Gelebte Willkommenskultur

Internationales Cafés: Entspanntes Miteinander

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Internationales Café, internationale Speisen: Einheimische und Flüchtlinge zeigten, wie gut sich kulinarische Besonderheiten verbinden lassen.   Foto: Hampe

Seligenstadt - Es war eine erfolgreiche Premiere: Bei strahlendem Sonnenschein besuchten fast 200 Gäste das erste internationale Café des Arbeitskreises (AK) „Willkommen in Seligenstadt“ in den Räumen und auf dem Außengelände der evangelischen Kirchengemeinde an der Jahnstraße.

Wie schön und entspannt interkulturelle Begegnung sein kann, wie schnell auch manche Sprachbarriere überwunden werden kann - das wurde an diesem Tag deutlich. Viele Kulturen unter einem Dach: Die Premiere des ersten internationalen Cafés unter der Schirmherschaft von Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams war von Anfang an geprägt von einer fröhlich-entspannten Atmosphäre. Natürlich gab es immer wieder mal fragende Gesichter, wenn etwas nicht verstanden wurde. Verständigung ist jedoch auch in solchen Situationen möglich: mit gegenseitigem Verständnis, mit Geduld und hilfreichen Gesten. Zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist Sprache unabdingbar - ein „Kernelement“ - das war eine Erkenntnis dieses Tages. Konkrete Gesprächsanlässe in freundlicher Umgebung stellen für die Flüchtlinge auch eine Motivation dar, sich weiter um das Erlernen der noch ungewohnten Sprache zu bemühen.

Seligenstädter Bürger, Helfer und Asylsuchende saßen zwanglos an Tischen zusammen, viele „Verabredungen“ wurden getroffen. Nähkurse, Musikgruppen, Sportgruppen sind im Entstehen; auch die Aktivitäten rund um das Fahrradfahren-Lernen haben sich intensiviert. Einheimische und Flüchtlinge zeigten an diesem Tag, wie gut sich kulinarische Besonderheiten verbinden lassen. Das Kuchen- und Obstbuffet sowie die internationalen Speisen, die aus den Flüchtlingswohnheimen kamen, ergänzten sich zu einem vielfältigen Angebot, das die Besucher gerne nutzten. Vertreten waren Köstlichkeiten aus Afghanistan, Syrien, Albanien, Pakistan und Eritrea, Froschhausen, Klein-Welzheim und Seligenstadt.

Bei den Kindern sorgte das Team um Claus Ost mit dem Spielmobil für strahlende Gesichter: Sie konnten nach Herzenslust toben, spielen und malen. Pfarrer Martin Franke freute sich als „Hausherr“, dass der AK Willkommen in Seligenstadt das Gemeindezentrum als Veranstaltungsort ausgewählt hatte, zeigt es doch auch die Verbundenheit in der gemeinsamen Arbeit für die Flüchtlinge und eine gelebte Willkommenskultur. Dass Flüchtlinge und Seligenstädter das Angebot in so großer Zahl wahrgenommen haben, bestärkt den Arbeitskreis in seinem Vorhaben, weitere Begegnungen dieser Art zu organisieren.

Übervolle Asyl-Unterkünfte der Länder

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich Bürger, Asylsuchende und Anerkannte gemeinsam in so friedlicher und entspannter Form zusammenfinden“, sagte Burkard Müller vom AK in seiner kurzen Begrüßungsrede. Das Bekenntnis zur Willkommenskultur schaffe diese Voraussetzungen. „Dafür lohnt es sich, alle Kräfte zu mobilisieren, damit Angriffe auf Flüchtlingsheime wie im nur 20 Kilometer entfernten Spessartort Waldaschaff (Kreis Aschaffenburg) keinen Nährboden erhalten.“ Alle - auch die politischen Parteien in Seligenstadt - seien gefordert, sich aktiv und öffentlich für die Willkommenskultur stark zu machen. Ein gutes Beispiel dafür sei das aufmunternde und anerkennende Grußwort von Bürgermeisterin Dagmar Nonn-Adams als Schirmherrin des internationalen Cafés. (mho)

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