Folgen der Epidemie

Apotheken in Seligenstadt haben wegen des Coronavirus mit Engpässen zu kämpfen

Das Coronavirus sorgt nicht nur für Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln. Auch importierte Medikamente sind immer schwieriger zu bekommen (Symbolbild).
+
Das Coronavirus sorgt nicht nur für Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln. Auch importierte Medikamente sind immer schwieriger zu bekommen (Symbolbild).

Das Coronavirus sorgt nicht nur für Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln. Auch importierte Medikamente sind immer schwieriger zu bekommen.

  • Die Coronavirus-Krise hat Artikel aus den Regalen gefegt
  • Nachschub zu kriegen ist kaum möglich
  • Ist der Hype um das Virus übertrieben?

Seligenstadt – Desinfektionsmittel gebe es seit Januar nicht mehr, Atemschutzmasken seien längst nicht mehr zu bekommen. Das sagt Tammy Scholz, Mitarbeiterin in der Seligenstädter Palatium-Apotheke. Die Corona-Krise hat diese Artikel aus den Regalen gefegt, Nachschub zu kriegen ist kaum möglich. Dabei, meint Scholz, reiche es, sich anständig die Hände zu waschen. Auch Masken schützten bestenfalls fünf bis acht Stunden, das sei ein trügerischer Schutz. Sie müssten zudem regelmäßig abgenommen werden, damit die von der Atemluft feuchten Flächen trocknen könnten.

Als Maßnahmen gelten für die Mitarbeiterinnen dieselben Ratschläge wie für alle anderen Menschen: Auf Hygiene achten, Abstand zu anderen halten.

Coronavirus Sars-CoV-2: Ist der Hype um das Virus übertrieben?

Ist der Hype um das Virus übertrieben? „Ich halte es für gut, vorsichtig zu sein“, sagt Tammy Scholz. Auch wenn die Krankheit meist harmlos verlaufe, seien alte Menschen gefährdet, sagt sie und erwähnt ihre lungenkranke Mutter, um die sie sich sorge. „Die Leute habe Angst, vor allem ältere, sie würden jeden Preis für Atemschutzmasken bezahlen“, weiß die Mitarbeiterin zu berichten.

Die Coronakrise sorgt nicht nur für Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln. Auch importierte Medikamente seien immer schwieriger zu bekommen, berichtet Tammy Scholz und führt Antibiotika und Schilddrüsenpräparate als Beispiele an. Aus China komme nichts mehr, und inzwischen habe auch Indien angekündigt, vorläufig weder Rohstoffe für die Medikamentenherstellung noch fertige Präparate zu exportieren.

Coronavirus Sars-CoV-2: Lieferengpässe bei Medikamenten

Lieferengpässe bei Medikamenten gebe es schon seit etwa einem Jahr, sagt Thorsten Thieme, Inhaber der Stadt-Apotheke. Derzeit werde daher diskutiert, ob Produktionsstandorte wieder von Asien nach Europa verlegt werden sollten. Geschehe dies, meint er, hätte die Coronakrise auch eine gute Seite.

Mundschutz gibt es in seiner Apotheke nur selten, und dann zu höheren Preisen als üblich. Desinfektionsmittel sei erst ab Ende April wieder lieferbar. Wie in der Palatium-Apotheke schützen sich Thieme und seine neun Angestellten durch vermehrtes Händewaschen und Abstand zum Kunden. Die empfohlene Distanz von einem Meter sei durch die baulichen Gegebenheiten seiner Apotheke gegeben. Fatal wäre es, wenn ein Mitarbeiter erkrankte; da müsste das komplette Team in Quarantäne. Für den Apotheker hätte das fatale wirtschaftliche Folgen.

Um das Immunsystem zu stärken, rät Thieme zu Präparaten mit den Vitaminen C und D sowie zu einer ausgewogenen Ernährung mit Obst und Gemüse.

VON OLIVER SIGNUS

Die Probleme, die eine Ausbreitung des Coronavirus verursacht, bekommt Seligenstadt immer deutlicher zu spüren

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare