„Bei mir im Laden steckt sich keiner an“

So funktioniert das Einkaufen mit Schutzmaske in Seligenstadt

Nur noch mit Maske berät Louisa Bormann in ihrer Boutique Cactus. Fotos (4): Hampe
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Nur noch mit Maske berät Louisa Bormann in ihrer Boutique Cactus.

Für die Kunden des Seligenstädter Einzelhandels sind die Schutzmasken kein Problem. Wir haben uns in Seligenstadt am ersten Tag der Maskenpflicht in der Corona-Krise umgehört.

  • Seit Montag gilt in Hessen die Maskenpflicht - insbesondere in Geschäften sollen Einkäufer den Mundschutz tragen
  • Auch in Seligenstadt müssen sich Verkäufer und Kunden an die neue Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie gewöhnen
  • So reagieren die Seligenstädter auf das Einkaufen mit Schutzmaske

Seligenstadt – „Das klappt sehr gut“, sagt Inge Loho, Verkäuferin beim Bäcker Haas am Marktplatz. „Nur ein Mann hat komisch reagiert und geschimpft: Sie tragen doch selbst keine!“ Das muss das Personal hinter dem Tresen auch nicht, wie die Mitarbeiterinnen schriftlich belegen können.

Nur gute Erfahrungen hat Bettina Haenitsch gemacht. Mundschutz trägt die Inhaberin des Buchladens nur, wenn sie hinter ihrer Scheibe hervortritt, um direkt am Regal zu beraten. „Das ist allerdings recht lästig“, räumt sie ein. „Wenn ich viel reden muss, ist das nicht so toll.“ Sie habe das vorige Woche aber bereits ausprobiert, um sich daran zu gewöhnen.

Corona in Seligenstadt: Auch Kinder tragen Maske

Mancher freilich finde die Maskenpflicht eher albern, erzählt Haenitsch – und nimmt sich dabei nicht aus. Abstand sei wichtiger, meint sie. Und freut sich über die Bilanz der ersten Woche nach Wiederöffnung: „Kunden haben mir Blumen gebracht, Freitag und Montag war fast Normalbetrieb. Obwohl die Großhändler Kurzarbeit haben und nur vier bis fünf statt sechs Mal die Woche liefern.“

Hinweis für Fahrgäste am Seligenstädter Bahnhof

„Alles super“ im Kinderschuhladen Lile: Inhaberin Carolyn Döhler hat sich intensiv vorbereitet. Hat viel telefoniert, mit Land Hessen, Industrie- und Handelskammer Offenbach, Kreisgesundheitsamt, städtischem Ordnungsamt, Bürgermeister Daniell Bastian. Ergebnis: Auch Kinder tragen Maske; für unter Sechsjährige genügt ein Schnuffeltuch unter der Nase. „Beim Ausmessen der Füße bin ich ja in engem Kontakt“, erklärt Döhler. Derzeit arbeitet sie nur mit Terminvereinbarung. „Total genial“, sagten Kunden, „es gibt keine Wartezeiten, und niemand kommt sich in die Quere.“ Döhler hat selbst Kinder und ist sicher: „Bei mir im Laden steckt sich keiner an.“

Maskenpflicht in Seligenstadt: „Man gewöhnt sich dran“

„Die meisten haben eine eigene Maske, wer nicht, kriegt eine von uns“, berichtet Barbara Mittl vom gleichnamigen Kaufhaus. Manchmal gebe es Verständigungsschwierigkeiten, da müsse man halt nachfragen. Die Geschäftsführerin glaubt, dass viele das Mundschutzgebot etwa vom Einkaufen in Hanau schon kennen. Sie versichert: „Man gewöhnt sich dran.“

Abstand halten beim Bäcker Haas

Der Kinderladen Liliput hatte gestern zwar wie jeden Montag zu, doch erwartet Inhaberin Ann-Kristin Huber ab heute keine Probleme. Was sie so zuversichtlich stimmt: „80 Prozent der Erwachsenen trugen schon letzte Woche eine Maske – freiwillig!“

VON MARKUS TERHARN

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