Neue Kita in Froschhausen

Grüne werfen Fraktionen schwere Fehler vor

Seligenstadt - Nach Ansicht der Seligenstädter Grünen sind bei der Planung der neuen Kindertagesstätte in Froschhausen „schwere Planungsfehler“ unterlaufen. Nach Ansicht der Umweltpartei verweigern die Fraktionen von CDU, SPD, FWS und FDP Maßnahmen zum Klimaschutz.

Bei der Planung für den Neubau der Kindertagesstätte in Froschhausen hat die Koalition aus SPD, FDP und FWS nach Ansicht der Seligenstädter Grünen „schwere Planungsfehler zu Lasten des Klimaschutzes begangen, die nun auch noch von der CDU abgesegnet werden sollen“. Entgegen der „klaren Selbstverpflichtung der Stadt“, aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen, bleibe es bei „blumigen Sonntagsreden“, so Fraktionsvorsitzende Natascha Maldener-Kowolik. Die Stadt Seligenstadt sei als Unterzeichner der Charta 100 Kommunen für den Klimaschutz 2013 eine Selbstverpflichtung eingegangen, „zukünftige CO2-Emissionen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu erhöhen sowie verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen“.

Dass beim Bau der Kita in Froschhausen auch unter Verwendung einer Hybridheizung, die Standards der Energieeinsparverordnung (EnEv) 2016 eingehalten werde, sei eine Selbstverständlichkeit „und kein Grund, Lobeshymnen auf die Planungsvorgaben der Kommune zu schwingen“, wettern die Grünen, „Da ginge erheblich mehr, wenn man den kommunalen Anspruch höher ansetzen würde und keine Angst davor hätte, auch mal ökologisch zu denken“, betont Maldener-Kowolik.

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Die vorgelegte Planung beweise „dieses rückwärts gerichtete Festhalten“, denn beim Bau der Kita nehme die die Stadt keine zusätzlichen Umweltschutz-Fördermittel nach den Förderrichtlinien des Kommunalinvestitionsprogramms (KIP) in Anspruch, obwohl dies möglich wäre. Danach wären Maßnahmen nach der Energieeinsparverordnung, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) förderfähig gewesen. „Entsprechend dem Klimaschutzkonzept der Stadt Seligenstadt hätten diese Maßnahmen zumindest in einer Berechnung der Wirtschaftlichkeit überprüft werden müssen,“ sagt Adina Biemüller, Fachfrau für Baufragen und Stadtverordnete der Grünen.

Die Ergebnisse der jeweiligen Folge-Kosten-Berechnungen für Fotovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplung und Wassereinsparung durch Zisterne hätten nach Ansicht der Grünen Antwort gegeben auf die Frage, in welchem Zeitraum sich die einzelnen Vorhaben amortisiert hätten. „Mit der Entscheidung, keine Fördermittel der KfW in Anspruch zu nehmen, wird nicht nur bares Geld ausgeschlagen,“ fährt Stadtverordnete Petra Werk fort, „sondern auch gegen die Verpflichtung der Richtlinien verstoßen, dass die möglichen Folgekosten einer Maßnahme berücksichtigt werden müssen, um deren Wirtschaftlichkeit langfristig sicher zu stellen“.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Die vorgelegte Planung sehe aber keinerlei Umweltschutz-Maßnahmen vor. Alle Anträge der Grünen nach Nutzung des Regenwassers, der Solarenergie oder Begrünung der riesigen Flachdächer seien bisher von allen anderen Fraktionen abgelehnt worden. „Besonders absurd ist die Ablehnung der Regenwassernutzung und Dachbegrünung. Während die Bürgerinnen und Bürger per Bebauungsplan sinnvoll zu Regenwassernutzung und Dachbegrünung ihrer Garagen verpflichtet werden, sind über 89 Prozent der Stadtverordneten nicht bereit, mit gutem Beispiel voranzugehen“, kritisiert der Parlamentarier Dr. Detlev Debertshäuser.

„Wenn jetzt die angeblich drängende Zeit als Ablehnungsgrund vorgeschoben wird, ist dies unredlich. Die Beschlusslage zur Selbstverpflichtung, ökologisch zu bauen, ist eindeutig und hätte von Anfang an in die Planung einfließen müssen. Aber der politische Willen, lieber am fossilen Zeitalter festzuhalten, ist leider in Seligenstadt immer noch stärker. Offensichtlich glaubt man der Argumentation Donald Trumps, der den Klimawandel als eine Erfindung der Chinesen bezeichnet hat“, legt Natascha Maldener-Kowolik nach.

750 Quadratmeter ungenutztes Flachdach mit grauen Bitumen zeugten von einer vertanen Chance, der zukünftigen Generation einen verantwortungsvollen Umgang mit Klimaschutz zu veranschaulichen. Die Grünen verweisen dabei auf die Erfolge der Solaranlage bei der Kläranlage in Klein-Welzheim. Dort betrage die Kohlendioxid-Einsparung pro Jahr etwa 144 Tonnen, so die Grünen abschließend. (sig)

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Rubriklistenbild: © dpa

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