert, welchen Vorbildern sie letztlich nacheifern. Gemeint ist weniger das hauseigene Germania-Ballett, das furchtlose Weltraumfahrer und die schrägsten aller Aliens noch einmal außer Konkurrenz auf fremde Galaxien losließ. Zum Rahmenprogramm gehörten auch nicht-maskuline Formationen wie die „Young Diamonds“ als Import vom Klein-Krotzenburger Volkschor und die Midigarde der Harmonie Froschhausen mit einer gefeierten Horror-Show. 

rdk

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