Neuer Anlauf?

Brücke über den Main: Aprilscherz heizt Diskussionen erneut an

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Die Mainfähre hat Zukunft - hieß es 2017. 

Ein Aprilscherz haucht der längst beruhigt geglaubten Diskussion über eine Brücke über den Main bei Seligenstadt neues Leben ein.  

Seligenstadt – Aus einem etwas arg bemühten Aprilscherz heraus könnte ein Thema wieder auf die Agenda rücken, das längst zwischen Aktendeckeln verschwunden war.

Die Episode zeigt zudem, dass FDP-Bürgermeister diesseits und jenseits des Mains noch lange nicht die selbe Sprache sprechen, wenn sie über das selbe Thema sprechen - weil sie ganz offensichtlich kaum/gar nicht miteinander sprechen. Es geht, wie nicht anders zu erwarten, um die Fähre „Stadt Seligenstadt“ und ihre Ablösung durch eine Fußgänger-/Radfahrerbrücke.

Brücke über den Main: Karlsteins Rathauschef Peter Kress macht Ärger Luft

Unterstützt von Pressekollegen entfaltete Karlsteins Rathauschef Peter Kress zum 1. April auf der bayerischen Seite die höchst originelle Idee, die pendelfreie Seligenstädter Fähr-(Mittags-)Pause durch gemeindlich trainierte und eigens geschulte Steh-Paddler (Stand-up-Paddling) mit Freiluft-Wassertaxi-Fahrten zu überbrücken. Nun, auf den Joke fiel niemand herein, seine Belohnungs-Gutscheine musste Kress wieder einstecken.

Doch am bayerischen Fähranleger machte er vor laufender Kamera seinem Ärger über den seit zwei Jahren eingeschränkten Pendelbetrieb der Seligenstädter Fähre Luft. Noch immer gebe es Kritik an jener Maßnahme zur Kostendämpfung, die Umwege und Umsatzeinbußen bei Geschäftsleuten bedeute. Kreß erinnerte an einen eigenen vor Jahren im Karlsteiner Gemeinderat gescheiterten Vorschlag, sich am damals noch 330. 000 Euro betragenden Seligenstädter Defizit zu beteiligen, um so Fährzeit zu erkaufen. Denn: „Mit der Fährzeit-Reduktion ist keinem geholfen.“

Kress will neuen ernsthaften Versuch unternehmen

Kress bringt nun wieder den Bau einer Brücke ins Spiel und spricht sich dafür aus, einen neuen ernsthaften Versuch zu unternehmen. Er wolle beim Amtskollegen Dr. Daniell Bastian vorsprechen, um zu eruieren, „ob es nicht Sinn macht ein gemeinsames Konzept zu eruieren - von Verwaltung zu Verwaltung.“ Einen Standort hat er noch nicht parat. Klar sei, dass die Brücke nicht direkt die Fähranleger verbinden könne, sondern „irgendwie flussaufwärts oder flussabwärts versetzt“ gebaut werden müsse.

Eine völlig andere Wahrnehmung hat da der Seligenstädter Bürgermeister. Vom anfänglichen Unmut über die Einschränkung der Fährzeit sei heute nichts mehr zu spüren, sagt Bastian. Auch finanziell sieht er das einstige Sorgenkind im Aufwind. Nach der Umstellung vom Zwei- auf den Einschichtbetrieb (2017) habe sich die Fähre im Jahr 2018 gut entwickelt und trotz reduzierter Fahrzeit fast die kompletten Einnahmen von 2017 erreicht.

Stadtverordnetenversammlung lehnte Radfahrer-/Fußgängerbrücke ab

Eine Radfahrer-/Fußgängerbrücke statt der Fähre hatte die Stadtverordnetenversammlung im September 2017 mit großer Mehrheit abgelehnt. Dem Grünen-Antrag wollte nicht mal Ex-Kooperationspartner CDU folgen, dem die Initiative viel zu unkonkret (Standort, Kosten) war.

Der heutige Erste Stadtrat und damalige SPD-Fraktionschef Michael Gerheim gab der Brücke und ihrer Kostenermittlung für die Dreier-Koalition ebenfalls eine Abfuhr. Seine Partei setze sich für die Zukunftsfähigkeit der Fähre ein. Der Grünen-Vorschlag, das Gespräch mit der Kreisverkehrsgesellschaft (kvgOF) zu suchen, um die Übertragung des Fährbetriebs zu prüfen fand dagegen im Parlament Zustimmung - aber keinerlei Gegenliebe bei der kvgOF.

Von Michael Hofmann

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