SPD verteidigt Juso-Attacke gegen Merkel

„Nicht jeder Lärm ist Radau“

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Seligenstadt - Unter dem Motto „Nicht jeder Lärm ist Radau“ verteidigt die Seligenstädter SPD die Juso-Demonstration bei der CDU-Wahlkundgebung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Seligenstädter Marktplatz.

„Mit Trillerpfeifen den Protest gegen die Politik der Bundeskanzlerin auszudrücken, entspricht demokratischer Tradition im Rahmen eines Wahlkampfes“, meint SPD-Ortsvereinschef Georg Horcher. Dass sich dabei einige Besucher der Veranstaltung gestört fühlten, sei ebenso normal und in Kauf zu nehmen. „So, wie wir alle auch geschmacklose Wahlplakate und die Verunzierung des Straßenbildes mit einer schon unanständig zu nennenden Flut von Plakaten von CDU und FDP ertragen müssen.“

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Nicht demokratischer Gepflogenheit entspreche zudem „das Verhalten einiger Kundgebungsbesucher, die mit tätlichen Übergriffen ausfällig wurden“, so Horcher. Das gelte auch für das mutwillige Entfernen von SPD-Plakaten, „an deren Stelle über Nacht die Plakate des Wahlvereins der Kanzlerin hingen. “ Im Übrigen, so Horcher weiter, habe sich die CDU mit einer überdimensionierten Beschallungsanlage gut vorbereitet, „sodass die lautstarken Proteste der Jungsozialisten zwar wie beabsichtigt störten, aber die Bundeskanzlerin dennoch deutlich vernehmbar war. Protest bedeutet nun einmal, sich bemerkbar zu machen. Was ist das für eine seltsame Erwartung, dass Protest so zum Ausdruck gebracht werden soll, dass ihn die Adressaten gar nicht wahrnehmen können?“.

Kanzlerin Merkel macht Wahlkampf in Seligenstadt

Auf heftigen Widerstand stößt die Juso-Aktion dagegen bei der Jungen Union (JU). „Der Versuch, den politischen Kontrahenten auf solch primitive Weise im Wahlkampf zu behindern, ist in höchstem Maße undemokratisch und konterkariert jegliches Verständnis vom Recht auf freie Meinungsäußerung“, so JU-Kreisvorsitzender Thomas Lortz. Natürlich könne jeder seine Standpunkte in der Öffentlichkeit kundtun, „dies bedeutet aber nicht, dass andere Meinungen einfach niedergeschrien werden dürfen. Hier gilt aber wohl das Prinzip: „Wo Argumente nicht überzeugen, muss Lautstärke her.“ mho

Angela Merkel in Seligenstadt

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