Nach Schließung der Notdienstzentrale

„Gibt Optimierungsbedarf“

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Nach der Schließung der Notdienstzentrale in Dudenhofen vergrößert sich das Einzugsgebiet für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in den Räumen der Asklepios-Klinik.

Seligenstadt - Nach der Schließung der Ärztlichen Notdienstzentrale in Dudenhofen ist der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KVH) auf die Räume der Asklepios-Klinik Seligenstadt konzentriert. Von Thomas Hanel

Das „Einzugsgebiet“ hat sich damit um 50.000 Menschen rund um Rodgau vergrößert. Schon nach wenigen Tagen wird Kritik laut. Der Patienten-Wartebereich der Räume in der Asklepios-Klinik sei zu klein, die Dienstpläne der Bereitschaftsdienste unvollständig, die WC-Anlagen (aus hygienischen Gründen für Ärzte und Patienten sollten diese getrennt sein) seien nicht ausreichend, Ruheräume für die Ärzte Mangelware. „Es gibt sicherlich noch Optimierungsbedarf“, sagt dann auch die Pressesprecherin der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Petra Bendrich. Allerdings betont sie auch die Vorteile des hessenweiten Konzepts der Zusammenlegung von ärztlichen Bereitschaftdiensten wie im Landkreis Offenbach: „Wir wollen so mehr Hausbesuche durch die niedergelassenen Bereitschaftsärzte ermöglichen.“

Die Geschäftsführerin der Asklepios-Klinik, Dr. Dagmar Federwisch, sieht ebenfalls noch Ausbaumöglichkeiten für den Bereitschaftsdienst, macht aber klar: „Wir sind als Klinik nur der Vermieter der Räume für den Bereitschaftsdienst an die Kassenärztliche Vereinigung.“ Die Maßnahme und das Raumangebot im Erdgeschoss der Klinik an der Dudenhöfer Straße sei mit Vertretern der KVH vor Ort abgesprochen, diskutiert und für angemessen erachtet worden. Bei diesen Terminen seien auch Bereitschaftsärzte anwesend gewesen. Vier Räume gebe es jetzt für den Dienst der KVH. „Wir sehen den Beginn der Leistung jetzt als Testphase. Nach drei Monaten werden wir wieder zusammensitzen und uns die Zahlen anschauen“, so Dr. Federwisch.

Die Notwendigkeit für den ärztlichen Bereitschaftsdienst zeigen die Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung deutlich. Allein zwischen dem 22. und 28. Dezember 2014 gingen 9 869 Anrufe bei der für Südhessen zuständigen Zentrale der KVH in Frankfurt ein. In 1965 Fällen wurde ein Hausbesuch durch einen Bereitschaftsarzt vermittelt, in 640 Fällen konnte eine telefonische Beratung durch einen Arzt helfen. Dies gilt für ganz Südhessen. Insgesamt gibt es hessenweit 41 Bereitschaftszentralen. Niedergelassene Ärzte sind übrigens dazu verpflichtet, sich an den Bereitschaftsdiensten zu beteiligen.

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In Seligenstadt ist die Zentrale in der Asklepios-Klinik montags und dienstags von 19 bis 24 Uhr und mittwochs von 14 bis 24 Uhr besetzt. Donnerstags wiederum von 19 bis 24 Uhr, freitags von 14 bis morgens 7 Uhr. Samstag und Sonntag stehen Ärzte jeweils 24 Stunden von 7 bis 7 Uhr zur Verfügung. Nicht zu verwechseln ist der ärztliche Bereitschaftsdienst jedoch mit der Notfall-Ambulanz der Asklepios-Klinik: Dort werden akute Fälle eingeliefert. Bei gravierenden Beschwerden (Herzbeschwerden, schweren Verbrennungen oder anderen lebensbedrohlichen Vorfällen) sollen Patienten auf jeden Fall die 112 anrufen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung ist dagegen für minder schwere Fälle wie grippale Infekte, kleinere Wunden oder die „Pille danach“ zuständig. Zu erreichen sind die Zentralen des Bereitschaftsdienstes unter der einheitlichen Telefonnummer 116 117.

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