Schuldenfalle und Arbeitsabläufe

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An der Merianschule beteiligen sich 14 Schüler am Projekt „Schule und Betrieb“.

Seligenstadt ‐ „Jugend ohne Schuldenfalle“, stand auf dem Stundenplan der so genannten Schubklasse an der Merianschule (MES). Ditmar Lutz und Werner Rauh vom Seniorenbüro Winkelsmühle des Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau diskutierten mit den Schülern unter anderem darüber, wie schnell das Handy zur Kostenfalle werden kann. Von Armin Wronski

Die beiden ehrenamtlichen Referenten behandelten das heikle Thema mit der Klasse in fünf Unterrichtstunden. Seit fünf Jahren gibt es im Hauptschulzweig der Seligenstädter Merianschule (MES) das Projekt „Schule und Betrieb“ (SchuB). Es ist für Schüler im Alter zischen 14 bis 18 Jahren der achten und neunten Klasse konzipiert. „Maximal sind in der SchuB-Klasse 14 junge Leute eingeschrieben, die sich vertraglich für die zwei Jahre verpflichtet haben dabei zu sein“, erläuterte Klassenlehrer Joachim Aßmuth den Hintergrund dieser Unterrichtsform. Er findet in enger Kooperation von Schule und Betrieben statt, in denen die Schüler ihr Praktikum machen.

SchuB hatte 2003 Pilotcharakter in Hessen

In der SchuB-Klasse seien deshalb Schüler, deren Stärken eher im Praktischen angesiedelt ist. „Durch die Kombination, drei Tage Unterricht und zwei Praxistage in der Woche lernen die Schüler Betriebsabläufe kennen, aber vor allem erfahren sie, was es heißt, den ganzen Tag in einem Unternehmen zu arbeiten, das sie während der zwei Jahre etwa dreimal wechseln“, ist von Ariane Mantey-Strauß, Sozialpädagogin der SchuB-Klasse, zu erfahren.

„Wenn ich an die Praktikumstage denke, fallen mir die drei Tage pro Woche in der Schule schon etwas leichter“, meinte der 16–jährige Alexander, einer der 14 Schüler aus der Klasse. SchuB hatte 2003 Pilotcharakter in Hessen und existiert seit 2005 an der Merianschule. Längst hat sich das Konzept bewährt und an der MES etabliert. Über 20 Schüler haben Dank dieses Projektes seither die Merianschule mit dem Hauptschulabschluss verlassen.

Neben dem Unterricht unterschiedliche Projekte

Einige hatten durch ihr Praktikum mit dem Abschluss bereits den Ausbildungsvertrag in der Tasche. Der Unterricht und die Betreuung der SchuB-Klasse liegt in den Händen von Konrektorin Silvia Benninger, Ariane Mantey-Strauß und Joachim Aßmuth. Auf die Klassengemeinschaft, den Zusammenhalt in der Gruppe legt das SchuB-Team besonderen Wert. Deshalb finden neben dem Unterricht auch unterschiedliche Projekte und Unternehmungen statt. Dreimal pro Woche wird gemeinsam zu Mittag gegessen, um sich auch besser kennenzulernen. „Derzeit absolviert die Klasse auch in Offenbach einen Tanzkurs“, berichtete Aßmuth. Außerdem seien in den nächsten Wochen ein Filmprojekt mit dem Hessischen Rundfunk und die Gründung einer Schülerfirma in Vorbereitung, deren Aufgabe es sei, Altpapier zu sammeln.

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