Stadt rechnet mit 430.000 Euro

St.-Josefshaus: Erhebliche Mehrkosten

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St.-Josefshaus in Seligenstadt: unvorhersehbare Probleme bei der Sanierung, zeitliche Verzögerung und Mehrkosten. 

Seligenstadt - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgen die Basilika-Pfarrei und die Stadtverwaltung das Sanierungsvorhaben St. -Josefshaus. Geplant sind eine umfassende Modernisierung und Umstrukturierung sowie zwei weitere Kita-Gruppen. Aber auch Kosten, die das geplante Maß deutlich überschreiten. Von Michael Hofmann  

Um dem ständig wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen Rechnung zu tragen, verständigten sich die Stadt Seligenstadt und die Kirchengemeinde St. Marcellinus und Petrus (Basilika-Pfarrei) auf die Erweiterung der Kita St.-Josefshaus um zwei Gruppen mit dem neuen Angebot der Krippe. „Ein verlässlicher, loyaler Partner“ lobt der Magistrat in einem aktuellen Bericht. Gleichwohl gab es im Zuge der baulichen Umsetzung in den vergangenen Monaten „viele unvorhersehbare Probleme, die sowohl eine zeitliche Verzögerung als auch Mehrkosten mit sich gebracht haben“, fasst der Magistrat zusammen. So sei in großen Teilen der Kindereinrichtung festgestellt worden, dass die Decken nicht die zwingend erforderlichen Brandschutzanforderungen erfüllen. 

Folge: Die Decken mussten ausgebaut und neue Brandschutzdecken inklusive abgehängter Lochdecken eingebaut werden. Auch fehlende brandschutztechnische Abschottung im gesamten Bereich musste ergänzt werden. Zudem galt es, die Brandschutzverglasung zwischen den Treppenräumen zu ertüchtigen. „Nach der Beseitigung dieser Mängel ist das Gebäude jetzt in einem sehr guten Zustand, und es bestehen keine Gefahren mehr für künftige Nutzungen.“

Im Pfarrbrief-Newsletter der Basilika-Pfarrei nimmt Stephan Burkard vom Förderverein Freunde des St.-Josefshauses Bezug auf die Arbeiten, betont, dass das Bischöfliche Ordinariat die Kosten für Brandmeldeanlage samt neuem Notbeleuchtungssystem übernimmt - immerhin rund 150.000 Euro. Diese Kosten sollen sich hauptsächlich durch höhere Mieteinnahmen refinanzieren.

Neues Gemeindezentrum der evangelischen Stadtkirche

Den Kita-Umbau übernimmt bekanntlich die Stadt. Bisher, so der Magistratsbericht, habe die Stadt 310. 000 Euro für den Ausbau an die Kirchengemeinde gezahlt. Ursprünglich veranschlagt waren 230.000 Euro an städtischen Geldern sowie 80.000 Euro Fördermittel des Landes. „Aufgrund der Mehrarbeiten in Bezug auf den Brandschutz ist mit erheblichen Mehrkosten für die Stadt und die Kirchengemeinde zu rechnen. Aktuell werden die voraussichtlichen Gesamtkosten für den Kitabereich, die die Stadt zu tragen hat, auf etwa 430.000 Euro geschätzt. Die Landesförderung liegt aufgrund eines neuen Fördertatbestandes um 20.000 Euro höher, sodass 100.000 Euro berücksichtigt und von dem Betrag abgezogen werden können.“ Allerdings stünden noch Abstimmungen mit der Kirchengemeinde und Rechnungen aus, sodass noch keine abschließenden Aussagen über die Gesamtkosten getroffen werden können. Die Stadt könne die Mehrkosten durch Rückstellungen aus dem Haushaltsjahr 2017 decken, sodass der aktuelle Etat nicht belastet werde.

Die Kirchengemeinde hat noch einiges vor. So soll das Kita-Außengelände für die U3-Kinder erweitert werden, der Jakobsaal erhält eine Blitzschutzanlage, der Pfarrsaal soll renoviert und, soweit Mittel vorhanden sind, auch mit neuem Mobiliar ausgestattet werden. Der Förderverein „Freunde des St.-Josefshauses“ hofft auf weitere Spenden.

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