Wenn‘s heiß wird im Triebwagen

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Drangvolle Enge im Triebwagen: Zahlreiche in Hainstadt zusteigende Schüler sorgen für unhaltbare Zustände. Die Grünen fordern einen zusätzlichen Wagen.

Ostkreis (mho) - Dringenden Handlungsbedarf sieht die Kreistagsfraktion der Grünen mit Blick auf die Situation am frühen Morgen am Hainstädter Bahnhof und im Anschluss daran im VIAS-Triebwagen. Bahnreisende formulieren das gelegentlich weit weniger elegant.

Angesichts der drängenden Enge, für die zahlreiche zusteigende Schüler sorgen, vergleichen sie die Situation schon mal mit einem „Viehtransport“. Doch das soll sich nach dem Willen der Grünen ändern. Und nicht nur das: In einem Antrag an das Kreistagsplenum sollen auch weitreichendere Bahn-Themen behandelt werden - Tarifungerechtigkeiten, Fahrradmitnahme, Elektromobilität, neuere Antriebstechniken bei Bestellungen.

Zur Uhrzeit, wenn viele Schüler auf dem Wege nach Hanau oder Seligenstadt zu den weiterführenden Schulen unterwegs sind, so Hans-Peter Bicherl, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Kreistagsfraktion (Hainburg) mit erkennbarer Ironie, bedürfe es keiner warmen Kleidung: Trotz Klimaanlage im Zug stehe der Bahnkunde dicht an den Mitfahrern, „und selbst in der kurzen Zeit im Triebwagen wird es angenehm warm.“ Fotos dokumentieren dagegen die Realität: Chaos pur, unhaltbare Zustände. Die Grünen fordern nun, dass auf der Odenwaldbahn „die Kapazität der Sitzplätze in hoch frequentierten Zügen gesteigert werden soll. Als erste Maßnahme soll bei dem Zug um 7.01 Uhr ab Babenhausen und Ankunft um 7.22 Uhr in Hanau ein zusätzlicher Wagen angehängt werden.“

Grüne fordern außerdem neue Tarife

Der Kreistag soll sich nach dem Willen der Öko-Partei außerdem bei Kreis-Verkehrs-Gesellschaft (KVG) und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) für die Umsetzung einer Reihe weiterer Forderungen einsetzen - Forderungen, deren Verwirklichung Claudia Jäger (CDU), Aufsichtsratsvorsitzende der Kreis-Verkehrs-Gesellschaft, ebenfalls unterstützen soll.

Demnach soll die derzeit bestehende unterschiedliche Tarifgestaltung von Fahrten aus Hainburg, Seligenstadt und Mainhausen in Richtung Offenbach beziehungsweise Frankfurt über Obertshausen (geringere Preisstufe) und über Hanau (höhere Preisstufe) durch entfernungsabhängige Tarife ersetzt werden. „Mit der Stadt Offenbach erfolgt bereits eine enge Zusammenarbeit mit dem Ziel, Tarifungerechtigkeiten zu beseitigen“, sagt Hans-Peter Bicherl. Darüber hinaus soll der Kreisausschuss beauftragt werden, einen schriftlichen Bericht darüber vorzulegen, wie bei der angekündigten neuen Tarifgestaltung die Ungerechtigkeiten innerhalb des Kreisgebietes beseitigt werden sollen.

Fahrpreiserhöhungen sollen zudem maximal auf die Teuerungsrate beschränkt werden. Gleichwohl sollen günstige Tarifangebote für Familien, Jugendliche, junge Erwachsene und Gruppen im Vergleich zum Pkw entwickelt und/oder ausgebaut werden.

Das Angebot auf der Odenwaldbahn soll außerdem für die Mitnahme von Fahrrädern erweitert werden. Auch müsste das Nachtbusangebot im Ostkreis Offenbach nach Ansicht der Grünen ausgeweitet werden.

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