Bundesweites Projekt zur politischen Bildung

In der Don-Bosco-Schule ist Wahltag am 22. September

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Kathrin Barral, Margit Winter-Wellhöfer, Jörg Dreßen und Jana Zentgraf (von links) bereiten ihre Schüler auf die simulierte Bundestagswahl vor. Für die Stimmabgabe stehen Wahlkabinen und eine versiegelte Urne zur Verfügung.

Seligenstadt - Bei der richtigen Bundestagswahl dürfen sie noch nicht mitmachen. Trotzdem haben 50 Schüler der Don-Bosco-Schule in Seligenstadt Ende September die Möglichkeit, ihr Kreuzchen auf den Stimmzettel zu setzen:

Die Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen beteiligt sich am bundesweiten Projekt „Juniorwahl“.
Am 22. September ist Wahltag. Schon zwei Tage vor der Bundestagswahl sind die Schüler der Don-Bosco-Schule an die Wahlurnen gerufen. Hintergrund ist die bundesweite „Juniorwahl“, an der sich die Förderschule in Seligenstadt beteiligt. Mehr als 3 000 Schulen aus allen 299 Wahlkreisen nehmen an dem Projekt zur politischen Bildung teil. Damit sind knapp eine Million Schüler angemeldet. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages, fungiert als Schirmherr.

Die „Juniorwahl“ gibt es seit 1999. Parallel zu Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen sollen die Schüler an demokratische Prozesse herangeführt werden und Demokratie „üben“ – bevor sie später als Wahlberechtigte selbst politische Verantwortung übernehmen. Sie sollen sich eine Meinung bilden und Interesse am politischen Geschehen entwickeln. Zur Wahl zu gehen, soll für sie eine Selbstverständlichkeit werden. Ein Ziel, das offenbar erreicht wird, denn das Projekt steigert nachweislich die Wahlbeteiligung: Studien belegen eine Steigerung bei Erstwählern und deren Familien sowie eine Senkung des Nichtwähleranteils von 22 auf unter sieben Prozent.

Ein weiterer Aspekt der Juniorwahl: Über die politische Bildung der Schüler hinaus gibt sie diesen die Möglichkeit, ihre Meinung der Öffentlichkeit mitzuteilen. Die Jugendlichen dürfen zwar noch nicht wählen – wie sie gewählt hätten, wird aber am Wahlabend bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis der Zweitstimmen und die Gewinner der Wahlkreise werden am Sonntag, 24. September, um 18 Uhr online unter www.juniorwahl.de veröffentlicht.

In das Ergebnis fließt auch die Abstimmung der 50 Schüler aus der Don-Bosco-Schule mit ein. Vier Klassen (achte, neunte und zwei zehnte) sind dabei. Dort stand in den vergangenen Wochen das Thema „Demokratie und Wahlen“ auf dem Stundenplan. Und die Schüler – 14 bis 17 Jahre alt – nehmen das Projekt mit Begeisterung an, wie Lehrer Jörg Dreßen berichtet. Dreßen ist Leiter der Berufsorientierungsstufe an der Don-Bosco-Schule. „Die Schüler reden darüber, sie fangen an, Zeitung zu lesen, sie überlegen, wen sie wählen möchten“, erzählt Dreßen. Im Unterricht haben sie sich mit den Programmen der Parteien auseinandergesetzt; auch den „Wahl-O-Mat“ wollen sie noch ausprobieren.

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Am Freitag, 22. September, geht es dann – wie bei der „echten“ Bundestagswahl zwei Tage später – für die Schüler mit Wahlbenachrichtigung und Ausweis ins Wahllokal. Jeder bekommt einen Stimmzettel, kann in der Wahlkabine sein Kreuzchen machen oder ungültig stimmen. Die Stimmzettel werden in einer Wahlurne gesammelt. Diese ist – inklusive Siegel – im Paket enthalten, das die Schule für das Projekt erhalten hat. Ebenso wie zwei Wahlkabinen, Stimmzettel und Muster-Stimmzettel zum Aufhängen im Wahlraum.

„Die Wahlhelfer, die Wählerverzeichnisse angelegt haben und später die Stimmen auszählen, übernehmen aktiv Verantwortung und sorgen für einen reibungslosen Ablauf“, schildert Jörg Dreßen das Prozedere. Bis 18 Uhr am Freitag vor dem Wahlsonntag müssen die Stimmen ausgezählt und übermittelt werden. Unsere Zeitung wird das Projekt an der Don-Bosco-Schule in den nächsten Wochen begleiten. (kd)

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