Kleine Windräder könnten die Störche künftig fernhalten

Seligenstadt: EVO entfernt Storchennest von Strommast – Tiere nisten erneut

Storch auf einem Hochspannungsmast in seinem Nest
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Zweiter Nistversuch: Kurz nachdem die EVO ein Storchennest auf einem Hochspannungsmast abgeräumt hatte, begannen die Tiere an selber Stelle mit dem Neubau.

Im Sinne des Tierschutzes hat die Energieversorgung Offenbach (EVO) nach eigenen Angaben am 25. Februar ein Storchennest auf einem Hochspannungsmast am Seligenstädter Feldrand nahe des Eichwaldhofs entfernt. Nun bauen die Tiere dort ein neues Nest. Die EVO will erneut einen Gutachter zurate ziehen.

Seligenstadt – Anwohner, die das Storchenpaar schon die vergangenen beiden Sommer dort hatten brüten und Junge aufziehen sehen, reagieren ungehalten auf die Entfernung des Storchenhorsts: „Wir sind außer uns“, schreiben Richard und Iris Krepp unserer Zeitung – der Horst sei erst eine Woche zuvor wieder bezogen worden. „Musste das Nest überhaupt entfernt werden, und wenn ja, warum jetzt? Den ganzen Winter wäre Zeit gewesen“, monieren die Krepps. Die Tiere säßen nun heimatlos auf dem Mast. Die Trauer um das alte Nest muss allerdings schnell sturem Tatendrang gewichen sein: Bereits zu Beginn dieser Woche hatten die beiden Weißstörche an selber Stelle etliche neue Zweige angehäuft.

Dass die Vögel dort, an der Traverse des Hochspannungsmasts und sehr nah an den Kabeln, alles andere als sicher nisten, schildert Harald Hofmann, Pressesprecher der EVO: „Das Nest könnte Feuer fangen, die Störche einen Stromschlag erleiden.“ Bei der Entfernung des Nests, in dem weder Jungtiere noch Eier gefunden worden seien, sei es allein um die Sicherheit der Tiere gegangen.

Hofmann verweist auf ein entsprechendes Gutachten des Fachbüros Faunistik und Ökologie des Diplom-Biologen Andreas Malten aus Dreieich. Dieser begleitete die Entfernung des Nests und wies auch ein passendes Ausweichquartier aus – den bestehenden Horst auf dem alten Silo des Eichwaldhofs. Auf die Störche scheint dieses Angebot allerdings wenig Eindruck gemacht zu haben; sie halten an ihrem alten Nistplatz fest. Dass dieser so kurz vor der Brutzeit abgeräumt wurde, liegt laut Hofmann daran, dass er EVO-Mitarbeitern erst kürzlich bei Kontrollen aufgefallen sei.

Und wie geht es weiter für die Störche? „Aktuell prüfen wir gemeinsam mit dem Gutachter, ob wir das Nest nochmals räumen können, um Vergrämungselemente zu installieren“, informiert Hofmann. Dabei handelt es sich ihm zufolge um Kleinstwindräder, die an dem Mast befestigt werden und die Störche am erneuten Nisten hindern sollen.

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