Frauen-Initiative näht Schutzmasken / Unterstützung gesucht

„Nachfrage ist wirklich groß“ - Schutzmasken gegen Corona

Private Initiativen, die Schutzmasken an heimischen Nähmaschinen herstellen, schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Jetzt gibt es auch eine in Seligenstadt. Sympbolbild: dpa

Seligenstadt - Hilfsbereitschaft hat in Zeiten der Corona-Krise wieder an Gewicht gewonnen. Eine Fraueninitiative näht Schutzmasken für die Region.

Viele Initiativen sind entstanden, um anderen Menschen zu helfen – seien es an Zäune gehängte Versorgungstüten für Obdachlose oder Erledigungen für ältere Menschen, die zu den Risikogruppen zählen und daher nicht die eigenen vier Wände verlassen sollten. Und was tun, wenn jemand viel Zeit zu Hause verbringen muss und keine Freunde treffen kann? In Seligenstadt gibt es inzwischen – wie andernorts – eine Initiative von Frauen, die Einrichtungen und Menschen in der Region mit Schutzmasken versorgen wollen.

Kreativ gegen Corona - Bettlaken werden zu Schutzmasken

Koordinatorin ist Nursel Seilkopf. Sie könne selbst nicht nähen, gesteht die ehemalige Hamburgerin, die seit zwei Jahren in Froschhausen lebt, daher habe sie die organisatorischen Aufgaben übernommen. Sie kontaktiert Hotels, Schneidereien oder Stoffläden, um an geeignetes Material für die „Mund-Nase-Masken“ zu kommen. Auch hofft sie auf Unterstützung der Bürger aus Seligenstadt und den Nachbarkommunen. Ideal seien ausrangierte Bettlaken aus Baumwolle. Das Material sollte einen Waschgang bei 90 Grad überstehen. Auch Nähgarn-Spenden sind willkommen.

Corona-Krise: Unterstützung durch kostenlose Lieferungen

Wegen der Einschränkungen seien die Möglichkeiten der kleinen Initiative beschränkt, bedauert Nursel Seilkopf. „Daher haben wir uns entschieden, für Altenheime, Behindertenwohnheime, häusliche Pflegedienste, Privatpersonen, die zur Risikogruppe zählen, sowie überall dort, wo Bedarf ist, Masken zu nähen und zu spenden“, führt sie aus. Ein Seligenstädter Seniorenwohnheim habe bereits eine Bestellung aufgegeben. „Die Lieferung an alle ist kostenlos“, betont die Froschhausenerin. Um Mitstreiterinnen zu finden, hat Nursel Seilkopf ihre Kontakte zum Internationalen Nachbarschaftsverein Seligenstadt, zur türkischen Ditib-Gemeinde in Hainstadt und zum Faromder Solidaritätsverein der seltenen Erkrankungen spielen lassen.

Über weitere Helferinnen würde die Initiative sich freuen. „Tatkräftige Hobbynäherinnen sind gern gesehen und können sich mit uns in Verbindung setzen“, betont die Koordinatorin. Jede Hand sei willkommen. „Wir haben in den ersten beiden Wochen mitbekommen, dass die Nachfrage groß ist. Diejenigen, die schon dabei sind, stehen in den Startlöchern und wollen alle zufriedenstellen, die Bedarf anmelden.“

Wer die Frauen unterstützen möchte, kann sich mit Nursel Seilkopf unter 0163 3332580 in Verbindung setzen.

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