Mehrere Becken und 'ne Schnecke

Seligenstadt - (th) Nach 21-monatiger Bauzeit ist es vollbracht: Die Kläranlage des Abwasserverbandes Schleifbach in Klein-Welzheim wurde technisch modernisiert und erweitert. Grund für den Abwasserverband während einer launigen Feierstunde das Ende der Bauarbeiten zu feiern und die gesamte Anlage der Bevölkerung im Zuge eines „Tages der offenen Tür“ vorzustellen.

3,3 Millionen Euro mussten die drei angeschlossenen Verbandsgemeinden Mainhausen, Seligenstadt mit dem Stadtteil Klein-Welzheim sowie Karlstein mit dem Stadtteil Großwelzheim und der Abwasserverband aufbringen, um die Bauarbeiten zu finanzieren - natürlich auch unterstützt mit Förderungsmitteln des Landes. Wolfgang Crynen, Vorsitzender des Abwasserverbandes: „Um Kosten zu sparen, haben wir die Maßnahme gemeinsam mit den Stadtwerken Seligenstadt ausgeschrieben, da dort ähnliche Arbeiten zu vergeben waren.“ Crynen zeigte sich in seiner Ansprache erfreut darüber, dass während der Bauzeit keinerlei Probleme auftraten und lobte die Mitarbeiter der Anlage, die während „der Umbauarbeiten etwas in der Luft hingen und selbige anhalten mussten, wenn der Tagesbetrieb in Unordnung geriet.“ Dies sei aber hervorragend gelungen.

Insgesamt wurde die Anlage von 25 000 auf 39 000 EW-Einheiten vergrößert. Eine EW-Einheit (Einwohnerwert) entspricht dabei dem Abwasserverbrauch eines Bürgers. Auch das Abwasser der angeschlossenen Industrie wird in EW-Einheiten hochgerechnet.

Das ehemalige Klärwerk I wurde komplett zum Belebungsbecken umgebaut, ein notwendiges Nachklärbecken neu auf dem verbandseigenen Gelände am Mainuferweg errichtet. Für das Nachklärbecken mit einem Volumen von 2800 Kubikmetern, einem Durchmesser von 30 Metern und einer Tiefe von 8,50 Metern war ein Aushub von 9000 Kubikmeter erforderlich.

An maschinentechnischer Ausstattung wurde ein neuer Räumer zur Förderung des sich auf dem Boden abgesetzten Schlamms und eine schwimmende Schnecke zum Abfördern des Schlamms eingebaut. Gesamtgewicht: etwa zehn Tonnen.

Das Klärwerk II des Verbandes wurde um ein Denitrifikationsbecken erweitert, zudem wurde eine neue Gebläsestation errichtet. Durch die Ausweitung der Kläranlage wurden zudem neue Betriebsgebäude nötig. „Insgesamt fiel ein Bodenaushub von 13 600 Kubikmetern an, 1100 Kubikmeter Beton und 200 Tonnen Baustahl wurden verarbeitet. Desweiteren wurden 1,3 Kilometer Rohrleitungen und 3000 Meter Kabel verlegt,“ zählte Wolfgang Crynen auf.

Die Anlage kann nun maximal 250 Liter Wasser (Abwasser und Regenwasser) in der Sekunde aufnehmen. Und Crynen appellierte auch an die Bürger: „Alle Feststoffe, die in die Anlage gelangen, müssen aufwändig entsorgt werden.“ Dies koste natürlich Geld und die Gebühren für Bürger. Also nur das in die Toilette werfen, was auf natürlichem Weg sowieso dort hineinkommt!

Rubriklistenbild: © pixelio

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