Bundeswaldprämie und Spende der Gärtnerei Löwer für Aufforstung

Nach Sturmschäden: Seligenstädter Stadtwald wird umgebaut, Eichen und Buchen sind jetzt gefragt

Wald bei Froschhausen in Richtung B45.
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Noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte wird es dauern, bis die Stadt Seligenstadt die Starkwindschäden vom August 2019 behoben hat. Unser Bild zeigt eine Fläche bei Froschhausen in Richtung B45.

Ein Bild des Jammers: Das Stadtwaldgebiet von Froschhausen in Richtung B 45 und die unfassbaren Wunden, die jener Starkwind im August 2019 in nur wenigen Minuten der Seligenstadt-Region zugefügt hat.

Seligenstadt – Bei diesem Anblick, bekannte Bürgermeister Daniell Bastian, habe er Tränen in den Augen gehabt. Es werde wohl Jahrzehnte dauern, bis Lücken und ganze Flächen wieder geschlossen sind. Darüber hinaus gelte es, so der Rathauschef weiter, den Wald auch umzubauen. Revierförster Johannes Herrmann habe das bereits eingeleitet. Künftig will die Stadt auf Bäume verzichten, die viel Wasser benötigen, auch auf Sorten, die flache Wurzeln haben. Der früher reine Fichtenbestand wird mit Blick auf den Klimawandel nicht wieder aufgeforstet. Stattdessen sind Eichen- und Buchensetzlinge gefragt. Die Stadt, so der Bürgermeister weiter, werde, wie seit jeher, die Erlöse aus der Waldbewirtschaftung wieder in den Wald investieren. Auch wenn angesichts eines Überangebots auf dem Markt die Zahlen des Seligenstädter Waldwirtschaftsplans „so nicht mehr eintreten werden.“

Eine Herzensangelegenheit: Martin Löwer (Mitte) überreichte den Scheck der zweiten Stadtwald-Hilfsaktion seiner Gärtnerei an Bürgermeister Bastian (r.) und Stadtrat Michael Gerheim.

Aber es gibt auch gute und ermutigende Nachrichten zum Wald. Zum zweiten Mal hatten Silke und Martin Löwer aus der gleichnamigen Gärtnerei ihren Weihnachtsbaumverkauf gegen Ende des vergangenen Jahres zu einer Spendenaktion für den Stadtwald gemacht. Zusammengekommen sind 2019 rund 2 000 Euro und nun weitere 2 200 Euro, die Martin Löwer jetzt an Bastian übergab. Beide Spendenaktionen hatten für ein großes Medienecho gesorgt und zahlreiche Seligenstädter sowie Waldliebhaber, Firmen und Schulklassen aus der Einhardstadt und aus dem weiteren Umkreis aufmerksam gemacht. „Wir hatten daraufhin so viele Anfragen, dass wir ein dauerhaftes Spendenkonto eingerichtet haben“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, der die Löwer-Spende aus 2019 auf 4000 Euro verdoppelt hatte.

Zudem hat die Stadt kürzlich den Bewilligungsbescheid für die Bundeswaldprämie erhalten. Für die 868 Hektar Kommunalwald erhält die Einhardstadt einen einmaligen Zuschuss von 104 160 Euro. In Absprache mit Hessen-Forst wird der Zuschuss für Wiederaufforstungen und restliche Aufräumarbeiten verwendet. Mit dieser Summe unterstützt die Bundesregierung Waldeigentümer, die sich mit einer aktiven, nachhaltigen und verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung gegen den Klimawandel stellen und das auch dokumentieren.

Die Spendengelder der Familie Löwer nimmt Revierförster Johannes Herrmann zur dringend notwendigen Aufforstung heran. Derzeit baut er um das ausgewählte, rund ein Hektar große Gelände einen Zaun, der die neuen Setzlinge vor Wildbiss schützen soll. Danach wird die Fläche von ihm für die Neupflanzung vorbereitet. Revierförster Herrmann hat sich bewusst zu einer Durchmischung entschieden und pflanzt hauptsächlich Eichen- und Buchensetzlinge und zum Wegrand hin Kirsche, Elsbeere und Esskastanie. In dieser Pflanzenkombination sieht der Experte eine gute Risikostreuung.

Johannes Herrmann freut sich über Spenden und das Interesse der Bevölkerung am Stadtwald, sodass er – je nach Pandemieentwicklung – im Herbst eine groß angelegte Pflanzaktion mit Bürgerbeteiligung plant.

Spendenkonto: Sparkasse Langen-Seligenstadt (IBAN DE44 506 521 24 000 101 62 78), Stichwort „Baumspende für den Wald“

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