Ökologisch wertvoll, wirtschaftlich

Seligenstadt: Erweiterung der Krippe Burg Wirbelwind kostet 1,15 Millionen Euro

Am Erweiterungsbau Krippe Burg Wirbelwind (von links): Amtsleiterin Iris Knies, Bürgermeister Daniell Bastian, Arendine Mehrpahl (Mütterzentrum) und Erster Stadtrat Michael Gerheim
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Am Erweiterungsbau von links: Amtsleiterin Iris Knies, Bürgermeister Daniell Bastian, Arendine Mehrpahl (Mütterzentrum) und Erster Stadtrat Michael Gerheim

Der Erweiterungsbau der Krippe Burg Wirbelwind ist fertig. „Ökologisch wertvoll, wirtschaftlich, den pädagogischen Ansprüchen gerecht“, fasst Seligenstadts Bürgermeister Daniell Bastian zusammen. 24 Plätze für Kinder im Alter von bis drei Jahren können sukzessive besetzt werden. Start ist im Oktober, die Kosten liegen bei 1,3 Millionen Euro.

Seligenstadt - Mit dem Mütterzentrum Weibernest hat die Stadt im bestehenden Gebäude neben dem Nachbarschaftshaus im Stadtteil Nord seit 2009 einen verlässlichen Träger, der mit 24 U 3-Plätzen startete und in dieser Zeit mit einem engagierten pädagogischen und organisatorischen Konzept die Betreuungslandschaft bereicherte. Nun kann die Platzzahl verdoppelt werden.

„Die Besetzung hängt von der Personalausstattung ab“, schränkt der Bürgermeister ein. „Das Team sucht Unterstützung, Fachkräfte können sich an die Burg Wirbelwind wenden.“

Ein Blick zurück. Im Februar 2019 begannen die Arbeiten am Erweiterungsbau mit 330 Quadratmetern Nutzfläche. Der Ausfall eines Lieferanten verzögerte das Projekt, es gab Ärger mit den Fenstern. Die Folge-Gewerke musste pausieren, bis ein neuer Fensterbauer beauftragt war, Monate verstrichen. Erst im Januar 2020 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Beim Innenausbau banden das Architekturbüro whn Planungsgesellschaft und das städtische Bauamt die Erzieherinnen mit ein, um deren pädagogischen Ansprüchen gerecht zu werden und dabei ein ökologisch wertvolles, wirtschaftliches Gebäude zu konzipieren.

Mit Holzwolle gedämmter Hochlochziegel bildet zusammen mit einem gedämmten Flachdach die Hülle. Statt einer Klimaanlage sind Fenster mit Lüftungsgittern eingebaut. Diese können in heißen Sommermonaten nachts geöffnet werden, was zu einer Auskühlung der Räume führt. Zum Betrieb der Fußbodenheizung dient eine Luftwärmepumpe an der Straßenseite. Eine verspielte Fassade in Form verschiedenfarbiger Flachverblender mit abwechselnd verputzten Flächen sowie dunkle Erdtöne an Fenstern, Rollläden und Sockel fügen sich in die Nachbarbebauung ein.

Auch der die Spielflächen im Freien wurden vergrößert. Kinder, die im Erweiterungsbau betreut werden, können auf einer kleinen Bobbycarstrecke fahren, über Baumstämme balancieren oder im Schatten an Sandburgen bauen. Der Haupteingang blieb und erschließt über den sanierten Windfang die Flure zu den vier Gruppenräumen. Um die Parksituation zu entschärfen, hat die Stadt die unbebaute Freifläche in Richtung Umspannwerk mit 17 neuen Stellplätzen versehen.

Die Kosten betragen 1,3 Millionen Euro, die Schätzung lag bei 1,1 Millionen. Im Haushaltsplan 2020 wurde der Ansatz auf 1,32 Millionen erhöht, Einnahmen von einer halben Million aus dem Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung 2017-2020 wurden akquiriert. Da waren zunächst nur 320 000 Euro erwartet worden, so dass die Mehrausgaben fast völlig durch Mehreinnahmen gedeckt sind.

Damit hat die Stadt die letzte Maßnahme umgesetzt, die sie im Bedarfsplan 2018/2019 angekündigt hatte. Die anderen Projekte, die sie in diesen zwei Jahren fertiggestellt hat, sind die Erweiterungen der katholischen Kita St.-Josefshaus und der städtischen Kita Käthe Münch sowie der Neubau der Kita St. Margareta in Froschhausen.

Die Stadt werde auch künftig alles tun, um dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen zu entsprechen, so der Bürgermeister. Im laufenden Haushalt steht der Komplex Kita/Schulbetreuung mit Gesamtkosten von 9,3 Millionen Euro zu Buche. Da dem nur Erträge von 2,7 Millionen gegenüberstehen, muss die Stadt ein Defizit von 6,6 Millionen kompensieren. mho

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