Defizit um 100. 000 Euro reduzieren

Main-Fähre bald auf Sparkurs

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Zu bestimmten Zeiten wird die Mainfähre nur wenig genutzt. Das Foto zeigt die „Seligenstadt“ auf ihrer kurzen Fahrt gestern Mittag. Um 12.52 legte sie an, an Bord befand sich ein Fahrgast mit seinem Auto. Mit der selben „Ladung“ ging es zwei Minuten später wieder zurück.

Seligenstadt - Die Mainfähre, Aushängeschild der Einhardstadt, ist ein Geldgrab. Seit Jahren ist der Unterhalt defizitär, 2015 mit der neuen Rekordsumme von rund 330. 000 Euro. Von Oliver Signus

Nun ist ein neues Konzept in Arbeit, um den Verlust um etwa 100. 000 Euro zu verringern, den Betrieb jedoch aufrecht zu erhalten. Noch ist nichts spruchreif, doch soll sich in absehbarer Zeit beim Fährbetrieb einiges ändern. Die Stadtverwaltung arbeitet derzeit ein Konzept aus, das kürzere Betriebszeiten vorsieht. Damit, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, solle auf das veränderte Nutzungsverhalten reagiert werden. Mehr als 90 Prozent seien Touristen und Menschen, die in Seligenstadt einkaufen wollten. Schüler oder Berufspendler machten nur noch einen geringen Anteil aus. „Im Winter ist nach 17 Uhr praktisch niemand mehr mit der Fähre unterwegs“, sagt der Rathauschef.

Von sechs bis 20 Uhr verbindet sie zwar die hessische und die bayerische Seite, doch ist am frühen Morgen sowie ab Einbruch der Dämmerung außer der Besatzung oft niemand mehr an Bord. „Das kann ja auch den Mitarbeitern keinen Spaß machen“, meint Bastian und bringt statt einen über das Jahr weitgehend gleichen Fahrplan nun einen Winter- und Sommerfahrplan ins Spiel. „Von 10 bis 20 Uhr im Sommer, beim Winter sind wir uns noch nicht ganz schlüssig.“ Klar sei nur, dass die Betriebszeiten auf sechs Stunden reduziert werden sollen.

100. 000 Euro könnten so eingespart werden, sagt Bastian. Dabei sei auch der Wegfall der Pendler einbezogen, die die Fähre ausschließlich zu Zeiten nutzten, die dann nicht mehr angeboten würden. Der Rathauschef machte deutlich, dass angesichts des immer weiter steigenden Defizits etwas geschehen müsse, um die Fähre erhalten zu können. Zumal die Stadt die Kosten alleine trage. Der Kreis und auch die Gemeinde Karlstein hätten sich schon vor Jahren aus der Finanzierung zurück gezogen.

An der Mainfähre hängen sechs Vollzeit-Arbeitsplätze, sagt Dr. Bastian, da müsse vieles beachtet werden. Anlass, nun über eine neue Konzeption nachzudenken, war der Ruhestand eines Mitarbeiters. Da sei nun zu entscheiden, ob die Stelle neu besetzt werde. Der Bürgermeister erwähnte in diesem Zusammenhang auch, dass die Änderungsvorschläge von einem der Fähr-Mitarbeiter stammten.

Betriebskommission und Personalrat seien involviert, Dienstpläne müssten neu ausgearbeitet werden. Am Ende soll die Stadtverordnetenversammlung über das Konzept entscheiden. „Ich möchte einen Grundsatzbeschluss“, betont Bastian. Wann eine Entscheidung über die Zukunft der Fähre fällt, vermag der Bürgermeister nicht zu sagen. „Vielleicht im Sommer“, meint er vorsichtig. Letztlich kommt es darauf an, wann ein Antrag ins Parlament eingebracht wird und bis wann die Stadtverordneten dann entscheiden.

Der – als Ersatz für eine Fähre – immer mal wieder ins Gespräch gebrachte Bau einer Brücke ist für Bastian keine Lösung. Sie koste Millionen, Zuschüsse seien nicht zu erwarten und Unterhaltungskosten fielen auch an.

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