Lärmproblem

A3-Belastung in Froschhausen: Chance auf Verbesserung

Hoffnung auf den A 3-Ausbau: Bei Lärmvorsorge sind Schutzvorkehrungen durchaus möglich.
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Hoffnung auf den A 3-Ausbau: Bei Lärmvorsorge sind Schutzvorkehrungen durchaus möglich.

Einem umfangreichen Magistratsbericht zum Lärmschutz an der A 3 stimmt die CDU-Fraktion nur bedingt zu.

Seligenstadt – Das Papier, demzufolge die der Autobahn zugewandten Kernstadt-Wohngebiete und der Stadtteil Froschhausen nach Auswertung einer schalltechnischen Untersuchung kaum mit Lärmschutz rechnen können, stieß in der jüngsten Stadtverordnetensitzung vor allem beim Froschhäuser Unions-Chef Thomas Lortz auf Kritik. Das Lärmproblem bestehe, doch sehe er durchaus eine Chance auf Verbesserung, wenn es um den Ausbau der A 3 zur Entlastung in Stoßzeiten gehe.

Bei der in dem Zusammenhang einschlägigen Unterscheidung zwischen Lärmvorsorge und Lärmsanierung handle es sich dann um eine Vorsorgemaßnahme. In diesen Fällen sind Lärmschutzmaßnahmen bei Überschreitung der Grenzwerte (16. Bundesimmissionsschutzverordnung) möglich. Dies auch vor dem Hintergrund, so Lortz, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen keinen Einfluss auf Lärmschutz hätten. Zudem erinnerte er an einen Stadtverordnetenbeschluss, dass bei Fertigstellung der Umgehungsstraße verkehrsberuhigende Maßnahmen in Froschhausen eingeleitet werden sollen.

Unterstützung erhielt der CDU-Politiker im Grundsatz von Bürgermeister Daniell Bastian (FDP). Lärmschutz sei in Froschhausen ein wichtiges Thema, das viele Bürger beschäftige. Zudem habe der Auguststurm viele Bäume entwurzelt und damit die Lärmbelastung verstärkt. Bastian kündigte an, er werde „über unsere Vertreter in Wiesbaden politisch am Thema dranbleiben“ und den A3-Ausbau im Auge behalten.

Die Hoffnung der Stadtverordneten auf Lärmschutz an der frequentierten Autobahn hatten einen starken Dämpfer bekommen. Das im Nachgang zu einem Parlamentsbeschluss von Dezember 2012 vom Magistrat beauftragte Ingenieurbüro Krebs + Kiefer Fritz aus Darmstadt kommt in einem Gutachten zu einem klaren Ergebnis: „Die schalltechnischen Untersuchungen belegen, dass (...) nach den derzeitigen gesetzlichen Grundlagen keine Konflikte hinsichtlich des Verkehrslärms bestehen.“ Die Experten hatten, wie aus dem aktuellen Bericht des Magistrats hervorgeht, „sowohl bei Tag als auch bei Nacht überprüft, ob durch eine Schallschutzwand Abhilfe geschaffen werden kann“, aber keine Grenzwertüberschreitung festgestellt. Das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil machte sich diese Sicht zueigen.

Auch das Seligenstädter Amt für Stadtentwicklung sieht derzeit keine Chance für lärmmindernde Maßnahmen oder Geschwindigkeitsbeschränkung. Seine Bilanz: „Ohne ein entsprechendes Neubauvorhaben besteht somit keine rechtliche Handhabe, die entsprechende Lärmschutzanlage einzufordern.“ Das bedeute, dass Hessen Mobil erst bei einer wesentlichen Veränderung der A 3 verpflichtet sei, weitergehende Lärmschutzmaßnahmen zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen.

VON MICHAEL HOFMANN

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