Rattengift ausgelegt?

Bleib von Gärten weg, sonst...

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Lina Marchlewitz mit ihren beiden Hunden. Der Leonberger Duke (r.), groß, tapsig und freundlich, wird wegen der Aufnahme von Rattengift tierärztlich behandelt.

Seligenstadt - Es sind beeindruckende Hunde, der sieben Monate alte Leonberger „Duke“ und der zweijährige Mischling „Rabo“: Beide gehören der 18-jährigen Lina Marchlewitz. Und die hat jetzt Angst um ihre beiden Vierbeiner. Von Thomas Hanel

Ein freundliches „Wuff“ ertönt, wenn man bei Familie Marchlewitz klingelt. Natürlich sind es schon beeindruckende Hunde, der sieben Monate alte Leonberger „Duke“ und der zweijährige Mischling „Rabo“: kniehoch, schlank und kräftig - gepflegt und gehorsam. Duke und Rabo gehören der 18-jährigen Lina Marchlewitz. Und die hat jetzt Angst um ihre beiden hellbraunen und freundlichen Hunde.

Vor einigen Wochen bekam sie eine Postkarte mit den Worten „Bleib mit den Hunden von unseren Gärten weg, sonst…“ lautete die anonyme Drohung. Die junge Frau ging daraufhin mit der Postkarte zur Polizei in Seligenstadt. Wollte Anzeige erstatten. Die Polizei erklärte sich für machtlos. Zu allgemein sei die Drohung verfasst. „Ich habe auch keine Ahnung, wer das geschrieben haben könnte“, erklärt die Einhardschülerin.

Blutiger Durchfall und hohes Fieber

Schließlich sei das Grundstück der Familie an der Einhardstraße mit hohen Zäunen gesichert, beim Gassi-Gehen sind beide Hunde an der Leine. „Wenn wir sie frei laufen lassen, dann nur auf entfernten Feldern und Wiesen“, sagt Lina. Außerdem gehorchten sie und kämen sofort, wenn sie oder ihr Vater die Tiere rufen.

Jetzt ist es aber passiert: Duke hat blutigen Durchfall und hohes Fieber. Lina geht zum Tierarzt, der Krankheiten fast ausschließen kann und auf eine Vergiftung des Hundes mit Rattengift tippt. Hat es jemand absichtlich ausgelegt? „Erst die anonyme Drohung und jetzt die Vergiftung meines Hundes. Wer macht sowas?“ fragt sich die junge Frau.

Keiner Schuld bewusst

Zumal sie sich keiner Schuld bewusst ist. Sie sammelt die Häufchen ihrer Hunde immer in der Tüte ein, die Hunde gehen zur Hundeschule, sind gut erzogen, belästigen niemanden. „Sie sind halt groß.“ Jemand, der sich mit Hunden nicht auskenne, könne sicherlich Angst bekommen, gibt Lina zu. Die selbstbewusste junge Frau will die Drohung mit der Postkarte und die Vergiftung eines ihrer beiden Tiere nicht einfach hinnehmen. Und über den Umgang mit der anonymen Drohung bei der Polizei ist sie auch enttäuscht.

„Da liegt mein Hund in der Ecke, krepiert fast elendig. Und das wird als Sachbeschädigung behandelt.“ Dafür kann die Polizei nichts, es ist halt Gesetzeslage. Lina Marchlewitz ist konsequent. Künftig werden ihre Hunde nur noch mit Maulkorb Gassi gehen. Nicht weil sie aggressiv sind, sondern weil sie beide vor feigen Giftverteilern schützen will und Duke und Rabo so nichts Herumliegendes fressen können.

Dem tapsigen, sieben Monate alten Duke geht es mittlerweile wieder besser, er wird mit speziellen Medikamenten behandelt. Das ist wohl das schönste Geburtstagsgeschenk für Frauchen Lina, die heute 18 Jahre alt wird.

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