Unterstützung beim Boostern

Ostkreis: So organisieren Seniorenheime die Auffrischungsimpfung für Bewohner

Die meisten Senioren sind seit längerem zum dritten Mal geimpft: Im Ostkreis haben die Pflegeheime oftmals die Organisation dafür übernommen.
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Die meisten Senioren sind seit längerem zum dritten Mal geimpft: Im Ostkreis haben die Pflegeheime oftmals die Organisation dafür übernommen.

Die Bewohner von Seniorenheimen zählen in der Corona-Pandemie zur sogenannten Risikogruppe. In ihrem Alter haben die meisten ein schwaches Immunsystem und damit dem Virus kaum etwas entgegenzusetzen. Auch die Senioren im Ostkreis erhielten deshalb als eine der ersten die Schutzimpfungen.

Ostkreis – Im Agaplesion-Simeonstift in Hainburg starteten die Impfungen sogar schon im Dezember 2020 in Zusammenarbeit mit einem mobilen Impfteam, das aus Ärzten sowie Mitarbeitern bestand, die die Senioren und Kollegen impften.

Ähnlich lief es im Januar und Februar des vergangenen Jahres auch im Aurelius-Hof in Mainhausen ab. 85 der rund 120 Bewohner seien über das mobile Impfteam erst- und zweitgeimpft worden, teilt Geschäftsführerin Anja Kaiser mit. Bei den anderen Bewohnern sei das über die jeweiligen Hausärzte geschehen. „Dies haben wir zentral organisiert, die Betreuer haben ihr Einverständnis erklärt, und dann wurde direkt mit den Impfteams abgestimmt“, so Anja Kaiser weiter.

Gleiches teilt auch Kursana-Pressesprecher Michael Poguntke für das Pflegeheim in Seligenstadt mit: Erst- und Zweitimpfung erhielten die Bewohner durch ein mobiles Impfteam direkt in der Einrichtung.

Seit dem Spätsommer 2021 empfehlen Experten eine dritte Impfung für alle, die sogenannte Booster-Impfung. Weil die großen Impfzentren in Hessen Ende September allerdings vielerorts dichtmachten, sollten Hausärzte diese übernehmen. Das Problem: Dieses Mal gab es keine festgelegte Impfreihenfolge – zudem wurde der Impfstoff Biontech knapp.

Die Befürchtung vielerorts deshalb: Vor allem ältere, nicht mehr so mobile Menschen, unter anderem in Seniorenheimen, hätten so Probleme, die dritte Impfung zu erhalten.

Recherchen im Ostkreis haben nun allerdings ergeben, dass die älteren Mitbürger in den Seniorenheim nicht allein gelassen werden. „Unsere Bewohner werden seit Anfang September von den Haus- und beiden Heimärzten geboostert“, sagte Aurelius-Hof-Geschäftsführerin Anja Kaiser. Organisiert wurde das über die Kollegen der Verwaltung und des Pflegedienst. Denn „keiner unserer Bewohner kann dies eigenverantwortlich übernehmen“.

Zur gleichen Zeit begann man auch im Simeonstift mit den Auffrischungsimpfungen vor Ort. Für die Koordinierung sei eine Mitarbeiterin abgestellt worden. Das habe die Kommunikation mit Bewohnern und Angehörigen, aber auch die Zusammenarbeit mit den Praxen von Dr. Ay aus Seligenstadt und Tchirkov in Hainburg erleichtert, heißt es von Seiten des Betreibers HDV gemeinnützige GmbH.

Gute Bilanz auch im Kursana: „Mit einer Impfquote von fast 100 Prozent doppelt Geimpfter können wir erfreulicherweise sagen, dass nahezu jede Bewohnerin und jeder Bewohner geimpft ist“, sagt Sprecher Michael Poguntke. „Die Impfquote für die Boosterimpfung liegt aktuell bei 85 Prozent.“ Bewohner ohne Drittimpfung hätten noch nicht den erforderlichen Abstand zum zweiten Piks erreicht.

Organisiert wurde die Booster-Möglichkeit vom Pflegeteam – ein Arzt impfte schließlich vor Ort. Wer noch nicht geimpft wurde, kann das weiterhin im Rahmen der regelmäßigen Hausarzt-Visite nachholen.

Zur Booster-Situation im Cura-Pflegehaus in Seligenstadt wollte sich bislang niemand der Verantwortlichen äußern. Man sei nicht sicher, ob man die Fragen beantworten möchte, hieß es von dort. (Von Julia Oppenländer)

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