Riesenkarpfen zum Aufpäppeln

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Rainer Burkard und Ulrich Eisernich haben große Mühe den Karpfen zu bändigen. Das Tier, das normalerweise nur in Seen vorkommt, hat die Feuerwehr aus dem Main gefischt.

Seligenstadt - In der Forellenzuchtanlage des Seligenstädter Fischers Rainer Burkard schwimmt seit dem vergangenen Wochenende ein Monsterkarpfen: 40 Kilo schwer und etwa 1,20 Meter lang. Von Armin Wronski

„Gesichtet wurde der Riesenfisch von der Feuerwehr am Wasserbau in der Nachbarschaft der Fähranlegestelle. Sie hievten ihn an Land und gaben ihn in meine Obhut“, ist von Burkard zu erfahren. Offensichtlich war der Fisch so verletzt, dass er sich nicht mehr in seinem Element bewegen konnte.

„Bei dem riesigen Flossenträger handelt sich um einen Silberkarpfen aus der Familie der Graskarpfen, die in unseren Gewässern kaum vorkommen“, meint Henrik Beyke, Zunftmeister der Seligenstädter Fischerzunft. Seines Wissens könne sich keiner in der Zunft erinnern, jemals einen Karpfen dieses Kalibers gefangen zu haben. „Eher sind es ins Netz gegangene Waller, die schon mal zwei Meter lang waren. “

Rainer Burkard schätzt, dass der Fisch zwischen 15 bis 20 Jahre auf dem Buckel hat. Die Spezies stammt aus China, wo sie in ruhigen, tiefen Flüssen und Seen in den Ebenen vorkommt. Die natürliche Verbreitung ist heute kaum noch festzustellen, da der Karpfen bereits im zehnten Jahrhundert in China künstlich besetzt wurde. In den 1960er Jahren wurde er auch in vielen Gewässern in Europa und Amerika zur Bekämpfung von Waserpflanzen ausgesetzt. „Zunächst bleibt der Maxikarpfen in meiner Obhut bis sich eventuell ein Käufer findet“, hofft Burkard. Er will alles versuchen, ihn am Leben zu halten. Allerdings sei zu befürchten, dass der Fisch wegen seiner Verletzungen verendet.

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