Fisch im Wappen

Ein Wels für Welzheim?

+

Mitten im Sommerloch sorgt in Offenbach ein Küken fressender Wels im Weiher des Dreieichparks für Aufregung. Von Katrin Stassig

Naturschützer und Angler diskutieren darüber, ob der böse Raubfisch eine Bedrohung für andere Arten darstellt, umgesiedelt werden muss, am besten gleich im Kochtopf respektive der Bratpfanne landen sollte – oder ob man ihn nicht einfach unbescholten sein Dasein fristen und der Natur ihren Lauf lassen sollte. Was das mit Seligenstadt zu tun hat? Nüchtern betrachtet eigentlich nichts – wenn nicht den Kollegen aus der Online-Redaktion beim mittäglichen Brainstorming ein geradezu genialer Gedanke zur Wels-Rettung und Lösung des ganzen Problems gekommen wäre: Ob denn nicht vielleicht jemand aus Klein-Welzheim den Wels adoptieren möchte, wenn schon der Ort so benannt ist?

Das Wortspiel funktioniert zugegebenermaßen gesprochen besser als geschrieben, erlaubt uns aber einen kleinen Exkurs in die Historie des ehemals selbstständigen Stadtteils, der im Zuge der Gebietsreform am 1. Januar 1977 eingemeindet wurde. Welzheim wurde 772 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erstmals urkundlich erwähnt. Die Unterscheidung zwischen Klein-Welzheim und Großwelzheim (auf der bayerischen Mainseite heute zu Karlstein gehörig) gab es im Mittelalter noch nicht. Der Ort hieß anfangs Walinesheim (nach dem fränkischen Grafen Walah). Im Wappen Klein-Welzheims befindet sich, und hier wird es interessant, unter dem Mainzer Rad ein silberner Wels. Somit wäre die Wels-Rettung für Welzheimer tatsächlich Ehrensache.

Schlagzeilen über den Offenbacher Problem-Wels in Bildern

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare