Stillstand führt in den Ruin

Hängepartie um die Hans-Memling-Schule

+
Zankapfel frühere Hans-Memlimg-Schule: Der Dornröschenschlaf hält an.

Seligenstadt – „Kein Verständnis für die Hängepartie“ hat die Seligenstädter CDU und fordert den überfälligen Prüfbericht zur Hans-Memling-Schule (HMS) ein. Der anhaltende Stillstand führe in den Ruin.

„Nachdem unser Antrag, gemeinsam mit dem Verein Freunde der Hans-Memling-Schule dessen Ideen für ein Bildungs- und Kulturhaus umzusetzen, an der Mehrheit aus SPD, FDP und FWS gescheitert ist, haben wir mit Stillstand gerechnet“, so CDU-Fraktionschef Joachim Bergmann. Der dauere aber nun schon so lange an, dass weiteres Nachhaken geboten sei. Mit einer neuerlichen Anfrage an den Magistrat will die Union ermitteln, wie weit die von der Koalition im März vergangenen Jahres durchgesetzte Prüfung mehrerer Alternativen für eine künftige HMS-Nutzung inzwischen gediehen ist.

Mitte Juni 2018 habe Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, ebenfalls auf eine Unions-Anfrage hin, den Prüfbericht für den vergangenen Herbst in Aussicht gestellt, „gesehen haben wir bisher nichts“. Die Gründe für diese Verzögerung interessieren seine Fraktion ebenso wie die Frage, ob und in welchem Maße die HMS-Freunde in die Prüfung ihrer eigenen wie der übrigen Vorschläge einbezogen worden sind.

Ende Juni 2018 rückte Bastian davon ab, die drei HMS-Nutzungsinitiativen in seiner Verwaltung prüfen zu lassen. Zunächst sollte Architektin Gudrun Laber-Vahedi, die 2013/2014 ein Sanierungsgutachten erstellt hatte und dabei auf einen Investitionsbedarf von drei Millionen kam, ihre Expertise aktualisieren. Darüber hinaus, so Bastian damals weiter, „hätte ich gerne eine externe Begutachtung der drei Konzepte. Ich will eine saubere Analyse.“

Neben der Option Bildungs- und Kulturhaus (HMS-Freunde) stehen bekanntlich auch eine Teilnutzung für Kinderbetreuung - von der SPD favorisiert, zusammen mit Vereinsdomizilen und einer gastronomischen Komponente - und eine Vermietung als Privatschule - eine Lieblingsidee der FDP - zur Diskussion. Die CDU ist nach Worten Bergmanns gespannt, wie Verwaltung und Magistrat mit den von SPD, FDP und FWS vorgegebenen Prüfkriterien umgehen. Gemäß Koalitionsantrag sollen für alle Optionen der Raumbedarf der Stadt wie der örtlichen Vereine, die jeweils anfallenden Sanierungs- und Betriebskosten einschließlich Brandschutz-Umbauten sowie eine mögliche Beteiligung der Nutzer daran berücksichtigt werden.

Grundlegend ist für die Unionsfraktion die Frage nach der räumlichen und vor allem der zeitlichen Umsetzbarkeit. „Wenn wir so weitermachen, noch ein paar Jahre fruchtlos diskutieren und ansonsten Däumchen drehen, haben wir am Ende eine denkmalgeschützte Ruine neben der Basilika stehen“, befürchtet Joachim Bergmann. „Dann müssen sich die Mehrheitsträger fragen lassen, warum sie das in sich schlüssige, zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Konzept der HMS-Freunde zugunsten von Luftschlössern und Klientel-Interessen ins Abseits geredet haben“.

So können Eltern das kindliche Selbstbewusstsein stärken

Rückblick: Im erbitterten Streit zwischen Stadt Seligenstadt und dem Kreis Offenbach um Eigentum/Rückübertragung der HMS entschied das Verwaltungsgericht in Darmstadt Ende April 2016 zugunsten der Stadt. Für das damals schon jahrelang leerstehende und langsam Schaden nehmende Gebäude bedeutet das, dass nach seiner Schließung (2011/2012) und der VG-Verweildauer (Januar 2014 bis Ende April 2016) ein neues Kapitel anbrach. Allein - eine Entscheidung steht nach wie vor aus. Im aktuellen Haushalt sind 300 .000 Euro für die Sanierungs- und Umbauplanung an der ehemaligen Hans-Memling-Schule vorgesehen. (mho)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare