Matinee zum SPD-Jubiläum

Erkennungszeichen: rote Nelke

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Matinee zum 150-jährigen Bestehen der SPD im Riesensaal: Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen (v.l.): Jens Zimmermann, Karl-Heinz Stier, Ingeborg Fischer, Moderator Carsten Müller, Manfred Kreis, Ralf Kunert, und Referent Dr. Christian Krell.

Ostkreis - Eine stolze Partei feiert sich. Zum 150. Geburtstag der SPD organisierten die Ortsvereine aus Seligenstadt, Hainburg, Mainhausen, Rodgau und Rödermark eine Geburtstagsmatinee im Riesen. Der Einladung folgten über 100 Sozialdemokraten und Freunde der Partei. Von Thomas Hanel

„Als ich vor 48 Jahren in die SPD eingetreten bin, war es zunächst ein steiniger Weg im konservativen Seligenstadt“, erinnert sich der Seligenstädter Kommunalpolitiker Manfred Kreis. Wenn er etwas werde wolle, müsse er doch in der CDU sein, hätten im einige Leute damals gesagt. Kreis: „Ich habe geantwortet, wenn ich etwas werden will, dann arbeite und studiere ich.“

Vor der Zeitzeugenbefragung bei der Matinee (neben Kreis mit Ingeborg Fischer, Karl-Heinz Stier und den Kandidaten Ralf Kunert und Dr. Jens Zimmermann) hatte Dr. Christian Krell von der Friedrich-Ebert-Stiftung über die wechselvolle, 150-jährige Geschichte der Partei berichtet. Kurzweilig schilderte er Stationen der Sozialdemokratie, die im Jahre 1863 aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein hervorgegangen war. „Verbote, programmatische Ausrichtungen und immer wieder innerparteiliche Orientierungen bestimmten diese Bewegung“, sagte Christian Krell, der in seinem Vortrag auch weniger Bekanntes berichtete. So sei die rote Nelke, heute noch ein Symbol der SPD, ursprünglich ein geheimes Erkennungszeichen der Sozialdemokraten zu der Zeit des Parteiverbots gewesen.

150 Jahre Sozialdemokratie: die Geschichte

150 Jahre Sozialdemokratie: Geschichte der SPD

Turbulente Anfangsjahre, Verfolgung von Sozialdemokraten, die Spaltung in KPD, USDP und SPD sowie die Öffnung als Volkspartei mit dem Godesberger Programm streifte Krell in seinem rund einstündigen Vortrag. Und erwähnte auch sozialdemokratische Errungenschaften wie die Gleichstellung von Männern und Frauen, das Frauenwahlrecht, die Einführung des BAföGs, Arbeitnehmer-Mitbestimmung in Betrieben, Abschaffung des Straftatbestands der Homosexualität. „Trotz Verbots, Verfolgung und Exil führender Sozialdemokraten, prägte die Partei große Teile der Gesellschaft“, so Krell weiter. Es gab SPD-Sportvereine und sogar sozialdemokratische Brieftaubenzüchter-Organisationen. „Die Arbeiterwohlfahrt AWO, die Versicherung Volksfürsorge, der Arbeiter-Samariter-Bund und der Automobilclub von Europa, ACE, sind oder waren SPD-Organisationen.“ Natürlich streifte der Referent auch das Wirken bekannter und berühmter Sozialdemokraten wie Kurt Schumacher, Willy Brand, Helmut Schmidt und vieler anderer, die die Partei geprägt haben.

Musikalisch gestaltet wurde die SPD-Geburtstagsfeier von der Jason-Blue-Band, moderiert von Unterbezirksvorsitzendem Carsten Müller und Seligenstadts Ortsvereins-Vorsitzenden Georg Horcher. Zu sehen war im Riesen auch eine Ausstellung zur Geschichte der Partei.

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