24-jähriger Inder mit Messerstichen schwer verletzt

Blutiger Streit unter Landsleuten? Zeugen gesucht

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Blutspritzer des Opfers vor dem Haus in der Kleinen Fischergasse, in der sich die Tat mutmaßlich ereignete. Einer der beiden Festgenommenen wohnt in dem Haus.

Seligenstadt - Völlig im Dunkeln liegen die Hintergründe einer Messerstecherei, bei der in der Nacht zum gestrigen Dienstag ein 24 Jahre alter Inder schwer verletzt wurde. Die Polizei nahm zwei Landsmänner des Opfers fest. Von Oliver Signus

Die Blutspur zieht sich fast 600 Meter von der Kleinen Fischergasse in Seligenstadts Altstadt in Richtung Kapellenplatz. Meist sind es nur Spritzer, an einigen Stellen aber auch größere Lachen, vor zwei Häusern konnte man gestern Vormittag die Versuche erkennen, die Spuren einer Messerattacke wegzuschrubben. Opfer ist laut Polizeiangaben ein 24-jähriger Inder, der von Landsleuten schwer verletzt wurde. Nach ersten Angaben der Ermittler erlitt der Mann Schnittwunden an Kopf, Halsschlagader und Armen. Er wurde in einer Klinik versorgt, Lebensgefahr habe nicht bestanden, sagte Polizeisprecher Michael Malkmus, der auch das Gerücht über eine Notoperation nicht bestätigen wollte. Die Beamten nahmen zwei 26- und 35-jährige Landsmänner des verletzten Inders fest, einer von ihnen wohnt in dem Haus in der Kleinen Fischergasse, vor dem der Streit möglicherweise eskalierte. Die Hintergründe der Tat sind nach Angaben der Polizei noch völlig unklar. Licht ins Dunkel zu bringen sei auch wegen Verständigungsproblemen nicht leicht.

Möglicherweise eskalierte ein Streit mitten in der Nacht. „Ich höre alles, wenn ich wach bin, wenn ich schlafe, dann höre ich nichts“, sagte zwar ein Anwohner, doch seine Nachbarin hatte einen weniger gesunden Tiefschlaf. Sie war gegen 2.45 Uhr von dem Lärm vor dem Haus in der Kleinen Fischergasse aufgewacht. Die Beamten fanden den Verletzten kurze Zeit später am Kapellenplatz. Er hatte sie laut Polizei selbst gerufen. Die Blutspuren führten von dort in die Kaiser-Karl-Straße und in die Kleine Fischergasse. Dort könnte die Tat ihren Ursprung haben, meint der Polizeisprecher. Blutspritzer verteilen sich auf dem Kopfsteinpflaster, an der Wand eines Unterstellplatzes für einen Pkw bis auf eine Höhe von mehr als einem Meter.

Archivbilder:

Messerstecherei in der Offenbacher Innenstadt

Auf Anfrage bei der Verwaltung sagte Erste Stadträtin Claudia Bicherl, dass es sich bei dem Wohnhaus nicht um eine Flüchtlingsunterkuft handele. Über den Aufenthaltsstatus der drei Inder konnte Polizeisprecher Malkmus ebenfalls keine Angaben machen. Das Opfer sei nicht in Seligenstadt gemeldet. Die Polizei sucht weitere Zeugen, die zur Aufklärung beitragen können. Hinweise an die Polizeistation Seligenstadt, Tel.: 06182/8930-0.

Es war die dritte folgenschwere Messerattacke in Seligenstadt in knapp zwei Jahren. Im Juli 2014 erstach ein Mann in Froschhausen den Freund seiner Schwester, im Oktober desselben Jahres stach ein 38-Jähriger einen 41-Jährigen nieder und verletzte ihn schwer.

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