Betreiber investiert zwölf Millionen Euro

Platz für 98 Patienten: Neues Bettenhaus der Asklepios-Klinik in Seligenstadt ist fertig

20 Monate Bauzeit: Das Bettenhauses der Asklepios-Klinik (im Bild links) mit Kapazitäten für 98 Patienten ist fertiggestellt.
+
20 Monate Bauzeit: Das Bettenhaus der Asklepios-Klinik (im Bild links) mit Kapazitäten für 98 Patienten ist fertiggestellt.

Nach 20 Monaten Bauzeit und sechs Jahre nach Planungsbeginn hat Krankenhausbetreiber Asklepios das neue Bettenhaus am Standort Seligenstadt seiner Bestimmung übergeben.

Seligenstadt – Bis die ersten der 98 Betten mit Patienten belegt werden, gehen noch einige Wochen ins Land: Den Umzug der chirurgischen Stationen und der Inneren Medizin hat das Team um Geschäftsführer Uwe Jansen und den ärztlichen Direktor Dr. Heimo Weih für August ins Auge gefasst.

Einen Epochen-Einschnitt vor Augen, nach Worten von Landtagsvizepräsident Frank Lortz gar an einem „historischen Tag“, vermochte eine derart überschaubare Wartezeit die festliche Stimmung bei der von Liedermacher Sven Garrecht aufgelockerten Zeremonie nicht zu trüben. Selbst vier Monate Verzögerung gegenüber dem ursprünglichen straffen Zeitplan erwähnte Carsten Pape, als Aufsichtsratschef der Asklepios-Kliniken Langen-Seligenstadt frisch im Amt, gelassen in einem Nebensatz. Die Pandemie habe so manches aus dem Gleis geworfen, die Mitarbeiter vor nie gekannte Herausforderungen gestellt, betonte Pape.

Freien Zugang zum Neubau schufen (v.l.) Standortchef Uwe Jansen, MdL René Rock, Landrat Oliver Quilling, Landtagsvize Frank Lortz, Bürgermeister Daniell Bastian und Carsten Pape, Aufsichtsratsvorsitzender der Asklepios-Kliniken.

Hochachtung vor den Leistungen der Ärzte wie des Pflegepersonals im Kampf gegen Corona bekundeten auch Lortz und Landrat Oliver Quilling. Ähnlich stark habe der private Partner, 2002 in der Krise der beiden Kreiskrankenhäuser ins Boot geholt, in den nun bald 20 Jahren seither agiert, unterstrich der Landtagsabgeordnete. Die Krankenhausversorgung im Ostkreis sei mit Asklepios nicht nur erhalten, sondern deutlich verbessert worden. Quilling erinnerte an die seinerzeitige politische Debatte, welche die Übergabe eines zentralen Bestandteils der öffentlichen Daseinsvorsorge an einen Privaten „fast schon unanständig“ habe erscheinen lassen.

Das „Herzstück“ des auch sonst beachtlichen Gesundheitsstandorts ist die Asklepios-Klinik für Bürgermeister Daniell Bastian. Die gegenseitige Wertschätzung zwischen Politik und Unternehmen, von Aufsichtsratschef Pape später als außergewöhnlich gewürdigt, wird laut Bastian demnächst sichtbar Ausdruck finden - auf einem Straßenschild, das einen Teil der heutigen Rodgaustraße mit der Zufahrt zur Rettungswache auf Beschluss des Magistrats als „Asklepiosstraße“ ausweisen wird.

Dem Umfallchirurgen bei der Arbeit zuschauen: Dr. Erik Krammes zeigt beim Tag der offene Tür das Handwerk mit Titan-Implantaten.

Den Neubau, hinter der Notaufnahme an den bestehenden Komplex angeschlossen und parallel zum Parkplatz geführt, nimmt auch Bastian als Zäsur in einer kontinuierlichen Reihe von Investitionen am Standort wahr. Nach dem Anbau der Geriatrie und deren Erweiterung, der neuen Intensivstation, zentralem Operationssaal, eigener Zentralsterilisation und Endoskopie halte jetzt auch die Unterbringung der Patienten mit dem Qualitätsgewinn in Medizin und Pflege mit, betonte Standortgeschäftsführer Jansen.

So werde es in keinem Patientenzimmer mehr als zwei Betten, dafür überall eigene Bäder mit Dusche geben. Neben Aufenthaltsräumen und einer Teeküche für Besucher steht ein „Raum der Stille“ zur Verfügung, wo Angehörige verstorbener Patienten Abschied nehmen können. Die technische Ausstattung steht laut Jansen auf Höhe der Zeit: Patientenmonitor an jedem Bett, mit 15 digital vernetzten Visitewagen lasse sich die elektronische Patientenakte in Echtzeit füttern.

Die Investition von zwölf Millionen Euro habe Asklepios aus Eigenmitteln gestemmt - ohne öffentliche Zuschüsse, erklärte Jansen auf Nachfrage.

Im Neubau untergebracht werden nach seinen Worten die beiden chirurgischen Stationen, Allgemein- und Viszeral- sowie Orthopädie und Unfallchirurgie, im ersten Stock auf einer Ebene mit den im Hauptbau verbleibenden OP-Sälen. Ins zweite Obergeschoss ziehen die beiden internistischen Stationen.

Im zentralen Komplex verbleiben Notaufnahme, Geriatrie, Intensivstation, einige kleinere und die technischen Einheiten. Die geräumten Bereiche sollen schrittweise modernisiert werden und „Spielraum für die weitere Entwicklung“ bieten. Asklepios habe in Seligenstadt noch einiges vor.  (zrk)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare