Verein „Freunde der HMS“ und Stadt treffen Nutzungsvereinbarung

Seligenstadt: Hans-Memling-Schule wird Kulturstätte

Vertragspartner: Petra Werk vom Verein Freunde der HMS und die Stadt, vertreten durch Stadtrat Geheim (links) und Bürgermeister Bastian.
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Vertragspartner: Petra Werk vom Verein Freunde der HMS und die Stadt, vertreten durch Stadtrat Michael Gerheim (links) und Bürgermeister Daniell Bastian.

Die ehemalige Hans-Memling-Schule (HMS) kann saniert und zur Kultur-, Bildungs- und Begegnungsstätte umgestaltet werden. Stadt und der Verein Freunde der Hans-Memling-Schule unterzeichneten eine entsprechende Nutzungsvereinbarung.

Seligenstadt - Die einstigen Differenzen und Animositäten scheinen beseitigt, sind Aussagen wie „erfreulicher Anlass“, „weiterer Meilenstein“ oder „gute Herangehensweise“ gewichen. Seligenstadts Bürgermeister Daniell Bastian, Erster Stadtrat Michael Gerheim sowie Katja Teubner vom Vorstand des Vereins „Freunde der Hans-Memling-Schule“ setzten ihre Unterschriften unter ein Dokument, das dem Verein zunächst für ein Jahr die Nutzung des gesamten Erdgeschosses sowie des Außengeländes überlässt. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten, die sich auf rund 120 000 Euro belaufen, soll das Gebäude möglichst schon zum 1. August für kulturelle Angebote zur Verfügung stehen.

Der Vertrag endet mit Beginn der Bauarbeiten fürs Gesamtgebäude, für die weitgehende Planungen und Abstimmungsgespräche mit den Genehmigungsbehörden nötig sein werden. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll ein neuer Vertrag für das gesamte Gebäude vereinbart werden. Beim Pressetermin, bei dem Petra Werk Katja Teubner vertritt, verweist Bastian auf langwierige Vorarbeiten zur „Nutzung des traditionellen Schulgebäudes als Kultur- und Bildungseinrichtung, mit der wir das kulturelle Miteinander in Seligenstadt weiter fördern können.“ Magistrat und Verein hätten intensiv über die Vertragsgestaltung verhandelt, vor allem darüber, wer welche Lasten zu übernehmen habe. Ziel sei, dass sich das Projekt selbst trage, der Verein werde quartalsweise mit der Stadt abrechnen.

Eine Nutzungstabelle soll Überblick darüber geben, mit welchen Kosten interessierte Vereine oder Gruppierungen zu rechnen haben. „Es wollen viele rein, ich hoffe, dass sie auch bereit sind, die Gebühren zu bezahlen“, sagt der Rathauschef. Bastian bezeichnete diesen ersten Schritt in der Wiederbelebung des seit 2012 leerstehenden früheren Schulgebäudes als „Eingewöhnungsphase, ohne dass fünf oder sechs Millionen Euro im Hintergrund stehen.“ In dieser Größenordnung hatten Experten das Gesamtsanierungsvorhaben angegeben. Es sei klar, so der Bürgermeister weiter, dass die Stadt einen so hohen Betrag nicht allein schultern könne und aus diesem Grund Zuschüsse einwerben wolle.

Petra Werk zeigte sich nach vielen Gesprächsrunden erleichtert über den Vertragsabschluss. Nun gelte es, die HMS schrittweise zu entwickeln und dabei Erfahrungen zu sammeln. Im Falle einer Vollbelegung wolle der Verein den Überschuss an die Stadt zahlen. Lange Jahre entstanden für die ungenutzte Immobilie neben Planungskosten lediglich „Leerstandskosten in bescheidenem Umfang - Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Abfallbeseitigung, Kaminkehrer und Bauunterhaltung“, die in den Etats der Stadt mit jeweils 12 000 Euro angegeben sind. Bastian brachte die nun neue Situation auf den Punkt: Eine realistische Kostenschätzung für die Betriebskosten, also die Ausgaben, ist die Messlatte für die Einnahmen.

Projektstart, ergänzt Stadtrat Gerheim, ist am 1. März, „geplant sind nach Genehmigung des Bauantrags und Abschluss der Ausschreibungen unter anderem ein großer Vortragsraum, Schulungs-, Seminar- und Gymnastikräume sowie die Erneuerung der Elektrik- und Brandmeldeanlagen.“ Gerheim stellte klar, dass für das Außengelände keine Zäune vorgesehen seien, das Wegerecht weiter bestehe und die Stadt den Winterdienst übernehme.

Nachdem sich die Stadtverordnetenversammlung auf kein Nutzungskonzept verständigen konnte, überließ sie den Bürgern die Entscheidung. Im März 2020 sprach sich eine Mehrheit dafür aus, das Gebäude als Bildungs- und Kulturhaus zu nutzen, das sich durch das Engagement des Vereins zu großen Teilen selbst tragen soll. (Von Michael Hofmann)

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