Weiße Flecken im Außenbereich

Deutsche Glasfaser plant Akquise in Klein-Welzheim

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Auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft: Derzeit sind 67 Prozent mit entsprechender Infrastruktur versorgt.

Seligenstadt – Nach den Erfolgen in Mainhausen und im Seligenstädter Stadtteil Froschhausen plant die Deutsche Glasfaser nun den Ausbau ihrer Akquise im Stadtteil Klein-Welzheim.

Nach Angaben von Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) hat der Magistrat zu diesem Zweck der Erweiterung des Kooperationsvertrags mit dem Unternehmen bereits Ende Januar zugestimmt. Die Deutsch Glasfaser möchte vom 29. März bis zum 3. Juni die Bürger im Stadtteil befragen.

Wie bereits bei den anderen Umfragen will die Glasfaser erst bei einer 40-prozentigen Quote Klein-Welzheim mit Glasfaser versorgen. Das war weder in Mainhausen, noch in Froschhausen ein Problem, in Klein-Welzheim allerdings „ist die Resonanz der Gewerbetreibenden (…) noch sehr zurückhaltend“, sodass sich die Deutsche Glasfaser von einer entsprechenden Werbung im gesamten Stadtteil den gewünschten Impuls verspricht.

Ende März 2018 stimmte der Seligenstädter Magistrat dem Kooperationsvertrag zwischen Stadt und der Deutschen Glasfaser GmbH (Borken) zu. Als potenzielles Ausbaugebiet wurde damals zunächst das Wohngebiet Froschhausen, das Gewerbegebiet Froschhausen, das Gewerbegebiet Klein-Welzheim sowie das Gewerbegebiet Seligenstadt Nord angegeben.

Durch Beschluss des Magistrats im Herbst 2017 wurde der Kreis Offenbach im Zuge des weiteren Ausbaus der Breitbandinfrastruktur bekanntlich beauftragt, mit Hilfe des Bundesförderprogramms „Breitbandausbau im ländlichen Raum bis 2018“ Antrag auf Förderung der Beratungskosten für die ergänzenden Ausbauprojekte (Ausbau der Schulanschlüsse, Versorgung der Gewerbegebiete mit Glasfaseranschlüssen sowie Versorgung der fünfprozentigen Versorgungslücke) zu stellen. Ziel war es, den exakten Bedarf im Kreis festzustellen und entsprechende Förderanträge erstellen zu lassen.

Im März 2018 folgte die externe Vergabe an den TÜV Rheinland, der ein Markterkundungsverfahren durchführte und auf dieser Grundlage eine Expertise ausarbeitete, um die erforderlichen Schritte im Kreis Offenbach auszuloten. Erklärtes Ziel ist es, mit der für das Jahr 2025 avisierten Gigabit-Gesellschaft Schritt zu halten. Über die vertraulichen Ergebnisse, die Anfang November 2018 in einer Bürgermeisterdienstversammlung präsentiert wurden, informierte Bastian die Stadtverordnetenversammlung in der Februar-Sitzung.

Demnach sind 67 Prozent im Kreis Offenbach mit gigafähiger Infrastruktur durch die Wettbewerber Entega, Telekom, Unitymedia und Deutsche Glasfaser versorgt; für die Herstellung einer FTTB-Anbindung für die priorisierten Standorte (Schulen) wird eine Tiefbaulänge von 66 Kilometern benötigt; ein flächendeckender FTTB-Ausbau (ohne HFC-Überbau) benötigt 920 Kilometer neuen Tiefbau (Investition: 145 Millionen Euro/2800 Euro pro Anschluss); mit HFC-Überbau sind 1550 Kilometer nötig (Investition: 290 Millionen Euro/1800 Euro pro Anschluss).

Als Handlungsempfehlung wird die Beantragung von Fördermitteln für den Gigabit-Ausbau der Schulen und unterversorgten Adressen genannt und vorgeschlagen, am 6. Förderaufruf teilzunehmen.

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Als „weiße Flecken“ wurden in diesem Zusammenhang für die Stadt Seligenstadt 25 Adresspunkte im Außenbereich benannt. „Die für einen Ausbau entstehende Wirtschaftlichkeitslücke beträgt nach Angaben des TÜV Rheinland 828. 706 Euro, wovon die Stadt für die Versorgung dieser Standorte einen Eigenanteil von 82.870 Euro, entspricht zehn Prozent, aufwenden müsste“, rechnet Bastian vor. Von den gelisteten Standorten sei bisher jedoch kein entsprechender Bedarf an die Verwaltung herangetragen worden, „sodass der Magistrat aus fachlicher Sicht und angesichts des finanziellen Aufwands keine Ausbaunotwendigkeiten gesehen hat.“ (mho)

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