Ist eine Machbarkeitsstudie erforderlich?

Friedhofswesen in Seligenstadt: Effektive Planung und Verwaltung

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Trauerhalle auf dem alten Friedhof: Die gesamte Organisation optimieren, auch alternative Bestattungsformen berücksichtigen.

Naht das Ende, so will der Mensch seine Angelegenheiten geregelt sehen. Er erwartet natürlich, dass mit seiner Begräbnisstätte alles zum Besten bestellt ist.

Seligenstadt – Trifft das auch auf die Seligenstädter Ruhestätten zu? Nicht im nötigen Maße, sagt die CDU-Fraktion und beantragte einen umfassenden Friedhofsplan, der neben traditionellen Gräbern auch alternative Bestattungsformen (Rasengräber mit Stein, anonyme Rasengräber, Baumgräber) berücksichtigt und die gesamte Organisation optimiert. Die Koalition aus SPD, FDP und FWS hielt das für überflüssig und lehnte ab. Diesen Antrag, so FWS-Fraktionschef Jürgen Kraft, habe das Plenum bereits 2015 beschlossen, „teilweise wortwörtlich“.

In seiner Antragsbegründung verwies CDU-Politiker Oliver Steidl auf die veränderte Bestattungskultur, etwa die stetig zunehmende Urnenbestattung. Eine Konsequenz daraus sei beispielsweise, dass das Gelände zur geplanten Friedhofserweiterung in Froschhausen vor allem aus diesem Grund nicht mehr benötigt werde. Auch seien alternative Bestattungsformen gefragt. Ziel der CDU-Initiative sei es, „für alle Friedhöfe der Stadt entsprechende Friedhofspläne zu erstellen“ und die entsprechenden Areale zu lokalisieren. Eine entsprechend beschlossene Drucksache müsse eben auch einmal umgesetzt werden. Auch sei es erforderlich die städtische Friedhofspflege anzupassen und womöglich Friedhofs- und Gebührensatzung zu modifizieren.

Zu diesem Zweck, so ergänzte Steidls Parteifreund Thomas Lortz, sei eine Machbarkeitsstudie erforderlich, die das Friedhofsamt nicht leisten könne. Und deshalb müssten entsprechende Mittel eingestellt werden.

Neben Jürgen Kraft formulierte auch Marius Müller (SPD) seine Ablehnung. Er erinnerte an die „alte Vorlage aus dem Jahr 2015“. Im Vorjahr sei die Satzung erneuert und verabschiedet, alternative Bestattungsformen dabei beschlossen worden. Ziel sei eine effektive Planung und Verwaltung, „aber das schaffen wir nicht, indem wir alles dreimal beschließen“.

Jürgen Kraft konnte sich auch bei diesem Thema einen Seitenhieb gegen die frühere Erste Stadträtin Claudia Bicherl (CDU) nicht verkneifen. Ein FWS-Antrag aus dem Jahr 2014 zum Thema „Pflegefreie Gräber“ liege bis heute „in der Warteschleife der unerledigten Anträge“. Auch die CDU-Initiative aus dem Jahr 2015 liege ja noch auf Halde. Es gelte also für Bicherl-Nachfolger Michael Gerheim (SPD) zuvorderst, den Aktenberg seiner Vorgängerin abzuarbeiten.

VON MICHAEL HOFMANN

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