Ein neuer Fußballclub

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Sie gründeten den Juniorenförderverein Seligenstadt: Wolfgang Hain, Heribert Schilling, Gerd Tauber und Jan Gardon (Sportfreunde) sowie Frank Burkard, Klaus Weber, Thomas Nürnberg und Jörg Brodbeck (Sportvereinigung).

Seligenstadt ‐ Verwundert werden viele Mitglieder der beiden Seligenstädter Fußballvereine Sportfreunde und Sportvereinigung sein, wenn sie von der Gründung eines neuen Vereins auf dem Gebiet des Jugendfußballs hören. Von Rudi König

Dieser Tage trafen sich Wolfgang Hain, Heribert Schilling, Gerd Tauber und Jan Gardon (Sportfreunde) sowie Frank Burkard, Klaus Weber, Thomas Nürnberg und Jörg Brodbeck (Sportvereinigung), um im Verlaufe einer Gründungsversammlung den Juniorenförderverein (JFV) Seligenstadt ins Leben zu rufen. Während der Versammlung wählten sie auch einen Vorstand. Dem gehören die Vorsitzenden Wolfgang Hain (Tel.: 0178/3127169) und Frank Burkard (Tel.: 0160/95015924) sowie die Stellvertreter Heribert Schilling und Klaus Weber an. Die Kassengeschäfte führt Thomas Nürnberg.

Seit vielen Jahren arbeiten die beide Vereine im Großfeldbereich der Jugend (A- bis D-Jugend) in einer Jugendspielgemeinschaft (JSG) erfolgreich zusammen. Zu den Erfolgen zählen unter anderen die Saison 2008/09 mit der Kreismeisterschaft der A-Jugend, der Kreispokalsieg, die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Gruppenliga; die Kreismeisterschaft der B1-Jugend mit dem Aufstieg in die Gruppenliga (in dieser Klasse spielte noch nie eine Seligenstädter Mannschaft); Meisterschaft der B2-Jugend; zweiter Tabellenplatz der D-Jugend mit Teilnahmerecht an der Aufstiegsrunde.

In die Saison 2009/10 startete die JSG mit neun Mannschaften (eine A-Jugendmannschaft, zwei B-Jugend-, drei C-Jugend- und drei D-Jugendteams).

Schock für die Verantwortlichen

Diese geplante Zusammenarbeit - wie in den vergangenen Jahren vom Hessischen Fußballverband (HFV) genehmigt - musste nunmehr ein besonderes Verfahren durchlaufen. Ergebnis: Der JSG in der bisherigen Form kann nur noch ein letztes Mal zugestimmt werden, da nach den Regelungen des HFV die Vereine verpflichtet sind, eigenständige Jugendarbeit zu leisten. Der HFV machte jedoch die Auflage, ab der nächsten Saison 2010/11 zu einem JFV zu fusionieren, da eine JSG in ähnlicher Konstellation abgelehnt würde.  Auch kann grundsätzlich nur eine Mannschaft einer JSG pro Altersklasse am Spielbetrieb teilnehmen.

Dies war zunächst ein Schock für die Verantwortlichen der „rot-blauen“ Jugendleitungen, da alle Modalitäten für den Spiel- und Trainingsbetrieb einschließlich Trainer sowie der zu nutzenden Sportstätten abgesprochen und koordiniert waren.

Zwar kann im C- und D-Jugendbereich jeder der Vereine einen eigenständigen Spielbetrieb unterhalten, aber wenn jedem Club etwa 20 Spieler in einer Altersklasse zur Verfügung stehen, dann reicht dies zwar zur Bildung einer Mannschaft, für eine zweite ist dies aber nicht mehr möglich. Diese Spieler, die dann nicht am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen, gingen für den Fußballsport und somit für den Verein verloren. Dem haben die Verantwortlichen beider Vereine mit der JSG und der Bildung von je drei Mannschaften innerhalb der Altersklassen vorgebaut und somit den Jugendlichen weiter für den Fußballsport erhalten.

Frank Burkard: „Bei den Jugendleitungen beider Vereine bestand Klarheit darüber, dass eine kontinuierliche Zusammenarbeit über längere Zeit angestrebt wird.“

JFV bietet anderen Vereinen Zusammenarbeit an

Die neue Regelung in der Jugendordnung des HFV gibt hierfür die Möglichkeit, denn Mitglieder mehrerer Vereine können einen Juniorenförderverein gründen. Die Hauptvorstände von Sportfreunde und Sportvereinigung haben diesem Vorhaben zugestimmt. Damit soll erreicht werden, den Jugendlichen der angeschlossenen Vereine einen leistungsbezogenen Spielbetrieb zu ermöglichen.

Der JFV - anders als die JSG als loser spieltechnischer Zusammenschluss - setzt eine offizielle Vereinsgründung voraus, die unter anderem mit einer Gründungsversammlung, einer Satzung, der Mitgliedschaft beim Landessportbund sowie dem Fußballverband verbunden ist. Dies wieder geht aber einher mit besonderen Gebühren und Beiträgen, die der neugegründete Verein entrichten muss, obwohl deren Mitglieder bei ihren Stammvereinen weiterhin Mitglied bleiben müssen. Es wird durch die oberen Gremien also doppelt Beitrag kassiert. Hinzu kommen Gebühren für die Umschreibung der Spielerpässe.

Der neue JFV bietet auch anderen Vereinen eine Zusammenarbeit an. Talentierte Spieler können sich anschließen, auch durch Erwerb eines Zweitspielrechts, wenn im eigenen Verein vorübergehend keine Spielmöglichkeit besteht.

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