Wohin führt der Pastorale Weg ?

Neustrukturierung im Dekanat Seligenstadt: Bald nur noch eine oder zwei Pfarreien

Gut besuchter Basilika-Gottesdienst am Palmsonntag 2019.
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Gut besuchter Basilika-Gottesdienst am Palmsonntag 2019: Die Realität sieht oft anders aus.

Wohin führt der Pastorale Weg im Dekanat Seligenstadt? Volle Kirchen, tägliche Gottesdienste und gut gefüllte Klingelbeutel – daran erinnern sich oft nur noch ältere Pfarreimitglieder. Da die Realität heute anders aussieht, hat sich das Bistum Mainz 2018 zu dem Pastoralen Weg entschlossen. „Eine Kirche, die teilt“, nennt es Bischof Peter Kohlgraf.

Ostkreis – Es geht darum, Leben, Glauben, Ressourcen und Verantwortung zu teilen, um Kirche zukunftsfähig zu machen. Bis 2030 sollen auf Bistumsebene die 134 Pfarrgruppen und Pfarreienverbünde zu 50 Pfarreien zusammengeführt werden. In den Dekanaten finden seitdem viele Beratungen statt. Mitarbeiterinnen des Projektteams im Dekanat Seligenstadt um Dekan Dieter Bockholt haben ihre Gedanken zum aktuellen Stand zusammengefasst.

Für das Dekanat Seligenstadt bedeutet die Neustrukturierung, dass zukünftig eine oder zwei Pfarreien aus den aktuell zehn Pfarreien werden. Im Norden des Dekanates sind das St. Nikolaus und St. Joh. Baptist in Steinheim, St. Petrus und Paulus in Klein-Auheim, St. Wendelinus in Hainstadt und St. Nikolaus in Klein-Krotzenburg; im Süden St. Margareta in Froschhausen, Mariä Verkündigung und St. Marcellinus und Petrus in Seligenstadt, St. Kilian in Mainflingen und St. Wendelinus in Zellhausen. Im Modell mit zukünftig zwei Pfarreien würde das Dekanat in Nord und Süd geteilt, im anderen Modell wird das Dekanat zu einer einzigen Pfarrei.

Dekan Dieter Bockholt: Zukunftsfähige Kirche.

In diesem Zusammenhang wird auch der Stellenplan der Hauptamtlichen bis spätestens 2030 reduziert: von aktuell 14,75 Stellen auf 8,6 Stellen. Das erfordert eine stärkere Einbindung der Ehrenamtlichen und eine gute Vernetzung unter den Gemeinden. „Auch wenn die Verwaltungseinheit Pfarrei deutlich größer wird, bleibt jede Gemeinde ein Ort lebendigen Glaubens. Es wird dort weiterhin Gottesdienste, Ansprechpartner für die Seelsorge und regelmäßige Bürostunden des Pfarrbüros geben“, so das Projektteam.

Geleitet wird die zukünftige Pfarrei vom leitenden Pfarrer, unterstützt von hauptamtlichen Verwaltungskräften, dem Pfarreirat und dem Verwaltungsrat. In den Gemeinden wird es einen Ortsbeirat geben. An der Vorbereitung dieses ganzen Prozesses arbeiten seit Anfang 2019 Vertreter aus allen Pfarreien des Dekanates in verschiedenen Themengruppen.

In der Themengruppe 1 „Sozial- und Pastoralraum“ wird überlegt, wo in Zukunft die Schwerpunkte für seelsorgliche Arbeit und pastorales Handeln gesetzt werden können und sollen. Die Themengruppe 2 beschäftigt sich mit der Frage „Was brauchen die Menschen?“ und hat einen Fragebogen erstellt und ausgewertet. Die Ergebnisse fließen in die Überlegungen aller anderen Themengruppen ein. Die Themengruppe 3 stellt die pastoralen Schwerpunkte der jetzigen Pfarreien zusammen und sammelt die Argumente aus den verschiedenen Gruppen und Gremien für zukünftig eine oder zwei Pfarreien auf Dekanatsgebiet. Aufgabe der Themengruppe 4 „Verwaltung“ ist es, ein Konzept für das „Pfarrbüro der Zukunft“ zu entwickeln und zu überlegen, welche Verwaltungsaufgaben zentral oder besser dezentral vor Ort erledigt werden sollten. In der Themengruppe 5 kommt die Jugend zu Wort und beschäftigt sich mit Fragen wie „Was bedeutet mir Kirche?“, „Wie sieht meine Vision von Kirche aus?“, „Wen und was brauchen wir?“. Themengruppen zu „Finanzen/Vermögen“, „Spiritualität“, „Kommunikation“ entstehen in nächster Zeit.

Im Dekanatsprojektteam werden die Ergebnisse der Themengruppen gesammelt und für die Dekanatsversammlung als Entscheidungsgrundlage aufbereitet, die sich aus den Hauptamtlichen und ehrenamtlichen Vertretern der Pfarreien zusammensetzt. Sie berät am 10. Juni und entscheidet am 7. Juli, ob das Pastorale Konzept für eine oder zwei Pfarreien entwickelt wird. Am 4. November verabschiedet sie das Konzept, das bis 26. November der Bistumsleitung vorgelegt werden soll.

Wer an weiteren Informationen interessiert ist oder sich am Prozess beteiligen möchte, kann sich an den Pfarrgemeinderat vor Ort wenden oder die Homepage des Bistums besuchen.

Außerdem können sich Interessenten zum Themenabend zum Pastoralen Weg am 20. Mai, 20 Uhr, per Mail an dekanat.seligenstadt@bistum-mainz.de anmelden.  (mho)

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