Von romantisch bis grotesk

Seligenstädter Kunstforum legt Programm für das zweite Halbjahr vor

Tanja Garlt führt Regie bei der Kunstforum-Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“. Foto: p

Fünf Konzerte, zwei Ausstellungen sowie eine Theateraufführung und eine Lesung beinhaltet das Programm des Vereins Kunstforum Seligenstadt im zweiten Halbjahr.

Konzerte

Seligenstadt – Nach den Sommerferien geht es am Samstag, 24. August, 18.30 Uhr, musikalisch los mit einer „Italienischen Sommernacht“ unterm Sternenhimmel, die in Kooperation mit dem Musikzentrum St. Gabriel in Hainstadt in dem dortigen ehemaligen Kloster stattfindet. „Pop trifft Klassik“ heißt das Motto. Die Sopranistin Marina Herrmann singt Arien der italienischen Romantik, am Flügel begleitet sie Thomas Gabriel. Italienische Pop-Musik in allen Varianten spielt Fabrizio Levita mit seiner Band. Das kulinarische Angebot ist entsprechend mediterran ausgerichtet. Die „Italienische Sommernacht“ ist eingebunden in das geförderte Programm des Kultursommers Südhessen (KUSS).

Nach New Orleans, der Wiege des Jazz, entführen „Zydeco Annie and her Swamp Cats“ am Donnerstag, 5. September, 20 Uhr, das Publikum im Schalander der Glaabsbräu. Kritiker bezeichnen die Band als Deutschlands Aushängeschild für die Cajun- und Zydeco-Musik Louisianas. Die Songs erzählen von purer Lebensfreude im „Mardi Gras“, aber auch von der Traurigkeit des Abschiednehmens und den Sehnsüchten der einsamen Bayous. Annies Akkordeonspiel ist so facettenreich wie das Leben selbst. Die Ernsthaftigkeit des Musizierens und die große Liebe zu ihrem Instrument sind überzeugende Qualitätsmerkmale.

Zu ihrem CD-release-Konzert „fairy tales“ laden am Freitag, 20. September, 20 Uhr, Jan Masuhr & Ensemble ins Winterrefektorium des ehemaligen Benediktinerklosters in Seligenstadt ein. Die Gäste erwartet ein spannendes Klangerlebnis, denn die Besetzung ist recht ungewöhnlich: Violine (Hannedore Rau), Oboe/Flöte (Tina Craß), Saxophon/Klarinette (Alexander Gärner), Gitarre (Jan Masuhr), Kontrabass (Neli Masuhr) und Percussion (Christian Schmitt). Auf dem Programm stehen hauptsächlich Eigenkompositionen, aber auch Arrangements von „Klassikern“.

Erneut in den Schalander eingeladen haben die Initiatoren des Kunstforums „Joe Wulf & The Gentlemen of Swing“ für Donnerstag, 21. November, 20 Uhr. Die sieben Musiker begeistern mit ihrer intelligenten Solistik und einem lockeren, einzigartig swingenden Stil. Die Band zelebriert auf der Bühne klassischen Jazz und berauschenden Swing der neuen Generation, ganz im Stil berühmter Jazzbands. In der Besetzung mit Trompete, Posaune, Klarinette, Saxophon, Banjo, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang gelingt es den „Gentlemen of Swing“ den Originalsound der frühen Jazz-Zeit mit dem typischen Joe-Wulf-Sound zu kombinieren.

Zum Jahresende gibt es etwas Besonderes „auf die Ohren“: Mit ihrem Programm „Christmas meets Cuba 2“ erwecken „Klazz Brothers & Cuba Percussions“ am Freitag, 6. Dezember, 20 Uhr, in der Kirche St Marien in Seligenstadt internationale und deutsche Weihnachtslieder zu neuem Leben. Weltbekannte Melodien, gepaart mit dem Temperament kubanischer Rhythmen und Jazzharmonien, bringen Weihnachtsstimmung auf die Zuckerinsel und Latin Grooves in die europäischen Konzertsäle.

Ausstellungen

„T-räume“ heißt die Ausstellung in der Galerie Kunstforum im Alten Haus an der Frankfurter Straße, die noch bis zum Sonntag, 15. September, sehen ist. Die Arbeiten der Künstler Reinhard Hanke, Franziska Schemel und Astrid W. Schöps eint die Thematisierung der Grenzen zwischen Realität und Illusion, zwischen Traum und Raum, Innen- und Außenräumen und zwischen dem Menschen und seiner Gedankenwelt.

„Zydeco Annie“ gastiert mit ihren „Swamp Cats“ im Schalander. Die Band gilt als deutsches Aushängeschild für die Cajun- und Zydeco-Musik Louisianas.

Den Künstlerinnen Emilia Neumann und Gertrud Riethmüller, ist die vierte Ausstellung dieses Jahres in der Galerie Kunstforum gewidmet. Die Vernissage ist am Sonntag, 29. September, 15 Uhr. Mit außergewöhnlichen Plastiken überrascht die Bildhauerin Emilia Neumann. Ihre Arbeiten setzen mit Form und Farbigkeit die uns bekannte Ästhetik in Bewegung. Der Arbeitsschwerpunkt von Gertrud Riethmüller liegt im Bereich der Installation, der Objekte und Performances. Diese beziehen sich auf den vorhandenen Raum und bewegen sich auf den Spuren der Poesie, die sich im Material, der Sprache oder im bewegten Bild verankern. Die Arbeiten sind bis Sonntag, 15. Dezember, zu sehen.

Lesung

„Ich bin etwas schief ins Leben gebaut“ behauptete Joachim Ringelnatz von sich selbst. Sein Ruf beschränkt sich üblicherweise auf den Dichter schlüpfriger Verse oder den krakeelenden Seemann. Dass dies zu kurz gedacht ist, beweisen der Schauspieler und Rezitator Aart Veder und die Ringelnatz-Kennerin Regina Reitz-Pohl am Freitag, 11. Oktober, 20 Uhr, im Winterrefektorium der früheren Benediktinerabtei, denn bei Ringelnatz gibt es sehr viel mehr zu entdecken. Seine Texte gewähren einen unverfälschten Einblick in die Zeit der sogenannten „Goldenen Zwanziger“ des vergangnen Jahrhunderts. Dem Publikum verspricht das Kunstforum einen unterhaltsamen Abend mit bekannten und ungewöhnlichen Seiten des Dichters..

Theater

Wie reagiert ein genialer Wissenschaftler, wenn er eine ungeheuerliche Entdeckung macht, die das Ende der Menschheit bedeuten kann? Er spielt den unzurechnungsfähigen Kranken und lässt sich in die Psychiatrie einweisen. Das Theaterensemble Kunstforum bringt Friedrich Dürrenmatts berühmte Groteske „Die Physiker“ unter Regie von Tanja Garlt am Freitag, 1., und Samstag, 2. November, jeweils ab 20 Uhr und Sonntag, 3. November, ab 18 Uhr auf die Bühne des Riesensaal. Das Stück beschreibt eine Welt, in der jeder jeden zu manipulieren und zu kontrollieren glaubt, eine Welt der Überwachung und Verstellung. Dass man einer derart grotesken Welt nur noch mit Humor begegnen kann, empfahl Dürrenmatt bereits vor 50 Jahren und schuf mit den „Physikern“ eine aberwitzige Komödie und ein kluges, bitterböses Zeitstück. (sig)

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