Schulstraße oder Backesfeld?

Neuer Kindergarten in Froschhausen geplant

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Froschhausener Kindergarten an der Schulstraße: Das Gebäude ist kaum sanierungsfähig, auch dürfte es nach einer geplanten zusätzlichen U3-Gruppe zu klein sein.

Froschhausen - Der Seligenstädter Stadtteil Froschhausen darf sich auf einen neuen Kindergarten freuen. Das steht fest. Als „Ente“ erweist sich allerdings das unter Eltern kursierende Gerücht, der Magistrat habe das Projekt bereits „durchgewunken“. Ein Fragezeichen steht außerdem hinter dem Standort. Von Michael Hofmann

Es sei unstrittig, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, dass Froschhausen einen neuen Kindergarten benötige und auch bekomme. Das bisherige Domizil an der Schulstraße sei nicht nur in die Jahre gekommen und kaum noch sanierbar, es sei vor allen Dingen auch zu klein. Darüber gebe es keinen Dissens. Auch wenn der Bedarfsplan für Kindertageseinrichtungen in der Einhardstadt nach intensiven Anstrengungen in den Vorjahren derzeit mit einer guten Betreuungssituation aufwartet, so spricht sich der Bürgermeister doch für eine mittelfristige Erweiterung in Froschhausen aus. Statt „4 plus 1“ (vier Kita-Gruppen und eine U3-Gruppe) soll in der neuen Einrichtung „4 plus 2“ gelten.

Doch an dieser Stelle enden die Gemeinsamkeiten. Zum einen, so der Rathauschef, sei der Magistrat mit der Thematik noch gar nicht befasst gewesen, sondern die Kita-Frage sei lediglich verwaltungsintern erörtert worden. Auch sei die Standortfrage nach wie vor offen. So sei ein Neubau am bisherigen Kita-Standort Schulstraße denkbar, alternativ komme eine von zwei großen Flächen im neuen Baugebiet Backesfeld in Frage. Eines der Areale sei für eine Halle vorgesehen, das zweite für einen Kindergarten reserviert.

Im Vorfeld hatte sich der CDU-Ortsverband Froschhausen für die Schulstraße ausgesprochen - dies mit Verweis auf die nahe Grundschule und entsprechende Synergien. Er habe sich die Situation von Ort angesehen, Gespräche mit Pfarrgemeinde und Kita geführt, teile diese Ansicht aber nicht, sagte Dr. Bastian. Zum einen sei eine direkte Austauschmöglichkeit mit der Schule nicht erkennbar, zum anderen halte er die Idee einer gemeinsamen Mensa für problematisch: „Entweder müssten wir eine Riesenmensa schaffen, oder Schul- und Kita-Kinder müssten in Etappen essen. Das hinkt.“ Bei einer Bauzeit von geschätzten zwei Jahren müsste für den Standort Schulstraße zudem eine ziemlich lange Zwischenlösung zum Tragen kommen. Das in diesem Zusammenhang genannte Maximilian-Kolbe-Haus sei als Übergangsdomizil für die Mädchen und Jungen allerdings kaum brauchbar: zu klein, außerdem als Veranstaltungsort von großer Bedeutung im Stadtteil.

Der Standort Backesfeld biete dagegen eine Reihe von Vorteilen. Zum einen lasse sich der Übergang von der alten in die neue Kita einfacher bewerkstelligen, zum anderen biete das Gelände mehr Platz für die Kinder, aber auch mehr Parkgelegenheiten für die abholenden oder bringenden Eltern. Er selbst, so sagt der Bürgermeister, habe sich noch nicht festgelegt. Er plädiere dafür, dass die Standortentscheidung nach rein sachlichen Kriterien erfolge. Die Verwaltung werde eine entsprechende Vorlag erarbeiten, dann seien Magistrat und Stadtverordnetenversammlung gefragt - möglicherweise noch vor den Sommerferien.

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Die CDU Froschhausen hat bereits mehrfach Anträge zum Kindergartenneubau stellt, das Thema zuletzt auch im Programm zur Kommunalwahl aufgeführt. Die Union hatte bei ihrer Schulstraßen-Theorie neben den Synergieeffekten mit der benachbarten Grundschule auch vorgeschlagen, das Gelände im Backesfeld „als Standort für ein neues Seniorenheim nach modernen Vorgaben“ vorzusehen – als Ersatz für das bestehende in der Friedensstraße. Dazu freilich wäre eine Umwidmung des Flächennutzungsplan erforderlich.

Der Magistrat hatte der Stadtverordnetenversammlung Ende November den Bedarfsplan für Kindertageseinrichtungen für das Kindergartenjahr 2015/2016 mit Ausblick auf die Jahre 2016/2017 und 2017/2018 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Stadt ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommt, den erforderlichen Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder zu ermitteln. Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams sprach damals von einem „guten Überblick über die Betreuungssituation in unserer Stadt, der große Anerkennung bei der Vorstellung in den politischen Gremien“ gefunden habe. In der Stadt wurden demnach in Kindertageseinrichtungen 126 Plätze für Kinder unter drei Jahren, 655 Plätze für Kinder im Alter von drei Jahren bis zu ihrem Schuleintritt sowie 420 Betreuungsplätze an den vier Seligenstädter Grundschulen angeboten.

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