Neubau war notwendig

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Symbolische Schlüsselübergabe: Architekt Siegbert Huther, Wehrführer Stjepan Jalusic und Bürgermeisterin Ruth Disser (von links).

Zellhausen (paw/kg) ‐ Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur einem Jahr wurde am Wochenende das neue Domizil der Freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Zellhausen seiner Bestimmung übergeben. Die Investitionen beliefen sich auf rund 3,5 Millionen Euro.

„Das vorhandene Gebäude war im Laufe der Jahre zu klein geworden und rundum sanierungsbedürftig. So mussten sich die Aktiven wegen fehlender Räume in der Fahrzeughalle hinter den Fahrzeugen für den Einsatz oder eine Übung umziehen. Außerdem fehlten entsprechende Räumlichkeiten für die Feuerwehrfrauen", sagte Mainhausens Bürgermeisterin Ruth Disser nach der Begrüßung der Gäste. In ihren Augen war der Neubau deshalb dringend notwendig.

Die gesamte Bauphase vom Abriss bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes umriss Gemeindebrandinspektor Ralf Sauer. Sie wurde auch durch eine Webcam in mehr als 1,5 Millionen Bildern dokumentiert. Ein Novum ist die Position des Grundsteins. Wie üblich wurde der zunächst am 3. April 2009 bei der Grundsteinlegung im Fundament eingemauert. Später aber wieder gehoben und der Inhalt (Tageszeitung, Pläne und Urkunden) sichtbar in der Seitenwand im Foyer des Eingangsbereichs eingelassen und mit einer Acrylscheibe verschlossen. Unter dem Beifall der mehr als 300 Teilnehmer an der Festveranstaltung überreichte Architekt Siegbert Huther symbolisch den Hauptschlüssel zunächst an Bürgermeisterin Ruth Disser, die ihn an Wehrführer Stjepan Jalusic weitergab. Zuvor segneten die Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde, Bernhard Gugerel und Martin Franke, das Haus.

Treffpunkt für die Aus- und Fortbildung

„Die Freiwilligen Feuerwehren erfüllen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement in unserer Gesellschaft eine hoch geschätzte und notwendige humanistische Aufgabe. Sie helfen selbstlos Menschen die in Not geraten sind und wehren Gefahren ab“, sagte Landrat Oliver Quilling in seinem Grußwort. In diesem Zusammenhang lobte er besonders die Familien der Wehrleute. Sie müssten manche Entbehrung im privaten Bereich hinnehmen.

„Das neue Haus ist nicht nur Stützpunkt für Fahrzeuge und Geräte, sondern auch Treffpunkt für die Aus- und Fortbildung der Einsatzabteilungen sowie der Jugendfeuerwehr. Möge es zu einer zweiten Heimat werden“, wünschte Kreisbrandinspektor Karl Ackermann. Zugleich widersprach er den Kritikern, dass zwei Feuerwehrstützpunkte eine Belastung für die Gemeinde seien. „Das Gesetz schreibt uns vor, dass wir nach einem Alarmruf spätestens in zehn Minuten vor Ort sein müssen. Diese Vorgabe ist wegen der räumlichen Entfernung zwischen Mainflingen und Zellhausen ohne die beiden Stützpunkte nicht zu erfüllen“, betonte Ackermann.

Die musikalische Gestaltung übernahm der Katholische Musikverein unter Leitung von Georg Braun. Nach dem Schlusswort von Markus Waldmann, Vorsitzender der Wehr, hatten die Gäste Gelegenheit zu einem Rundgang durch das Gebäude.

Stolz sind auch die Jugendfeuerwehrleute über das neue Feuerwehrhaus.

Das neue Gebäude besteht aus einem zweigeschossigen Kopfbau für Schulung und Verwaltung und eine Fahrzeughalle im hinteren Teil. Bei der Fahrzeughalle handelt es sich um eine einachsige Anlage mit sechs Feldern. Im hinteren Teil befindet sich ein eingeschossiger Werkstatt- und Lagerbereich. Dort sind auch die Werkstätten, Waschraum und diverse Lagerräume untergebracht. Das Schulungs- und Verwaltungsgebäude ist ein zweigeschossiger Massivbau mit Satteldachholzkonstruktion. Im Erdgeschoss befindet sich der Umkleide- und Sanitärbereich, der Bereitschaftsraum und die Einsatzleitzentrale mit Büros. Im Obergeschoss sind der Schulungsbereich mit den entsprechenden Sanitärräumen sowie Teile der Verwaltung und der Jugendraum untergebracht. Die Größe des umbauten Raumes beträgt rund 6 750 Kubikmeter, die Gesamtnutzfläche etwa 1300 Quadratmeter.

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