Ausweichgleis zwischen Hainburg und Seligenstadt

Ostkreis-Gemeinden fordern zeitnahen Ausbau der Odenwaldbahn

Zweigleisigkeit, höhere Geschwindigkeiten, kürzere Schrankenschließzeiten (von links): Alexander Böhn, Michael Gerheim und Frank Simon.
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Zweigleisigkeit, höhere Geschwindigkeiten, kürzere Schrankenschließzeiten (von links): Alexander Böhn, Michael Gerheim und Frank Simon.

Um 50 Prozent sind die Fahrgastzahlen der Odenwaldbahn seit 2006 gestiegen. Mithin sei die Kapazitätsgrenze, insbesondere zu Stoßzeiten, überschritten, so Seligenstadts Verkehrsdezernent Michael Gerheim, Mainhausens Bürgermeister Frank Simon und Hainburgs Bürgermeister Alexander Böhn dieser Tage bei einem Austausch.

Ostkreis – „Gemeinsam machen wir uns daher für eine Odenwaldbahn 2.0 stark und hoffen auf zahlreiche Unterstützer in den Reihen des Aufsichtsrats der Kreisverkehrsgesellschaft, um ein möglichst einstimmiges Signal an die übergeordneten Stellen auszusenden“, so ihr Fazit.

Beim Thema Verkehrsanbindung des Ostkreises Offenbach an den ÖPNV rückt der Ausbau der Odenwaldbahn in den Mittelpunkt. Doch gleichzeitig auch Verdruss: „Bereits vorliegende und zielführende Planungen zur Kapazitätssteigerung auf der Strecke zwischen Hanau und Babenhausen werden immer wieder verworfen oder verschwinden in der Schublade“, so Seligenstadts Erster Stadtrat Gerheim. Bereits jetzt existiere eine vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) veranlasste Machbarkeitsstudie „Odenwaldbahn Vision 2030“, die einen zweigleisigen Ausbau zwischen den Bahnhöfen Seligenstadt und Hainburg/Hainstadt beleuchte.

Diese macht nach Gerheims Ansicht deutlich: Das Ziel, einen mindestens ganztägigen Halbstundentakt zwischen Babenhausen und Hanau sowie eine stündliche Verbindung nach Frankfurt bei Umsetzung der geplanten Bahngleisverlängerungen zu erreichen, ist in Kombination mit neuen Antriebstechnologien möglich.

„Uns ist wichtig, dass für die Menschen im Ostkreis eine echte Alternative zum Auto geschaffen wird und diese schnellstmöglich umsetzbar ist. Gänzlich neue Trassenführungen seien durchaus diskussionswürdig, „klar ist aber auch, dass die Planungszeiträume keine mittelfristige Entlastung vermuten lassen, während ein Ausweichgleis zwischen Hainburg und Seligenstadt einen gänzlich anderen Planungszeitraum hätte“, so Mainhausen Bürgermeister Frank Simon.

„Mit einem gemeinsamen Antrag für die nächste Aufsichtsratssitzung der Kreisverkehrsgesellschaft werden wir deutlich signalisieren, dass eine zeitnahe Verbesserung herbeigeführt werden muss und auch kann“, ergänzt Hainburgs Bürgermeister Alexander Böhn, der dem gemeinsamen Vorgehen direkt nach dem Treffen ebenfalls beigetreten ist.

Konkret soll zusätzlich zur Zweigleisigkeit geprüft werden, ob die Strecke für höhere Geschwindigkeiten und dadurch verkürzte Fahrtzeiten ertüchtigt werden kann. Ebenso können in diesem Zusammenhang die Signale angepasst werden, was kürzere Schrankenschließzeiten mit sich bringe. Ein Umbau des Bahnhofs Seligenstadt, analog zum Bahnhof in Hainstadt, wäre bei der Umsetzung ebenfalls anzudenken, um die Belastungen am Seligenstädter „Bermudadreieck“ zu entspannen.

Allein die Zweigleisigkeit und kürzere Fahrzeiten würden die Gesamttaktung wesentlich verbessern. Dadurch könnte künftig auch der Bahnhof in Zellhausen profi-tieren und regelmäßiger angefahren werden. Auch die Prüfung der Verlängerung der künftigen nordmainischen S-Bahn über Hanau hinaus auf den ausgebauten Gleisen der Odenwaldbahn bis nach Babenhausen sei eine durchaus denkbare Alternative.  (mho)

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