Sicherer mit Zebrastreifen und Licht

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Mit Zebrastreifen und Beleuchtung soll der Kreisel nach dem Willen der Stadtverordnetenversammlung sicherheitstechnisch aufgemöbelt werden.

Seligenstadt - Den Minikreisel an der Kreuzung Ellensee-/Querstraße wieder entfernen? Das wäre nur kontraproduktiv, konterten alle Fraktionen bei der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend im Feuerwehrhaus einen entsprechenden Antrag der Freien Wähler. Von Sabine Müller

Stattdessen setzen CDU, SPD, Grüne und FDP auf eine Nachbesserung, um die Verkehrssicherheit an dieser stark frequentierten Strecke zu erhöhen.

8500 Fahrzeuge rollen pro Tag über die Ellenseestraße, zitiert die FWS-Fraktion in ihrem Antrag eine Analyse des Verkehrsplaners Professor Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt. Zusätzlich werde oft sehr schnell gefahren und das Lkw-Durchfahrtsverbot kaum beachtet. Der deshalb eingerichtete Minikreisel, der ja auch nur als „Provisorium“ und nicht in der vom Bauamt vorgeschlagenen Weise gebaut worden sei, habe die Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer – vor allem aber der Fußgänger – überhaupt nicht verbessert, kritisieren die Freien Wähler. Zumal – wie schon berichtet – das Bauwerk nach Meinung des FWS-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Kraft von Erster Stadträtin Claudia Bicherl eigenmächtig errichtet worden sei, und zudem an diesem Knotenpunkt Ausschlusskriterien für die Errichtung eines Kreisverkehrsplatzes vorlägen. „Nachdem der Kreisel installiert war, wurde schnell bemerkt: das ist nix“, so Jürgen Kraft. Die Freien Wähler wollten eine sichere Fußgängerüberquerung, der Kreisel bleibe eine Krücke, werde auch durch eine Aufrüstung nicht größer und müsse wieder weg.

Kreisel soll besser erkennbar werden

Von dieser Aufrüstung erhoffen sich die anderen vier Fraktionen dagegen durchaus mehr Sicherheit für Fußgänger und Radler, wie CDU-Stadtverordneter Michael Ewald den gemeinsamen Antrag erläuterte. Rund 50.000 Euro sind nach Schätzung des Bauamtes für Zebrastreifen, Beschilderung, Beleuchtung und eventuell Bordsteinabsenkungen zu veranschlagen. Eine Maßnahme, die auch die SPD mittragen kann, meinte Michael Hollerbach. Es gäbe keine perfekte Lösung für alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner, der Kreisel werde dann wenigstens besser erkennbar. Außerdem habe sich der Verkehr in diesem Bereich verlangsamt und es habe in den vergangenen sechs Monaten kaum Unfälle gegeben. „Der Rückbau des Kreisels wäre ein Rückschritt.“ Von einer „Bereicherung“ durch Zebrastreifen und Beleuchtung sprach auch Susanne Schäfer (FDP). Zumal sie beobachtet habe, dass vor allem die Seligenstädter einfach über das Bauwerk hinweg fahren. „Denen sollte man mal sagen: Ihr nutzt den Kreisverkehr nicht richtig.“ Schäfer wies auch darauf hin, dass der Kreisel nur Teil eines Gesamtkonzeptes ist.

Dieses von Verkehrsexperte Follmann erstellte Konzept zur Verkehrsberuhigung in Seligenstadt umfasst auch Maßnahmen in der Ellenseestraße, wie Schutzstreifen für Radler, weitere Fußgängerüberwege und Kreisel, wie etwa an der Kreuzung Ellensee- und Jahnstraße. „Wir unterstützen dieses Konzept“, meldete sich Grünen-Abgeordneter Peter Störk zu Wort. „Weitere Experimente in der Ellenseestraße machen keinen Sinn, ein Rückbau des Kreisels wäre fatal – auch nach draußen.“ Mit den vier Enthaltungen der Freien Wähler ist dessen Aufrüstung jetzt beschlossene Sache.

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