Seligenstädter Gesangverein „Gesellschaft der Freunde“

Närrisches aus dem „Wallfahrtsort“

Protokollant Jürgen Zöller erwies sich als gewohnt präziser Beobachter.

Seligenstadt - Pointenreiche Büttenreden, schmissige Tanzeinlagen und gekonnte Gesangsdarbietungen präsentierten die Aktiven der Seligenstädter Gesellschaft der Freunde ihrem gut aufgelegtem Publikum beim Narrenabend im vollbesetzten Riesensaal.

Sitzungspräsident Udo Sommer und Stefan Emge führten durch das Programm und feierten Augen zwinkernd ihr elf-jähriges Jubiläum als „Beinah-Prinzen“ musikalisch mit einem Sitzungslied. Den ersten Glanzpunkt setzten 36 wohl geformte Beine. Die Tanzgarde I der Seligenstädter Fastnachtsfreunde zeigte einen vollendeten Gardetanz zu närrischen Hits.

„August der Starke“ klagte über einen Männerchor, der im vergangenen Jahr in sein schönes Dresden einfiel und die Stadt drei Tage kulinarisch und kulturell für sich in Anspruch nahmen. Jürgen Zöller parlierte in unverwechselbarem Stil über den Vereinsausflug des Chores. „Unser Auto fährt mit Äppelwoi“ - die Glücklichen, die dieses behaupten konnten, waren Rolf Junker, Michael Millitzer und Udo Sommer, kurz das „Trio Dorschenanner“. Sie nahmen damit das Publikum mit auf eine große Kreiselrunde durch Seligenstadt.

Einzug des wichtigsten Paares

Großer Jubel dann beim Einzug der Tollitäten, Prinzessin Christina und Prinz Thomas, samt Hofstaat. Das Prinzenspiel mit den Tollitäten hatte Stefan Emge vorbereitet. Prinz und Prinzessin mussten fastnachtliche Begriffe zeichnen und erraten. Die Schwierigkeit dabei: Sie selbst konnten die Tafel nicht sehen. Die „Showpolizei“ (Heimatbund-Ballett II) stürmten im Anschluss die Bühne. Seligenstadt, der neue Ausflugs-, Kur- und Wallfahrtsort, braucht natürlich auch Devotionalien. Lucie Post präsentierte diese „Fan-Artikel“ und ging auf eine neue Stadtführung unter dem Motto „Am Rande der Bibel“.

„Zimterä, die Moritat kommt!“, hieß es mit Thomas Simon, Wolfgang Wettig und Lutz Lang am Schifferklavier. Sie glossierten gesanglich das Vereinsgeschehen, „was nicht im Heimatblättchen stand“. Die „Diamonds“ aus Klein-Krotzenburg, junge Damen in flotten Dirndln, entfachten zu alpenländischer Gaudimusik Hüttenzauber im Riesensaal. Das Gastronomiesterben in Seligenstadt thematisierten die drei „Claudias“, Kraus, Post und Winkler, und eröffneten prompt eine neue Wirtschaft. Zu ihren Gästen gehörten viele Freunde-Sänger, über deren Eigenheiten sie ganz genau Bescheid wussten.

Tanzwütige Herren

Fester Bestandteil bei den Tanzdarbietungen im Verlauf einer Freunde-Sitzung ist das Wagenbauer-Männerballet. Die tanzwütigen Herren holten Bollywood an den Untermain. Ehrensitzungspräsident Heinz Schreiner nahm danach das Publikum mit auf seinen ersten Besuch in die Oper und berichtete, was er dort alles erlebt hatte. Dabei besuchte er auch „Orpheus in der Unterwelt“. Verwundert stellte er fest, dass die Frankfurter zwar eine Oper haben, dass die Musik aber aus Offenbach ist.

Unter der Leitung von Chorleiter Klaus Vetter zeigten die Freunde-Sänger ihr gesangliches Können. Unterstützt wurden sie von Chormitglieder aus der Karnevalshochburg Köln, mit denen sie sich einen kleinen Sängerkrieg lieferten.

Mit der „Dancing Company“ aus Klein-Krotzenburg flatterten farbenprächtige Paradiesvögel in den Riesen. Show und Athletik in Perfektion begeisterte das Publikum. Das kurzweilige Programm ging in das große Finale samt Seligenstädter Hymne über. Akteure und Publikum ließen im Anschluss an das kurzweilige Programm den Abend in der „Freude-Bar“ ausklingen.

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