Stadt und Abwasserverband unterzeichnen Verträge

EVO entsorgt Klärschlamm aus Seligenstadt

+
Unterzeichneten die Verträge zur Schlammentsorgung (v.l.): Günther Weiß, Dr. Christoph Meier (beide EVO), Bürgermeister Bastian, Rolf Wenzel (Abwasserverband Schleifbach) Stadtrat Michael Gerheim und Dieter Jahn (Abwasserverband Schleifbach).

Die Stadt Seligenstadt und der Abwasserverband Schleifbach lassen ihren Klärschlamm künftig von der Energieversorgung Offenbach (EVO) entsorgen.

Seligenstadt – Entsprechende Verträge unterschrieben gestern im Rathaus Vertreter von Stadt, Energieversorger und Abwasserverband Schleifbach. Bislang war der Energieversorger Entega zuständig für die Entsorgung des Klärschlamms, je 1000 Tonnen jährlich pro Kläranlage Seligenstadt und Abwasserverband. Mit der Änderung der Klärschlammverordnung im Oktober 2017 tauchten aber Probleme auf. Geregelt ist darin unter anderem, dass der Schlamm überwiegend verbrannt werden muss und nicht mehr auf die Felder zum Düngen verwendet werden darf. Der Schlamm der Kläranlage Schleifbach (Seligenstadt-Süd, Klein-Welzheim, Mainhausen und Großwelzheim) werde schon seit Jahren verbrannt - überwiegend im Kraftwerk Staudinger - erläutert Rolf Wenzel, Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes. Bereits Mitte 2018 hatten die Entsorger für Klärschlamm aber mit Problemen zu kämpfen, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Wegen der unvorhersehbaren Auswirkungen der geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen durch die Verordnung sowie der sich häufenden Stillstandszeiten von Verbrennungsanlagen, verursacht durch erneuerbare Energien, sei die Entsorgungssicherheit in Gefahr geraten. „Die angespannte Situation betraf die ganze Branche und führte zu zahlreichen Neuverhandlungen und sogar Vertragsauflösungen“, so Bastian. Die Erschließung neuer Kapazitäten durch weitere Transportentfernungen, höhere Logistikaufwendungen oder höhere Verbrennungspreise führten laut Wenzel dazu, dass sich die Entsorgungspreise fast verdoppelt haben.

Daher nahm Wenzel gemeinsam mit dem Technischen Leiter der Stadtwerke, Normann Otto, Kontakt mit der EVO auf. Mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Meier und dem Geschäftsführer für den EVO-Entsorgungsbereich, Peter Freiesleben, sei man einig gewordnen, sodass der Klärschlamm trotz Überkapazität entsorgt werden kann. Bei der Pressekonferenz sprachen alle Beteiligten von einem kostengünstigen Angebot, einen Betrag wollte aber keiner nennen.

Die gestern unterzeichneten Kontrakte gelten bis zum 31. Dezember 2020. So haben Stadtwerke und Abwasserverband die Möglichkeit, im kommenden Jahr den Markt zu erkunden. Die EVO wiederum nimmt ab Ende 2020 eine neue Anlage für die Entsorgung von 80.000 Tonnen Klärschlamm in Betrieb, sagt Vorstandsvorsitzender Meier. Bis dahin wird der Schlamm mit Müll verbrannt.

Von Oliver Signus

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare