Ostereiermarkt in Seligenstadt

Tiermotive ersetzen Tradition

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Der Europäische Ostereiermarkt in der Seligenstädter Klosteranlage lockte am Wochenende hunderte von Besuchen aus der gesamten Republik an.

Seligenstadt - Der Kunst am Ei sind keine Grenzen gesetzt. Den Beweis dafür lieferten mehr als 50 Kreative aus Europa beim Ostereiermarkt in den Räumen des Landschaftsmuseums.

Geschätzte 5000 Schalen von Fink bis Strauß in allen Variationen hatten sie dabei. Sie sind nicht „nur“ eingefärbt, sondern in stundenlanger Arbeit zu wertvollen Sammlerstücken aufgepeppt. Veranstalterin Christine Finn spricht von einem stabilen Markt. Etwa 4500 Sammler habe sie zu den Ostereiermärkten angeschrieben. „Erfahrungsgemäß kann ich dann etwa 2800 begrüßen.“

Die Märkte sind vor rund 35 Jahren ins Leben gerufen worden, um die kunstvoll verzierten Schalen als Kulturgut am Leben zu erhalten. „Leider muss ich feststellen, dass es immer weniger verstehen, die traditionellen Verzierungen umzusetzen.“ Zu den wenigen zählen Roswitha und Arno Tröster aus dem Marburger Land, die ihre Exponate mit Sprüchen und Gedichten in Mehrfachbatik verzieren. „Für diese Technik haben wir in unserer Heimatregion keine Erben“, bedauern die Trösters. Insofern dürfte ihre Präsentation im Seligenstädter Kloster die letzte gewesen sein.

Ostereiermarkt im Kloster

Ostereiermarkt im Kloster

Diese Nische wird mehr und mehr von ausländischen Ei-Künstlern besetzt. Sie gestalten alle Arten von Gelege, ob vom Strauß oder Zebrafink, Emu sowie Nandu. Die Rumänin Paraschiva Secmann greift zur Pysanky-Technik. Die Ornamente werden mit Wachs verziert und gebatikt. Finn: „Im Moment erleben wir einen Wandlungsprozess weg von der Ei-Kunst zur Kunst am Ei“. Ein Beispiel liefert Daniela Pulwey. Sie hat für den Markt Rebhuhn- und Straußeneier mit gelungenen Tiermotiven bemalt. Kunst am Ei zeigt auch Marianne Strasser aus Rodenbach. Ihre Ei-Schalen haben Ornamente und Muster im Stil des ungarischen Grafikkünstlers Victor Vasarely. Ausgefallen auch die Accessoires von Gertrud Spiegelhalter. Sie ist mit sogenannten „Spingerle“ vertreten, die man sich vor allem im Süddeutschen Raum zu den Festtagen schenkt. (paw)

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