„Netzbetrieb ohne Energiekonzerne“

Hainburg - (kg) Für den Einstieg in die Fernwärmeversorgung wirbt die Hainburger SPD. Unter dem Leitgedanken „Global denken, lokal handeln“ soll sich die Gemeindevertretung dieser Entwicklung anschließen.

„Der Gedanke, das Netz unabhängig von den Energiekonzernen zu betreiben, hat dabei oberste Priorität", so ein SPD-Parlamentsantrag. Diese einmalige Chance könne zum Beispiel bei der Entwicklung des Baugebiets Löschem und bei der bald notwendig werdenden Erneuerung der Energieversorgung in der Neuen Ortsmitte ergriffen werden. Die SPD schlägt die Schaffung einer „Miniinsel“ im Gewerbegebiet Fasanerie Arkaden und bei der Weiterentwicklung des Gewerbegebietes Klein-Krotzenburg vor, „insbesondere bei energieintensiven Einrichtungen wie Schulen, Kreuzburghalle, Feuerwehrhäusern, Vereinshäusern, Simeonstift, geplante Altenwohnanlage Auf das Loh, bei Gebäuden der Gemeinnützigen Baugenossenschaften oder bei Gewerbebetrieben, wenn Erneuerungen anstehen“, zählt SPD-Politiker Rudolf Kaller auf. Zudem sollen auch alle öffentlichen Gebäude (soweit sie im Trassenbereich liegen) angeschlossen werden.

Das bedeutet natürlich jede Menge Arbeit für den Gemeindevorstand: Dazu zählen die Vergabe einer Studie zur Ermittlung des Wärmebedarfs in der Gemeinde, so dass daraus Leitungsführungen abgeleitet werden können. Außerdem soll für das neue Baugebiet Löschem eine zentrale leitungsgebundene Energieversorgung eingeplant werden, „so dass unabhängig aller weiteren Entwicklungen eine erste kleine Insel entsteht, die zukünftig in ein größeres Gesamtnetz eingebunden werden kann." Ausnahmen: Passivhäuser oder vergleichbare „Nullenergiebauten“. Bei künftigen Bauvorhaben mit relevantem Energiebedarf sei der Anschluss ans Netz vorzusehen, sofern nicht unabdingbare Gründe dies unmöglich machten. Auch bei der in den nächsten Jahren notwendig werdenden Erneuerung der Energieversorgung in der Neuen Ortsmitte sei ein eigenständiges Netz mit zunächst autarker Energieversorgung vorzusehen. Der ökologische Vorteil der Fernwärme sei, dass man einen nicht unerheblichen Beitrag zur Luftverschmutzung im Ballungsraum leisten könne.

In diesem Zusammenhang weist die SPD auf die jüngste Fachausschuss-Sitzungen hin, in deren Verlauf der Unternehmensberater Dr. Paul Wenzel (Hainburg), Bürgermeister Friedhelm Engel (Großkrotzenburg) und der Leiter des Kraftwerks Staudinger, Edgar Kaufhold, eindrucksvoll dargestellt hätten, „dass die Nutzung von Fernwärme die zukunftsträchtige Energieversorgungsform darstellt und dabei noch um ein Drittel preisgünstiger ist als die Nutzung anderer Energieträger wie Gas oder Öl,“ fasst Kaller zusammen. Damals habe Wenzel ein Modell der Energieverteilung in leitungsgebundenen Netzen für das gesamte Rhein-Main-Gebiet dargestellt, das unabhängig von den Energiekonzernen sei und somit die größte Chance auf günstige Preise gewährleistet sei. Diese Vision entspreche den EU-Forderungen nach effizienter Energienutzung. Großkrotzenburg habe es bereits geschafft, ein Fernwärmenetz zu installieren, das unschlagbar günstig und kundenfreundlich Energie liefert, so dass derzeit ein umfassendes Netz für die gesamte Gemeinde ausgebaut wird", betont Kaller.

Kaufhold habe bekräftigt, dass das Kraftwerk ohne Block 6 bei Auskopplung von Fernwärme bereits jetzt wesentlich wirtschaftlicher zu betreiben wäre, da die Energie, die derzeit über Kühltürme und Ableitung in den Main vernichtet wird, so sinnvoll genutzt würde.

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