Budget soll fünf Projekte entscheidend voranbringen

Seligenstadt erhält 250 000 Euro aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“

Innenstadt-Zukunftsplanung (v.l.): Stadtrat Michael Gerheim, Thorsten Thieme (Gewerbeverein), Monika Weber (Stadtmarketing-GmbH), Tanja Frisch (Wirtschaftsförderung), Daniel Franz (Gewerbeverein) und Bürgermeister Daniell Bastian.
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Innenstadt-Zukunftsplanung (v.l.): Stadtrat Michael Gerheim, Thorsten Thieme (Gewerbeverein), Monika Weber (Stadtmarketing-GmbH), Tanja Frisch (Wirtschaftsförderung), Daniel Franz (Gewerbeverein) und Bürgermeister Daniell Bastian.

Den vollen Zuschlag aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ erhält die Stadt Seligenstadt aus Wiesbaden. Das Budget von 250 000 Euro soll fünf Projekte entscheidend voranbringen.

Seligenstadt – Das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen konnte sich vor Bewerbungen kaum retten, seit es das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ auf den Weg gebracht und damit Fördergelder zur Innenstadtbelebung in Aussicht gestellt hat. Glück hatte die Stadt Seligenstadt, die wie viele andere Kommunen ihre Bewerbung mit zukunftsorientierten Projekten aus den Bereichen Digitalisierung, Tourismus, Kultur, Bürgerservice sowie Verkehrsplanung auf den Weg brachte. Die Initiative zahlte sich aus, die Einhardstadt bekam den vollen Zuschlag. In Anbetracht der Einsendeflut hat das Ministerium das Budget von 12 auf 27 Millionen Euro aufgestockt und lässt Fördermittel in 110 Kommu-nen in ganz Hessen fließen.

„Das Zusammenspiel von Stadt, Stadtmarketing und Gewerbeverein hat wie immer hervorragend funktioniert und wurde entsprechend honoriert“, fasst Bürgermeister Daniell Bastian zusammen und findet breite Zustimmung bei Thorsten Thieme und Daniel Franz aus dem Gewerbevereinsvorstand sowie Monika Weber (Stadtmarketing-GmbH). Tanja Frisch (Wirtschaftsförderung der Stadt) verweist auf Einzelhandel und Gastronomie als gegenseitige Frequenzbringer, gleichwohl habe die Pandemie den Gewerbebetrieben stark zugesetzt. Allgemein betont wurde die wichtige Funktion des Kinos, dessen Schicksal die Stadt bewege.

Die fünf Einzelprojekte des Seligenstädter Maßnahmenpakets:

- Marketing- und Digitalisierungspaket: Mit neuen Video- und Fotoaufnahmen sind Gewerbetreibende kurzfristig für eine verbesserte digitale Darstellung gerüstet. Ein Web-Shop und auch die Darstellung in Social-Media-Kanälen sind ein notwendiges Standbein, um das Geschäft in der Innenstadt zu sichern. Sichtbarkeit im Internet stärkt zudem die Bindung der jüngeren Zielgruppe, die sich mittelfristig zum wichtigsten Kundenstamm entwickeln soll.

- Die finanzielle Unterstützung des Lastenrad-Lieferdienstes ermöglicht ein flächendeckendes Bekanntmachen dieses Services. Ziel ist es, dass das Projekt auch über die Pandemiezeit hinaus weiter angeboten wird. Die Autofrequenz in der Innenstadt soll so gemindert werden. Ziel ist es auch, dass Einkäufe in verschiedenen Geschäften gebündelt ausgeliefert werden können. Gerade für bewegungseingeschränkte Kundschaft ist der Lieferdienst eine Bereicherung.

- Die finanzielle Unterstützung des Kinos betont den Wert dieser einmaligen und traditionellen Kultureinrichtung für die Innenstadt. Sie soll im Hinblick auf die wirtschaftliche Ungewissheit die Miet- und Personalkosten überbrücken und den Fortbestand garantieren. Auch Kulturangebote wie ein Lichtspielhaus unterstützen die Aufenthaltsdauer in der Innenstadt und fördern Gastronomie und Einzelhandel. Tenor: Je mehr wechselwirkende Angebote eine Stadt bietet, umso mehr setzen sich diese als Summe von Alternativen wie Onlineshopping oder Streamingdiensten ab.

- Der Bau eines richtigen Wohnmobil-Stellplatzes erhöht die Attraktivität der Innenstadt für die mobile Zielgruppe und sorgt schnell für eine höhere Besucherzahl. Im Wohnmobil kommen „gern gesehene Gäste“, auch in der kälteren Jahreszeit, und sichern über das ganze Jahr hinweg Kaufkraft in der Innenstadt.

- Die Steuerung über elektrische Poller ermöglicht eine dynamische Regelung der Verkehrsflüsse in der Altstadt. So können auch perspektivische Ideen wie eine autofreie Main-Fährüberfahrt getestet werden. Autofreie Straßen erhöhen die Verweildauer der Kundschaft von Gewerbe und Gastronomie. Auch fördert dies die Luftqualität in den Altstadtgassen und damit die Lebensqualität der Anwohner. Im Radius der ehemaligen Stadtbefestigung stehen Autofahrern drei öffentliche Parkflächen zur Verfügung, darunter zwei moderne Parkdecks.

Das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ wurde im Mai 2021 ins Leben gerufen. Die Förderungen sind die ersten Investitionen des neuen Hessenplans. Bis 2023 stehen bis zu 40 Millionen Euro Fördermittel bereit.  (mho)

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